Samtgemeindebürgermeister-Wahl in Thedinghausen: Im Gespräch mit CDU-Kandidat Martin Köster „Ich will in meiner Heimat etwas bewegen“

Thedinghausen wählt am Sonntag einen neuen Samtgemeindebürgermeister. Zur Wahl stellen sich Harald Hesse (parteilos), Diethelm Ehlers (SPD) und Martin Köster (CDU).
20.05.2014, 00:00
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Thedinghausen wählt am Sonntag einen neuen Samtgemeindebürgermeister. Zur Wahl stellen sich Harald Hesse (parteilos), Diethelm Ehlers (SPD) und Martin Köster (CDU). Redakteurin Elisabeth Hintze hat die drei Kandidaten zu ihren Zielen und Zukunftsplänen im Falle eines Wahl-Erfolges befragt. Den Anfang macht Köster: Der Christdemokrat erzählt, welche Schwerpunkte er in seiner Arbeit setzen würde.

Herr Köster, warum wollen Sie Bürgermeister der Samtgemeinde Thedinghausen werden?

Ich komme aus der Samtgemeinde Thedinghausen, ich bin hier verwurzelt, kenne die Region und viele Bürgerinnen und Bürger. Ich möchte in meiner Heimat etwas bewegen. Die Chance dazu bietet sich insbesondere, da ich dieses Amt länger als eine Amtszeit ausführen könnte. Die positive Entwicklung der Samtgemeinde und ihrer Mitgliedsgemeinden liegt mir am Herzen. Das Thema Personalführung ist mir nicht fremd, sowohl beruflich als auch ehrenamtlich, und das ist ein wesentliches Merkmal für einen Hauptverwaltungsbeamten.

Welche Schwerpunkte in Ihrer Arbeit würden Sie im Fall Ihres Wahl-Erfolges setzen?

Ich erachte vier Themen als besonders wichtig. Erstens: solide Finanzen und keine Neuverschuldung als Belastung der nächsten Generationen. Das sind wir unseren Kindern schuldig. Zweitens: gute Kinderbetreuung und Bildung vor Ort für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf beziehungsweise Stärkung der Grundschulstandorte und der Gudewill-Schule als Oberschule mit gymnasialem Zweig. Drittens: Wirtschaftsförderung zum Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Samtgemeinde Thedinghausen, damit wir nicht zur Schlafgemeinde werden. Viertens: Demografische Entwicklungen müssen aufgefangen werden, zum Beispiel durch altersgerechte Versorgung oder Schaffung von Wohnformen für ein lebenswertes Wohnen im Alter.

In welchem Bereich sehen Sie den größten Handlungsbedarf?

Das Thema Wirtschaftsförderung hat insbesondere im letzten Jahr etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen, aber ich denke, hier können wir wesentlich mehr tun, um Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen.

Welche Ideen haben Sie, um das Zentrum Thedinghausens, die Braunschweiger Straße, wieder zu beleben? Ist das überhaupt möglich?

Der Einzelhandel in Deutschland hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Neben der Konzentration der Einkaufsmöglichkeiten in Einkaufszentren, wie zum Beispiel dem Weserpark oder Dodenhof, hat sich das Online-Shopping als weitere Konkurrenz zum lokalen Einzelhandel etabliert. Für große Ketten ist Thedinghausen aufgrund seiner Struktur und der Nähe zu Bremen nicht unbedingt ein Standort erster Wahl, so dass man schauen muss, welche Firmen hier überhaupt Interesse haben könnten. Insgesamt wird es schwierig, die Belebung der Braunschweiger Straße zu erreichen. Wenn dann neue Geschäfte eröffnet werden, liegt es an der Bevölkerung, diese auch durch Einkäufe zu unterstützen und den Alternativen im Internet oder den Einkaufszentren vorzuziehen. Dinge des täglichen Bedarfs sollten das Angebot in Thedinghausen erweitern. Dazu könnten beispielsweise ein Blumen- oder ein Fahrradladen gehören.

Welche Vorkehrungen sollten im Hinblick auf den demografischen Wandel getroffen werden?

Die Samtgemeinde Thedinghausen und die Mitgliedsgemeinden müssen attraktive Wohnorte für junge Familien bleiben. Hierbei spielt insbesondere der Themenkomplex Krippe/Kindergarten und Schule eine zentrale Rolle, so dass hier weiterhin intensive Bemühungen notwendig sind. Unser vielfältiges Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten ist aber jetzt schon kreisweit vorbildlich. Außerdem gilt es, genügend Baugrundstücke verfügbar zu haben, damit junge Familien sich hier niederlassen können. Für ältere Menschen gilt es eine altersgerechte Versorgung sicherzustellen und Wohnformen für ein lebenswertes Wohnen im Alter zu schaffen.

Warum sollten junge Familien in die Samtgemeinde ziehen? Welche attraktiven Angebote bieten sich ihnen?

Zunächst bieten sich jungen Familien relativ niedrige Grundstückspreise im Vergleich zu ähnlichen Gemeinden im Umland von Bremen. Wir haben schon eine relativ gute Versorgung mit Krippen- und Kindergartenplätzen und auch sonst ist die Samtgemeinde Thedinghausen infrastrukturell gut aufgestellt. Vorhandene Busverbindungen sind sicher noch ausbaufähig. Viele Berufstätige können somit ein neues Zuhause in der Samtgemeinde mit guten Konditionen finden und trotzdem auch die Angebote zum Beispiel in Bremen nutzen.

Welche Position vertreten Sie zum Thema Erdgasförderung in der Region?

In Sachen Erdgasförderung ist anzumerken, dass die derzeit vorherrschenden Rahmenbedingungen es unmöglich machen, die Methoden gut zu heißen. Es ist unverantwortlich, dass giftiges Lagerstättenwasser in anderen Bohrlöchern verpresst wird oder dass abgefackelt wird, ohne Filtersysteme einzusetzen. Für alle Grundbesitzer ist es unverständlich, dass man im Falle eines Erdbebens die Beweislast auf seiner Seite hat. Insbesondere finde ich es bedenklich, dass aufgrund des Bergrechts keinerlei Einfluss im Genehmigungsverfahren von den Kommunen genommen werden kann und nicht mal eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist. Ich denke es ist wichtig, durch die gute Vernetzung in Land- und Bundestag sowie durch den Städte- und Gemeindebund als Interessenvertretung, Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen. Weiterhin sollte man versuchen, alle rechtlichen Mittel zu bestimmen und auszuschöpfen.

Wie wollen Sie die Samtgemeinde, den Zusammenhalt der einzelnen Mitgliedsgemeinden, weiter stärken?

Meiner Meinung nach ist es wichtig, überall als Gemeindedirektor zu fungieren – die Wahl durch die Gemeinderäte vorausgesetzt – um nahe an den Mitgliedsgemeinden sein zu können und deren Verwaltung zentral in Thedinghausen effektiv übernehmen zu können. Des Weiteren muss in allen Mitgliedsgemeinden für ein ausgeglichenes Miteinander gesorgt werden unter dem Dach der Samtgemeinde. Hierbei gilt es insbesondere, die Haushalte der Mitgliedsgemeinden positiv zu entwickeln.

Stichwort Zukunftsvision: Wo und wie sehen Sie die Samtgemeinde in zehn Jahren? Was hat sich verändert, was sich verbessert/verschlechtert? Welche großen Projekte und Investitionen gilt es in Zukunft noch zu stemmen?

Ich sehe die Samtgemeinde und ihre Mitgliedsgemeinden in zehn Jahren noch besser aufgestellt. Wir haben noch einige Unternehmen in der Samtgemeinde ansiedeln können und bestehende Strukturen sind erhalten geblieben. Der Erbhof hat sich zu einem überregionalen Kulturzentrum entwickelt, und wir haben unsere hervorragende Krippen- und Kindergartenplatzversorgung in Wohnortnähe weiterentwickelt. Die beiden letztgenannten Bereiche sind es auch, die noch große Investitionen erfordern, um hier weiterhin ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.

Warum sollte der Bürger für Sie stimmen, was unterscheidet Sie von den anderen Kandidaten?

Ich bin gut 25 Jahre jünger als die beiden anderen Kandidaten. Trotz meines relativ jungen Alters habe ich es gelernt, Personalverantwortung zu übernehmen und große Verantwortung für die Gesellschaft zu tragen. Ich bin es beruflich gewohnt, Strukturen ständig zu hinterfragen und Betriebsabläufe zu optimieren. Mein Wissen aus der Wirtschaft, insbesondere aus dem Bereich der modernen Informationstechnologie, wird von Vorteil für die Leitung einer Kommunalverwaltung sein. Durch mein berufliches und ehrenamtliches Engagement bin ich es gewohnt, auch außerhalb der normalen Bürozeiten zu arbeiten und größeren Belastungen Stand zuhalten. Als junger, aus der Samtgemeinde Thedinghausen stammender Familienvater kann ich diese verantwortungsvolle Aufgabe mit einer Perspektive für die Zukunft übernehmen.

Weitere Infos zur Kommunalwahl unter www.weser-kurier.de/kommunalwahl.

Der 33-jährige Martin Köster geht am kommenden Sonntag für die CDU ins Rennen um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters in Thedinghausen. FOTO: BJÖRN HAKE

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