Rollstuhlbasketball

Im Krimi die Nerven behalten

Die Achim Lions feiern zum Saisonauftakt in der Regionalliga Nord zwei Erfolge. In beiden Partien musste das Team jedoch alles geben.
01.10.2019, 12:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Achimer Kurier
Im Krimi die Nerven behalten

Michael Wilker (links) bescherte den Achim Lions mit seinen Punkten in der Schlussphase den Sieg gegen Isernhagen.

Björn Hake

Isernhagen. Viel besser hätte es für die Achim Lions am ersten Spieltag der Rollstuhlbasketball-Regionalliga Nord nicht laufen können. In Isernhagen wurde sowohl gegen den Gastgeber (45:39) als auch gegen Rostock/Stralsund (59:57) knapp gewonnen – und das jeweils nach Halbzeitrückstand. Besonders die Partie gegen die Ostseestädter entwickelte sich zu einem absoluten Krimi, einen 15-Punkte-Rückstand Mitte des dritten Viertels wandelten die Lions in den spannenden Schlussminuten in einen umjubelten Sieg um.

„Das war ein Erfolg des Willens, wir haben uns einfach nie aufgegeben. Alle haben sich voll reingehängt und ihren Anteil am siegreichen Ausgang der Spiele. Das betrifft ausdrücklich auch unsere Ersatzbank, die uns lautstark zum Erfolg gepusht hat“, freute sich Spielertrainer Nico Röger nach der nervenaufreibenden Partie. „Das war ein wichtiger Tag, der uns als Team wieder ein ordentliches Stück weitergebracht hat. Wenn wir da weitermachen, ist mir auch vor den kommenden Spielen nicht bange.“

Schon das erste Match gegen die Rolling Chairs Isernhagen bot einen kleinen Vorgeschmack auf das, was später noch folgen sollte. Schnell lagen die Gäste mit 2:8 im Hintertreffen und waren die gesamte erste Hälfte damit beschäftigt, am Gegner dranzubleiben. Kurz vor der Pause sorgte Michael Wilker, mit 17 Punkten auch Top-Scorer der Partie, für die knappe Führung, die sich Isernhagen aber durch einen Dreier mit der Sirene zurückeroberte (26:27). Nach einem korbarmen dritten Viertel ging es bei 32:32 in den finalen Abschnitt, in dem sich erst Achim leicht absetzte, dann aber der Kontrahent wieder am Zug war: Mit drei Punkten in der Schlussminute war es erneut Wilker vorbehalten, den Sack schließlich zuzumachen – 45:39.

Als wenn das schon nicht spannend genug war, bot das anschließende Spiel gegen die SG Rostock/Stralsund noch eine klare Steigerung in Sachen Dramatik. Bevor die Achim Lions überhaupt richtig im Spiel waren, war das erste Viertel mit 8:21 aus Sicht der Weserstädter auch schon gelaufen. „Da haben wir geschlafen und den Kampf überhaupt noch nicht angenommen, ähnlich wie im ersten Spiel. Das ist eindeutig Kopfsache, daran gilt es zu arbeiten“, meinte Röger, der sich zu einigen Umstellungen genötigt sah. „Wir hatten glücklicherweise mit elf Spielerinnen und Spielern eine im Vergleich zum Gegner tiefe Bank.“

Das nächste Viertel konnte somit zumindest ausgeglichen gestaltet werden, bei 22:35 war allerdings auch klar, dass in Hälfte zwei ein Kraftakt her musste, wenn noch etwas Zählbares mitgenommen werden sollte. Und Achim lieferte – zwar wuchs der Rückstand bis zur 26.Minute noch leicht an (30:45), doch dann kamen die Lions: Nach dem dritten Abschnitt betrug der Rückstand neun Punkte, vier Minuten vor Spielende waren immer noch sechs Punkte aufzuholen. Neuzugang Lars Binder, mit starken 28 Punkten prägender Schütze des Spiels, drehte dann kurz vor Schluss ein 55:57 in den frenetisch bejubelten 59:57-Sieg.

„Das war schon anstrengend, aber gemeinsam haben wir uns die Punkte erkämpft, ganz starke Teamleistung“, sagte Binder und lobte zugleich seine Mitspieler. „Unsere Lowpointer Jana Bozek, Lena Wiemann, Rouven Albrecht, Steffie Tchorz und Petrit Mucaj haben echt ackern müssen und prima für uns Center gearbeitet. So kann es gerne weitergehen.“ In zwei Wochen steht in Kiel die nächste Bewährungsprobe an, dort wartet dann niemand geringeres als der amtierende Meister auf die Achimer.

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