Prüfung von Wasserproben Im Wasser liegt die Wahrheit

Am Labormobil des Vereins VSR-Gewässerschutz konnten die Achimer Bürger nun Wasserproben aus ihren Brunnen abgeben und untersuchen lassen.
03.09.2018, 17:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Lukas Warnecke

Dieser Sommer hielt mehr als nur ein paar besonders heiße Tage bereit. Somit stieg auch der Wasserverbrauch in den Gärten, um das Planschbecken zu befüllen oder die Pflanzen zu gießen. Ob das Wasser aus dem eigenen Brunnen dafür jedoch in jedem Fall geeignet ist, das kann man nicht mit Gewissheit sagen. Der Verein VSR-Gewässerschutz hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau das herauszufinden. Mit seinem fahrbaren Labor reist er deswegen durch ganz Niedersachsen – und stoppte am Montagvormittag in Achim, damit die Menschen ihr Brunnenwasser auf Verschmutzungen überprüfen lassen konnten. Diese Möglichkeit nahmen auf dem Bibliotheksplatz einige Bürger wahr.

Ihre Beweggründe, warum sie das Labormobil besuchten, waren aber ganz unterschiedlich. Manche wollten einfach auf Nummer sicher gehen und einer möglichen Erkrankung vorbeugen. Andere kannten den Gewässerschutzverein bereits und wollten ihr Wasser nach ein paar Jahren noch einmal prüfen lassen. Unter den vielen Besuchern war auch Günter Persson. Er wollte sein Brunnenwasser einfach aus Interesse abgeben. „Das Wasser wird ja immer weniger“, sagte Persson, „wer weiß, was die nächsten Sommer wird“.

Wenn die Untersuchungen gut verlaufen, könnte er sein Brunnenwasser sogar zum Trinken verwenden. Einige Besucher hatten gar kein Wasser dabei. Sie schauten sich vor allem aus Neugier die vielen aufgestellten Infotafeln an. Auf einigen waren Karten von Niedersachsen abgebildet. Auf denen konnten die Interessierten zum Beispiel die Salzbelastung des Grundwassers betrachten. Auch an Infobroschüren gab es keinen Mangel. Bevor die Leute ihr Wasser, das sie in Flaschen oder Einmachgläsern abgefüllt hatten, am Mobil abgeben konnten, mussten sie einmal ein paar Fragen beantworten: „Wofür benutzen sie das Wasser?“ etwa oder auch „Wollen sie damit auch Obst und Gemüse bewässern?“ So konnten die VSR-Vertreter einschätzen, welche Art der Untersuchung sie vornehmen müssen.

Vier Untersuchungen standen zur Auswahl, die sich jeweils in ihrer Intensität unterschieden. „Die meisten nehmen Untersuchung B“, erzählte Harald Gülzow, der anwesende Experte. Untersuchung B betrifft die Leute, die ihr Wasser zum Bewässern von Pflanzen oder für den Swimming-Pool benutzen. Von der Intensität ist auch der Preis der Untersuchung abhängig. „Der Aufwand ist größer oder die benutzten Chemikalien teurer“ erklärte Günzlow.

Einige einfache Untersuchungen konnten direkt vor Ort im Labormobil ausgeführt werden. Dazu zählten die Prüfung des Nitratgehalts, des Salzgehalts und des Säuregehalts im Wasser. Die Prozesse, die dabei durchgeführt wurden, dürften viele Besucher an die eigene Schulzeit erinnert haben. So wird beim Säuregehalt einfach der pH-Wert gemessen. Oder es werden Chemikalien ins Wasser gegeben, um dann die entstehenden Farben zu untersuchen. Die sehr viel intensiveren Experimente verlangen jedoch mehr Aufwand. So bekommen die meisten Leute ihre Ergebnisse erst in zwei bis drei Wochen per Post. Wenn die Untersuchungen sehr bedenkliche Werte ergeben, versucht der Verein, direkt Hilfestellung zu geben. „Tipps versuchen wir immer zu geben“, sagte Harald Gülzow, „es kommt immer ganz auf die Parameter an“.

Der VSR-Gewässerschutz hilft den Menschen aber nicht nur mit ihrem Brunnenwasser. Er betreibt auch größere Projekte – zum Beispiel die Untersuchung von großen Flüssen, zu denen auch die Weser und der Rhein zählen. Auch Praktika und Bundesfreiwilligendienste bietet der Verein an. Am Montag etwa half Milan Toups dem erfahrenen Gülzow bei den Untersuchungen, er leistet beim Verein seinen Bundesfreiwilligendienst ab. Der 18-Jährige interessierte sich schon immer für Umweltschutz. Jetzt freut er sich, dass er seine beiden Lieblingsfächer Chemie und Biologie auf diese Weise verbinden kann.

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