Ausstellung auf Parzival-Hof

Impressionen eines Landes der Gegensätze

Der Verein „Freunde ohne Grenzen“ unterstützt soziale Projekte in Peru und stellt nun Bilder des vielfältigen Andenstaates auf dem Parzival-Hof in Quelkhorn aus. Das hat einen ganz bestimmten Grund.
29.09.2017, 16:54
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Impressionen eines Landes der Gegensätze
Von Marius Merle

Wer an Peru denkt, der hat vermutlich als erstes eine idyllische Andenlandschaft mit Alpakas oder aber Panflötenspieler in bunten Ponchos im Sinn. Natürlich ist auch das ein Teil der Wahrheit – allerdings nur ein sehr kleiner. Denn das südamerikanische Land hat viel mehr zu bieten, in positiver, wie auch in negativer Sicht. Das will der Kieler Verein „Freunde ohne Grenzen“ nun in der Mühle des Parzival-Hofes in Quelkhorn mit einer Bilderschau zeigen. „Es geht um ein vielfältigeres, realeres Peru-Bild“, sagte deren Vorsitzende Lisa Buddemeier bei der Vernissage von „Peru durch die Augen von Freunden“ am Freitagnachmittag.

16 großformatige Bilder mit Beschreibungen sind nun insgesamt bis zum 12. November zu sehen. Sie zeigen Landschaften, Stillleben sowie Eindrücke aus dem Leben der Peruaner, etwa bei der Arbeit oder Jugendliche beim Fußballspielen. Dabei wird die Gegensätzlichkeit dieses Landes deutlich: zwischen Tradition und Moderne, zwischen unberührten Landstrichen und der Hauptstadt Lima mit zehn Millionen Einwohnern oder zwischen arm und reich. Aufgenommen wurden die Momentaufnahmen von Mitgliedern von „Freunde ohne Grenzen“. „Die Ausstellung ist also Produkt gemeinsamer Arbeit“, erklärte Buddemeier, die selbst mit einem Peruaner eine Familie gegründet hat.

Die meisten Mitglieder des Vereins seien sehr jung und haben irgendeine Beziehung zu dem Andenland. Ursprünglich 2008 mit dem Ziel gestartet, in Peru eine Schule für Menschen mit Behinderung zu finanzieren, kümmert sich „Freunde ohne Grenzen“ aktuell vor allem um Angebote für junge Menschen im Randbereich von Lima. Um diese auch zukünftig zu ermöglichen, freut sich der Verein in diesem Jahr nun über die finanzielle Hilfe durch den Solidaritätsfond des Parzival-Hofes.

1992 wurde dieser Fond in der Wohnanlage für Menschen mit Behinderung eingeführt und mit dem jährlichen Erlös wird immer ein anderes Projekt unterstützt. Rund 2000 Euro kommen dabei laut Helmut Pohlmann vom Solidaritätsfond, der nun Ausrichter der Peru-Ausstellung ist, zusammen. Gelder gingen unter anderem bereits nach Kamerun, Russland oder Indien, aber auch schon an Projekte quasi vor der Haustür in Achim und Bremen. „Die treuesten Einzahler sind dabei die Bewohner“, erzählte Pohlmann bei der Vernissage, dass jeden Freitag im Parzival-Hof die Spendentruhe aufgestellt werde. Nun hofft man, dass auch einige Besucher der Ausstellung zusätzliche Spenden hinterlassen.

„Obwohl wir nur ein kleiner Fond sind, sind wir doch weltweit bekannt“, berichtete Pohlmann mit einem Schmunzeln. Schließlich würden inzwischen aufgrund der getätigten Spenden eines vorigen Projektes Rikschas durch die indische Millionen-Metropole Kalkutta fahren, auf denen „Sponsored by Parzival-Hof“ steht. Und wer weiß: Eventuell taucht der Name der Quelkhorner Einrichtung dann bald auch irgendwo im peruanischen Lima auf.


Die Ausstellung „Peru durch die Augen von Freunden“ in der Mühle des Parzival-Hofes kann dienstags, mittwochs und donnerstags von 14 bis 16 Uhr besucht werden. Dafür ist eine Anmeldung in der Weberei der Wohneinrichtung erforderlich. Sonntags hat die Mühle immer von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Letzter Besichtigungstag ist der 12. November.

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