Giftpflanzen vor dem Landkreisgebäude / Nahrung für den Blutbär-Schmetterling Jakobskreuzkraut "gezüchtet"

Landkreis Verden. Gesundheitsschädliche Pflanzen wie Riesenbärenklau, Ambrosia und Jakobskreuzkraut sollte man an der Verbreitung hindern, indem man sie möglichst noch vor der Aussaat mit der Wurzel aussticht. Darüber haben wir Ende Juni unter Bezug auf den Fachdienst Wasser, Abfall und Naturschutz des Landkreises Verden berichtet. Doch ausgerechnet auf einer Wiese an der Ostseite des Landkreisgebäudes will Kurt Hellberg aus Eitze bei einem Amtsbesuch das für Weidetiere, insbesondere Pferde, giftige Jakobskreuzkraut entdeckt haben.
20.07.2011, 05:00
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Von Bianca Belouanas

Landkreis Verden. Gesundheitsschädliche Pflanzen wie Riesenbärenklau, Ambrosia und Jakobskreuzkraut sollte man an der Verbreitung hindern, indem man sie möglichst noch vor der Aussaat mit der Wurzel aussticht. Darüber haben wir Ende Juni unter Bezug auf den Fachdienst Wasser, Abfall und Naturschutz des Landkreises Verden berichtet. Doch ausgerechnet auf einer Wiese an der Ostseite des Landkreisgebäudes will Kurt Hellberg aus Eitze bei einem Amtsbesuch das für Weidetiere, insbesondere Pferde, giftige Jakobskreuzkraut entdeckt haben.

"Die züchten das vor der eigenen Haustür, und uns erzählt man, die Pflanzen müssten beseitigt werden", empört er sich. Als er daraufhin jemanden aus dem Fachbereich darauf ansprach, habe man ihm mitgeteilt, dass dies nicht schlimm sei, weil auf der Wiese ja keine Tiere weiden würden. Nachvollziehbar findet Bürger Hellberg diese Antwort nicht.

Ein Anruf beim Landkreis bringt Aufklärung: Tatsächlich wachsen auf besagter Wiese laut Schätzungen der Landkreisbiologin Antje Mahnke-Ritoff "10 bis 20 Jakobskreuzkrautpflanzen zwischen vier weiteren gelb blühenden Pflanzenarten wie dem Johanniskraut". Vor zwei bis drei Jahren habe es die mit Sicherheit noch nicht gegeben, denn die Wiese sei neu eingesät worden. "Sie ist sehr artenreich und enthält auch viele seltene Pflanzenarten", sagt die Biologin. Da auf der Wiese keine Tiere weideten, sei das Vorkommen der Giftpflanze in der Tat nicht so schlimm, "allerdings werden wir sie doch rausziehen".

Grundsätzlich sollte man auch nicht jeder einzelnen Pflanze den Garaus machen, betont Mahnke-Ritoff. "Denn das Jakobskreuzkraut ist eine der Pflanzen, die mit ihrem Nektar den Raupen des Blutbär-Schmetterlings als Nahrungsquelle dienen". Vereinzelt dürfe also ein Pflänzchen stehen bleiben, die unkontrollierte Ausbreitung, insbesondere in der Nähe von Weidetieren, müsse aber vermieden werden.

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