Küsterhaus-Sanierung

Jetzt kann es richtig losgehen

Der Bauantrag für die Küsterhaus-Sanierung in Daverden liegt vor: Im September sollen in einem ersten großen Schritt Decke und Dach komplett erneuert werden – es wird höchste Zeit.
18.07.2017, 17:46
Lesedauer: 3 Min
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Jetzt kann es richtig losgehen
Von Marius Merle
Jetzt kann es richtig losgehen

Treiben die Planungen weiter voran: Gerold Höpken (links), Theda Henken und Manfred Knake auf dem Dachboden, wo bald zum Glück nichts mehr so aussehen wird wie bisher.

Björn Hake

Wer sich das Daverdener Küsterhaus in seinem aktuellen Zustand noch einmal ansehen möchte, der hat dazu nun nur noch ein paar Wochen Zeit. Denn der Bauantrag für die vom Verein für Kultur und Geschichte Daverden geplante umfangreiche Sanierung des Gebäudes wurde kürzlich erteilt. „Ein paar Auflagen hat es gegeben, etwa bei den Brandschutzbedingungen“, erklärt die Vereinsvorsitzende Theda Henken, wieso es zu leichten zeitlichen Verzögerungen gekommen war. Doch im September soll es nun losgehen: Das im Jahr 1733 erbaute Gebäude, welches 1910 letztmals renoviert worden war, bekommt die dringend benötigte Frischekur.

Wie überfällig diese ist, wird dort am besten deutlich, wo auch mit den Arbeiten begonnen werden soll: auf dem Dachboden. Denn als erster großer Schritt der Sanierung werden die Decke und das Dach komplett erneuert. „Es ist erstaunlich, dass das alles überhaupt so lange gehalten hat“, sagt Henken mit Blick auf teils verfaulte Holzbalken oder Spalte zwischen den Dachpfannen, durch die es auch mal durchregnen kann. Bis die Dachdecker und Zimmerer im September anrücken können, sind im Vorfeld noch Vorarbeiten nötig. „Alles muss raus“, formuliert es Vereinsmitglied Gerold Höpken, der die Bauleitung unterstützt. So werde man die Deckenbalken komplett frei legen, um an die Lehmwickel zu gelangen und zu entfernen, die vor mehr als hundert Jahren beim Umbau zur Isolierung in der Decke untergebracht wurden. „20 Tonnen Lehmwickel sind es insgesamt schätzungsweise“, sagt Höpken. Damit die Arbeiten nachher überhaupt wieder auf der Decke gehen können, werden die Bretter zunächst lose auf die Deckenbalken gelegt.

Der Zimmereibetrieb entfernt nach dem Dach auch die Deckenbalken. „Dann steht von dem Gebäude zwischenzeitlich nur noch ein Mauerwerk“, blickt Henken voraus. Allerdings müsse sich an diesen trostlosen Anblick niemand gewöhnen. Denn noch im gleichen Monat soll das Küsterhaus auch direkt ein neues Dach bekommen. Damit ist äußerlich ein großer Schritt getan, doch auch drinnen wird in der Folge viel zu tun sein. Innenwände sollen teilweise herausgerissen werden, um einen rund 60 Quadratmeter großen Veranstaltungsraum zu gewinnen.

Zudem werden unter anderem eine Treppe eingebaut, die Heizungs- und Sanitäranlagen komplett überarbeitet, Wände gestrichen und neue Fenster eingesetzt. Auch das kleine Nebengebäude bekommt eine Grundsanierung. „Im Frühjahr nächsten Jahres soll alles fertig sein“, hofft Höpken. Der diesjährige Weihnachtsmarkt rund ums Küsterhaus soll übrigens, trotz noch nicht abgeschlossener Arbeiten, in jedem Falle stattfinden.

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Satte 250 000 Euro werden die Sanierungsarbeiten am Küsterhaus nach den Planungen des Vereins für Kultur und Geschichte Daverden betragen. Der Verein hatte das Gebäude im Oktober des Jahres 2016 für 25 Jahre von der Kirchengemeinde gepachtet, um daraus eine kulturelle Begegnungsstätte für öffentliche Veranstaltungen sowie für Vereinsaktivitäten zu machen. Ermöglicht wird die Sanierung durch einen Zuschuss von 80 000 Euro durch den Flecken Langwedel, Eigenleistungen in einem Wert von 30 000 Euro und vor allem der enormen Spendenbereitschaft, durch die die benötigten 140 000 Euro an Eigenmittel zusammengekommen sind.

Ein unglaublicher Betrag, wofür sich der Verein bei allen Spendern – darunter auch sehr viele Privatpersonen – bedankt. Erst kürzlich hatte etwa die Volksbank Aller-Weser 3000 Euro zur Verfügung gestellt. Der Verein ist in den Zeiten der Planungen für die Küsterhaus-Sanierung selbst auch stark gewachsen. Waren es 2012 noch etwa 30 Mitglieder, konnte nun erst das 200. Mitglied begrüßt werden.

„Der Spendenfluss darf aber jetzt nicht abreißen“, betont Kassenwart Manfred Knake. Denn schließlich habe man bei allem mit dem Einfachsten gerechnet und es wäre ja schön, etwa bei der Ausstattung nachher auch eine Auswahlmöglichkeit zu haben. „Außerdem sind wir vor bösen Überraschungen nicht gefeit“, merkt Gerold Höpken an, dass die Kosten schnell ansteigen könnten. Böse Überraschungen – die sind bei dem Erfolgsprojekt „Sanierung Küsterhaus“ bisher zum Glück ausgeblieben.

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