Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe

Jugendarbeit im Umbruch

Ohne festen Raum müssen die Sozialarbeiter von SoFa seit gut einem Jahr an den Achimer Schulen Angebote für Jugendliche etablieren. Das hat im vergangene Jahr mal mehr und mal weniger gut funktioniert.
13.02.2020, 16:50
Lesedauer: 2 Min
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Jugendarbeit im Umbruch
Von Elina Hoepken
Jugendarbeit im Umbruch

Mit ihrem Bus "Carmeleon" fahren die Sozialarbeiter von SoFa in die Achimer Stadtteile, in denen es aktuell noch keine Angebote für die Jugendarbeit gibt.

Sebi Berens

Es hat Tradition, dass der Verein Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (SoFa) einmal im Jahr im Rahmen einer öffentlichen Sitzung der Achimer Politik und Verwaltung einen Überblick über das vergangene Jahr gibt – mit einer Auflistung der einzelnen Angebote der Jugendarbeit und deren Inhalte. In diesem Jahr jedoch sollte das etwas anders laufen. 2019 wurde zwischen der Stadt und dem Verein nämlich eine neue Vereinbarung getroffen, bei der auch unterschiedliche Qualitätsmanagement-Elemente neu eingeführt wurden. Dazu gehört unter anderem, dass im Rahmen der Sitzung nicht mehr kurz alle Angebote, sondern mindestens zwei Schwerpunkte der Leistungen ausführlich präsentiert werden sollen – inklusive der Frage, ob die gesteckten Ziele erreicht werden konnten und falls nicht, woran dies lag.

Neben der geschlechterspezifischen Arbeit des Vereins gehörte zu den Schwerpunkten in der jüngsten Sozialausschusssitzung vor allem das Thema Campus – also die Jugendarbeit an den Schulen. „Das ist ein schwieriges Feld“, gab Jan-Henning Göttsche, Jugendsozialarbeiter bei SoFa, zu. „Die Campus-Arbeit ist auch für uns Neuland und ist ein Prozess, der sich vermutlich noch einige Zeit hinziehen wird.“ Erschwerend komme dabei hinzu, dass die SoFa-Mitarbeiter für ihre Jugendarbeit aktuell nach wie vor keinen festen Raum zur Verfügung haben.

Wünsche ausgelotet

Es galt nun zunächst, bei den rund 3500 Schülern an den sechs Schulen bekannt zu werden und sich als eigenes Angebot neben der Schule zu etablieren. „Dazu waren wir im Frühjahr vergangenen Jahres mit dem Campus-Labor an allen Schulen“, berichtete Göttsche. Hierbei ging es darum, auszuloten, welche Angebote bei den Schülern gut ankommen und welche Projekte man gemeinsam umsetzen kann. Aus diesem Testballon heraus seien dann ein Graffiti-Projekt am Cato-Gymnasium und der Bau eines Pizzaofens an der Astrid-Lindgren-Schule umgesetzt worden. „Es war toll zu sehen, mit wie viel Begeisterung die Kinder hier dabei waren“, sagte Göttsche.

Weniger gut angenommen wurde indes im Sommer der Versuch, mit einigen Paletten-Möbeln auf dem Gelände hinter der Realschule einen offenen Raum für die Jugendarbeit zu schaffen. „Es hat sich gezeigt, dass die Jugendlichen nach Schulschluss fluchtartig das Gelände verlassen haben“, resümierte Göttsche.

Politik will messbaren Erfolg

Trotz dieser deutlichen Worte ging einigen Ausschussmitgliedern die Auswertung von SoFa nicht weit genug. „Es gibt ja einen Vertrag zwischen der Stadt Achim und SoFa und darin wurden auch Ziele vereinbart“, sagte etwa Wolfgang Mindermann (parteilos). Anhand der kurzen Präsentation lasse sich jedoch nicht erkennen, ob diese Ziele tatsächlich erreicht wurden. Auch Paul Brandt (SPD) monierte, dass der Schwerpunkt des Jahresberichts mehr auf der Frage liegen sollte, was bei der Arbeit erreicht wurde.

Achim Franz, pädagogischer Leiter bei SoFa, hielt jedoch dagegen. Ziel sei die Integration der geschlechterspezifischen Arbeit und die Etablierung des Campus gewesen, sagte er. Der Erfolg der Sozialarbeit sei generell schwer zu messen. „Es ist schwierig beispielsweise in einer Tabelle darzustellen, wie die Jugendarbeit wirkt.“ Die Politiker seien allerdings jederzeit eingeladen, sich bei den Aktionen selbst ein Bild zu machen und mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus einigten sich Politik und SoFa-Vertreter, bei einem weiteren Treffen den präsentierten Bericht noch zu vertiefen.

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