Raum für Jugendarbeit in Achim fehlt

Bürger-Vorschlag fällt im Rathaus durch

Um die offene Jugendarbeit in Achim anbieten zu können, fehlt ein Raum. Der Bürger-Idee, das frühere Falkenheim dafür zu nutzen, erteilte die Verwaltung eine Absage. Der Sozialausschuss behandelt nun das Thema.
14.05.2020, 16:02
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Bürger-Vorschlag fällt im Rathaus durch
Von Kai Purschke
Bürger-Vorschlag fällt im Rathaus durch

Das ehemalige Falkenheim, das mittlerweile als Villa Kunterbunt bekannt ist, liegt an der Breslauer Straße. Laut Stadtverwaltung ist es für eine professionelle Kinder- und Jugendarbeit nicht geeignet und zudem stark sanierungsbedürftig.

Björn Hake

Aus dem Bürgerbeteiligungsverfahren „achim dialog“ heraus war, wie berichtet, der Vorschlag entstanden, das frühere Falkenheim an der Breslauer Straße – als Villa Kunterbunt bekannt – für die offene Jugendarbeit zu nutzen. Ex-Ratsherr Axel Eggers hatte dies über die Online-Plattform beantragt, da das Gebäude seiner Meinung nach für Jugendarbeit geeignet sei, es in unmittelbarer Nähe zum Schulcampus liege und bestenfalls eine Renovierung notwendig sei. Die Stadtverwaltung aber ist vom Gegenteil überzeugt: „Die Villa Kunterbunt ist nicht geeignet für professionelle Kinder- und Jugendarbeit. Das Haus ist stark sanierungsbedürftig. Der bauliche Zustand und die Ausstattung entsprechen dem Stand der 1980er-Jahre.“

Nun sollen am 25. Mai (18 Uhr) in öffentlicher Sitzung im Rathaus die Mitglieder des Sozialausschusses über eine mögliche Nutzung für die Jugendarbeit befinden. Bis Ende 2019 wurde die Villa Kunterbunt, die sich direkt neben dem Pfadfinderheim befindet, vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) für Jugendarbeit genutzt und auch der Achimer Ferienspaß fand dort statt. Aber: „Die Jugendvilla stand und steht allen pädagogischen Fachkräften der Achimer Kinder- und Jugendarbeit zur Nutzung zur Verfügung. Aus den genannten Gründen haben die Fachkräfte davon bisher wenig Gebrauch gemacht“, betont die Verwaltung.

Während Eggers in seinem Bürgerantrag von einem „mit 50 Quadratmetern relativ großen Gruppenraum“ spricht, ordnet die Stadtverwaltung ihn so ein, dass er „aufgrund seiner Größe nur wenige Besucher aufnehmen“ könne. Wie es aus dem Rathaus heißt, komme im Gebäude „sowohl bei den Pädagogen als auch bei den Jugendlichen keine Atmosphäre auf, in der man sich wohlfühlt“. Eine positive Atmosphäre sei für eine erfolgreiche offene Jugendarbeit aber unerlässlich.

Und während Eggers unterstreicht, dass das Haus „nur knappe 200 Meter“ vom Eingang zur IGS entfernt liege, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung: „Die fußläufige Nähe zum Gebäude der IGS wirkt auf den ersten Blick kurz. Für erfolgreiche offene Jugendarbeit ist eine unmittelbare Präsenz auf dem Schulgelände unerlässlich.“

Wie berichtet, gilt seit 2019 ein neues Konzept für die Kinder- und Jugendarbeit in Achim. Dieses sieht vor, dass der damit beauftrage Verein SoFa 20 Prozent seiner Leistungen direkt auf dem Campus erbringen soll – jedoch gibt es bisher keinen Raum dafür. Frühestens in zwei Jahren ist mit einem zu rechnen, so lange müssen Angebote etwa unter freiem Himmel in direkter Nähe zu den Schulen oder in den Schulgebäuden selbst stattfinden. Eggers führt an, dass daher „circa 20 Prozent der außerschulischen Jugendarbeit in Achim mehr oder weniger ersatzlos entfallen“.

Diesbezüglich räumt die Stadtverwaltung ein, dass „die aktuelle Situation eine andere ist, als sie zunächst geplant war“. So sei sie schon bei der Erstellung des Konzepts „Jugend und Bildung in Achim“ von einer früheren Fertigstellung der Räume für die offene Jugendarbeit auf dem Campus ausgegangen. Das sei aber nicht geschehen und dieser Umstand bedeute „in vielerlei Hinsicht Abstriche von den Prinzipien und Methoden der Jugendarbeit machen zu müssen und teils vom Bildungspartner Schule abhängig zu sein“.

Denn während bei der offenen Jugendarbeit die Jugendlichen selbstbestimmt die Sozialpädagogen und deren Freizeitangebot aufsuchen, haben nun die Sofa-Mitarbeiter die Jugendlichen direkt an den Schulen kontaktiert. Die Verwaltung hält daher fest: „Offene Angebote konnten aufgrund der nicht vorhandenen Jugendräume nicht erfolgreich angeboten werden.“

Voraussichtlich bis zur Fertigstellung der Jugendräume auf dem Campusgelände im Sommer 2022 wird in der Achimer Jugendarbeit laut Verwaltung der Schwerpunkt auf die Durchführung von Angeboten mit Workshop- und Sport-Charakter gelegt.

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