Ungünstige Witterungsverhältnisse und Hochwasser sorgen für Ertragsausfälle bei den Bauern Kartoffeln sind rar im Landkreis Verden

Die Kartoffelvorräte vom Vorjahr sind aufgebraucht, und Nachschub kommt nur schleppend auf dem Markt. Dieser Mangel führt nach Angaben von Kartoffelbauern und Händlern über kurz oder lang zu Auswirkungen auf den Preis. Für die extreme Knappheit seien zahlreiche witterungsbedingte Faktoren verantwortlich.
08.07.2013, 05:00
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Kartoffeln sind rar im Landkreis Verden
Von Marius Merle

Die Kartoffelvorräte vom Vorjahr sind aufgebraucht, und Nachschub kommt nur schleppend auf dem Markt. Dieser Mangel führt nach Angaben von Kartoffelbauern und Händlern über kurz oder lang zu Auswirkungen auf den Preis. Für die extreme Knappheit seien zahlreiche witterungsbedingte Faktoren verantwortlich.

Landkreis Verden. Als "einmalig" und "extrem" bezeichnet Kartoffelbauer Ehler Eichstädt in Kirchlinteln die aktuelle Situation der Kartoffelernte im Landkreis. Derzeit gäbe es so wenig Kartoffeln auf dem Markt wie lange nicht mehr, und dadurch steige der Preis automatisch an. Eine Vielzahl von Faktoren spielten für diese Entwicklung eine Rolle. "Durch das kalte und nasse Frühjahr konnten wir erst sehr spät pflanzen und liegen daher rund vier Wochen hinter dem eigentlichen Zeitplan", berichtet Eichstädt. Als endlich gepflanzt werden konnte, hätten viele weitere Niederschläge für neue Probleme gesorgt. "Starke Regenfälle waren verantwortlich für eine Stickstoffverlagerung in die Tiefe des Bodens, die die Wurzeln der Kartoffelpflanze nicht mehr erreichen", erklärt Jan Weber von der Landwirtschaftskammer Verden. Doch eben diesen Stickstoff benötigten die Pflanzen, um zu gedeihen. "Der Bestand auf dem Acker ist ungleichmäßig", klagt Eichstädt. Daher sei die Kartoffelernte nicht nur zu spät dran, sondern auch lückenhaft, was den Ertrag noch zusätzlich geringer ausfallen lasse.

"Die Knappheit an Kartoffeln in Deutschland kommt natürlich auch durch das Hochwasser", ergänzt Weber. Viele Felder, besonders in Bayern, seien komplett überflutet und der Ertragsausfall wirke sich auf die Lage im gesamten Bundesgebiet aus. Eichstädt erklärt, dass bei solchen Engpässen normalerweise vermehrt Kartoffeln aus südeuropäischen Ländern wie Portugal, Spanien oder Zypern auf den deutschen Markt kämen, aber auch die seien bereits vergriffen. In ganz Europa habe die Witterung zu Ausfällen und späten Bepflanzungen geführt.

Keine Prognose

Auf dem Verdener Wochenmarkt war von steigenden Kartoffelpreisen allerdings noch nichts zu spüren. "Wir verkaufen derzeit zum Normalpreis", sagte Gemüsehändlerin Kirstin Ahlers, die für die Firma Arndt und Holste auf dem Markt arbeitet. Zustimmung bekam sie von einem anderen Händler auf dem Wochenmarkt, der ebenfalls Kartoffeln anbietet und sagt, dass auch seine Ware momentan nicht teurer verkauft würde als in den Jahren zuvor.

Dass es insgesamt weniger Kartoffeln gäbe, bestätigt jedoch auch Ahlers und geht deshalb davon aus, dass sich der Engpass noch auf den Preis auswirken werde. Sie kann sich gut vorstellen, dass letztlich die Ertragsausfälle über den Preis kompensiert werden.

Wie lange der Kartoffel-Mangel andauere, sei derzeit noch unklar, sagte Bauer Eichstädt. Auch Ahlers will sich in der Frage nicht festlegen, die Händlerin gibt auch keine Prognose ab, wie gravierend sich die momentane Situation auf das Jahresgeschäft auswirken wird. "Noch ist nicht abzusehen, wie viel weniger Kartoffeln es insgesamt in dieser Erntesaison geben wird".

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