Kasch Achim

Auftritt vor Publikum

Die Corona-Lockerungen machen es möglich: Im Kasch Achim ist nun wieder ein Auftritt vor Publikum möglich. Zu Gast ist Schauspieler Benedikt Vermeer.
23.06.2020, 17:16
Lesedauer: 3 Min
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Auftritt vor Publikum
Von Jürgen Juschkat

Unter dem Titel „Liebe, Tod und Teufel" wird der Schauspieler Benedikt Vermeer vom Literaturtheater aus dem Bremer Ostertor die neuen Möglichkeiten nutzen, die sich dem Achimer Kasch durch die aktuellen Lockerungen in Corona-Zeiten bieten. Vorgesehen ist, dass er am Freitag, 3. Juli, um 20 Uhr im Kulturhaus vor Publikum auftritt, was unter Auflagen nun erstmals wieder zugelassen ist.

Was wäre wenn... sich Heine, Tucholsky, Kästner, Ringelnatz, Morgenstern, Busch, Roth und viele andere zu uns Menschen und zur heutigen Weltlage äußern würden...? Diese Frage stellt Vermeer auf seiner Homepage www.literaturkeller-bremen.de. Zeitlose Texte unter anderem über Männer, Frauen, Liebe und Arbeit sollen Anfang Juli im Kasch frei rezitiert werden. Das Publikum will der Schauspieler, der in Achim kein Unbekannter ist, mit einbeziehen. Silke Thomas vom Kasch kennt das Programm als Zuschauerin und urteilt: „Das ist spannend und abwechslungsreich.“

Im eigenen kleinen Theater im Ostertor, das regulär nur 20 Plätze zählt – sie reduzieren sich zu Corona-Zeiten auf ein Minimum – würde eine Aufführung kaum Sinn machen. Im Achimer Kasch hingegen bestehen durch die Größe des blauen Saales andere Möglichkeiten. Hier geht Silke Thomas von 35 Personen und sogar von 40 aus, wenn Familien kommen würden. Die Abstandsregeln – und natürlich auch die Hygiene-Vorschriften – müssen eben eingehalten werden, hieß es am Dienstag auf einer Pressekonferenz, bei der auf die Regeln und künftige Projekte hingewiesen wurde.

Denn so einfach ist der Besuch der Veranstaltung nicht. Es muss sich angemeldet und eine Eintrittskarte vorher reserviert werden. Dazu haben die Interessenten auf der Kasch-Homepage auf den Reiter Veranstaltungen zu klicken und dann unten auf den Reservierungslink. Der Eintritt kostet 15 Euro. „Wir brauchen Adressdaten“, weist Thomas auf Bedingungen hin.

Der Veranstalter wird die Plätze mit Abstand und Namensschildern versehen. „Die Einschränkungen werden wohl bis Ende des Jahres dauern. Den Stuhlplan müssen wir jedes Mal neu anlegen“, befürchtet Silke Thomas. So auch für eine zweite Veranstaltung mit Vermeer, die für Freitag, 17. Juli, um 20 Uhr geplant ist und ebenfalls eine Stunde dauern soll.

Zuletzt hatten Veranstaltungen im Kasch ohne Publikum auf den Rängen stattgefunden. Lediglich über Kasch-TV konnte zum Beispiel Konzerte mit zwei Mal drei Bands verfolgt werden. „Diese TV-Möglichkeit besteht auch weiterhin“, erklärt dazu Dennis Meinken, der dazu zusätzliche Veranstaltungen am 11. beziehungsweise 18. Juli plant.

Grundsätzlich sind im Kasch nach den aktuellen Lockerungen wieder Treffen und Versammlungen möglich. Darauf weist Thomas hin. „Gewählte durften sich schon vorher unter Einhaltung der Corona-Auflagen treffen“, sagt sie. So findet am Donnerstag im Saal eine Ratssitzung statt (wir berichteten). Jede Raumnutzung muss einzeln abgeklärt werden. Deshalb bittet das Kasch auch um telefonische Anmeldung. Thomas: „Es ist ein eingeschränkter Betrieb nach den Bedürfnissen der einzelnen Gruppen.“

Eine weitere Einschränkung für Veranstaltungen und die Raumnutzung besteht aber: Vom 18. Juli bis 9. August ist unwiderruflich Sommerpause. Wenn Events für die andere Zeit angeboten werden sollen, stoßen die Ideen im Kasch auf offene Ohren. Dort ist man nämlich flexibel.

Für Ende August – vom 28. bis 30. des Monats – ist ein Wochenend-Festival mit Kultur und Livemusik, welches im Gefängnis-Garten – also auf der Wiese bei der ehemaligen Haftanstalt – stattfinden soll, grob geplant. Die Erlaubnis dafür liegt bereits vor, offen sind aber das „Wie“ und das „Was“. Auch das Finanzielle und die Beschaffung einer Bühne sind noch nicht abschließend geklärt.

Die Macher des Kasch hoffen, dass sie ab September das geplante Programm durchziehen können. Kommunales Kino, Konzerte und Kabarett sind vorgesehen – jedoch mit weniger Besucherplätzen. „Aber kein Tanz“, sagt Dennis Meinken. Silke Thomas hofft, dass das alles zu wuppen ist.

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