SPD-Neujahrsempfang

Kinderarmut messbar bekämpfen

Beim Neujahrsempfang der Achimer SPD hat sich Generalsekretär Lars Klingbeil kämpferisch gezeigt und betont, dass seine Partei Entscheidungen treffen und regieren wolle. Zudem soll Kinderarmut bekämpft werden.
13.01.2019, 17:15
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Von Gisela Enders
Kinderarmut messbar bekämpfen

Dörte Liebetruth, Generalsekretär Lars Klingbeil und Wilfried Hirschmann (von links) standen auf der Gästeliste.

Björn Hake

Als besondere Gäste bezeichnete Wilfried Hirschmann alle diejenigen, die am Sonntagvormittag der Einladung der Achimer SPD zum Neujahrsempfang im Kulturhaus Alter Schützenhof gefolgt waren. „Besonders deshalb, weil Sie mit Ihrem Erscheinen Sympathie für diese Partei bekunden in einer Zeit, in der man uns im Land nicht mehr so mag." Der Rückblick auf das alte Jahr ließe sich nicht abgrenzen von den Vorhaben für die Zukunft, fuhr der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins fort, „letztendlich kommt es darauf an, welche Handschrift wir insgesamt hinterlassen“.

Die Entwicklung des Lieken-Geländes bezeichnete Hirschmann als Mammutprogramm, mit dessen bisherigem Fortschritt sowohl Bürger als auch Investoren zufrieden sein dürften. Natürlich könne er auch andere Positionen nachvollziehen, freue sich jedoch darüber, dass hier mit Hilfe von Bund und Land zum Wohle der Bürger gearbeitet werde. Auch „Achim West“ sei auf einem guten Weg – so wie die Pläne zur Ansiedlung von Amazon in Uesen. „Wir brauchen die Möglichkeit, weitere Arbeitsplätze entstehen zu lassen, sowohl im qualifizierten als auch im minderqualifizierten Bereich, weiß der SPD-Politiker.

Ungeschicktes Taktieren in der Koalition

Als nicht so erfolgreich sah er die Bemühungen, in diesem Jahr eine ausreichende Anzahl von Kita-Plätzen zur Verfügung stellen zu können. „Trotz des vorhandenen Rechtsanspruchs kann 69 Kindern aktuell keine Betreuung gewährt werden." Auf Bundesebene beklagte Hirschmann zudem, dass die Arbeit der Sozialdemokraten in der Koalition durch ungeschicktes Taktieren allzu oft negativ rüberkomme.

Bevor der stellvertretende Landrat Helmut Prossner seine Überlegungen zum Jahreswechsel darlegte, verlas Rainer Aukamp, stellvertretender Bürgermeister, eine Grußbotschaft des Verwaltungschefs. Es gäbe so viele Wunder auf der Welt, gab Rainer Ditzfeld zu bedenken und beschrieb Riechen, Fühlen, Sehen und die Zeit für Liebe als ebenso bedeutsam wie die großen Wunder der Antike. Nicht die Anzahl unserer Atemzüge sei wichtig, sondern Augenblicke, die uns den Atem raubten.

Helmut Prossner sah sich in der Pflicht, die Grüße des Kreisrates und des Landtages zu übermitteln. Als positives Beispiel erfolgreicher Arbeit bezeichnete er die Fertigstellung der Rettungswache Nord und als politischen Dauerbrenner die finanziellen Schwierigkeiten der Kliniken in Achim und Verden. Die Erweiterung des Gymnasiums am Markt stehe noch an so wie die Inbetriebnahme der Waldschule an der Steuben-Allee. Mit einem Dank an ehrenamtlich Tätige begann Dörte Liebetruth, Mitglied des Landtags, ihre Ausführungen und stellte dabei drei wesentliche Punkte in den Fokus.

Klingbeil will Sachfragen angehen

Zum einen seien das die Abschaffung der Kita-Gebühren und des Schulgeldes für angehende Erzieherinnen, zum anderen die Schaffung eines barrierefreien Zugangs zum Achimer Amtsgericht. Darüber hinaus sei die Lösung der Uesener Verkehrsprobleme vorrangig wie auch die Sanierung so manchen Radweges entlang der Landesstraßen.

Hochmotiviert und voller Schwung trat Lars Klingbeil als Hauptredner vor sein Publikum. Man könne verkörpern, wie schwierig die Lage sei, sagte der Bundestagsabgeordnete, oder aber es als etwas Besonderes empfinden, die SPD in der Gegenwart zu führen. In der Kommunalpolitik und aus der Zeit unter Gerhard Schröder habe er gelernt, Entscheidungen zu treffen. Im Gegensatz zu Christian Lindner, der sich mit dem Ausstieg seiner Partei den bequemsten Weg ausgesucht habe, wolle er Sachfragen angehen, wolle regieren. „Wir leben in rechtsstabilen Verhältnissen, lasst uns das Land nicht schlechtreden.“

Mit Blick auf die USA, auf China, die Türkei, Ungarn und Polen kenne er keinen Ort, an dem zurzeit mehr gehe, forderte Klingbeil seine Zuhörer auf, daran mitzuwirken, „dass es in Zukunft noch besser wird“. Auch die Themen Zusammenhalt und Toleranz beschäftigten ihn, die messbare Beseitigung von Kinderarmut und die Gefühle derer, die sich abgehängt fühlten und ohne Hoffnung sind. „Zudem müssen wir daran mitwirken, dass Europa nicht in die rechte Ecke kippt." Der Empfang wurde umrahmt vom Shanty-Chor Bremen-Mahndorf, gespendet wurde zugunsten eines Terre-des-Hommes-Projektes.

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