Olive Company in Achim

Klein aber fein

Ihre Wurzeln haben Nikolaos und Konstantinos Seitanidis in Griechenland, mittlerweile leben sie in Achim. Aus ihrer Liebe zur traditionellen griechischen Küche haben sie nun ein Geschäftsmodell entwickelt.
22.10.2018, 17:08
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Von Gisela Enders
Klein aber fein

Konstantinos Seitanidis hat mit der "Olive Company" seit einigen Monaten auch einen Stand auf dem Achimer Wochenmarkt.

Heinzen

Sortenreines Öl und Oliven in bester Qualität: Die Produktpalette, die über die „Olive Company“ vermarktet wird, ist klein aber fein. Vor vier Jahren gründeten Konstantinos Seitanidis und sein Bruder Nikolaos in Achim das familiengeführte Unternehmen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, sich von anderen abzuheben – Produkte zu importieren, die zwar schon verfügbar sind, aber durch umsichtige Herstellung und Verarbeitung besondere Standards erfüllen. Behutsam erweitern die Brüder den Radius und ihr Sortiment und sind immer darauf bedacht, ihren Kundenkreis zufriedenzustellen.

Dem Ruf deutscher Unternehmen folgend, gehörten die Eltern der beiden zur ersten Generation von Gastarbeitern hierzulande. Würzburg, später Schweinfurt, wurden der Familie zur zweiten Heimat; eines der ersten griechischen Restaurants entstand unter ihrer Führung. „Nur für die Dauer des Militärdienstes bin ich zurück nach Griechenland gegangen“, berichtet Konstantinos Seitanidis von Kindheit und Jugend im Süden Deutschlands.

Leidenschaft zur griechischen Küche

Nach ein paar Umzügen in Achim gelandet, suchten die Brüder nach einem Standbein, das zum einen ihren Unterhalt sichern, zum anderen jedoch auch ihren persönlichen Neigungen entgegenkommen sollte. „Obwohl wir seit Jahrzehnten in Deutschland leben, konnten wir uns Liebe und Leidenschaft zur griechischen Kultur und zur traditionellen Küche erhalten“, sagt Konstantinos Seitanidis. So habe sich ganz langsam die Idee entwickelt, mit Menschen und Betrieben zum Beispiel auf Kreta und auf den Peloponnes zusammenzuarbeiten und deren in Handarbeit entstehenden Erzeugnisse hier anzubieten. „Werte wie Menschlichkeit, Fairness und Nachhaltigkeit sind dabei ausdrücklicher Bestandteil unserer Firmenphilosophie", betont Seitanidis.

Lange vor der Firmengründung begannen die Brüder, vertrauenswürdig erscheinende kleine Betriebe in Augenschein zu nehmen. Einer Reise folgte die nächste. Fast zwei Jahre habe man gebraucht, um letztendlich zu erkennen, wo von der Ernte bis zur Ölpressung im Einklang mit der Natur gearbeitet werde. Nach zahlreichen Gesprächen mit Bauern vor Ort habe sich dann herauskristallisiert, dass gut und günstig nicht zusammenpassen, hervorragende Qualität auch ihren Preis haben muss, berichten die beiden Brüder.

Bei der Ernte dabei

Fest, fruchtig und knackig kommen etwa die Oliven aus Chalkidike daher. Gefüllt sind die unter südlicher Sonne gereiften und erst bei Bedarf per Hand verarbeiteten Oliven wahlweise mit Knoblauch, Mandeln und roter Paprika. „Wir haben unseren Bestand immer im Blick, können daher abschätzen, wann Nachschub bestellt werden muss", sagt Seitanidis. Der Transport der Ware erfolgt dann per Lkw. „Bestelle ich 20 Kartons, sind die in etwa zehn Tagen hier“, gewährt Seitanidis Einblick in die Beschaffung der Produkte. Darüber hinaus lasse er es sich nicht nehmen, bei der Ernte dabei zu sein und beispielsweise den Weg des Öls vom Baum bis in die Flasche mitzuerleben. Ein Ritual, auf das er nicht verzichten möchte.

Im Laufe der nächsten Zeit soll das Sortiment der Olive Company schrittweise erweitert werden. Einen Premium-Ouzo könne man sich vorstellen, ist aus der Geschäftsführung zu hören, und auch über den Import hochwertiger Gewürze aus dem Taygetos-Gebirge habe man nachgedacht. Zu haben sind all die Leckereien in ausgewählten Geschäften und auf verschiedenen Wochenmärkten. „Achim und Verden sind natürlich dabei, auch der Domshof und der Findorffmarkt in Bremen werden regelmäßig beschickt."

Die Hände in den Schoß zu legen und gar nichts zu tun, gelingt dem 41-Jährigen nur selten. Dankbar für den wachsenden Erfolg fühlt er sich zudem verpflichtet, Gutes zu tun. „Pro verkaufter Flasche Öl legen wir einen Euro zur Seite und unterstützen gerne dort, wo Hilfe gebraucht wird", sagt er. In diesem Jahr sei mit dem Geld beispielsweise das Tierheim in Verden bedacht worden, weitere Projekte seien in Planung.

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