Ökostrom in der Grundschule Bassen Kleine Lichtchefs sorgen für Ordnung

Oyten-Bassen. 'Wir sind eine klimafreundliche Schule', sagt Ralph Spill. Seit September 2009 ist die These, die der Lehrer aufstellt, als Leitsatz Nummer 12 im Schulprogramm der Grundschule Bassen fest verankert. Als einzige Schule im gesamten Kreisgebiet schwört die Bassener Einrichtung wegen ihrer Prinzipien seit rund einem halben Jahr auf Ökostrom.
31.01.2010, 17:02
Lesedauer: 2 Min
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Kleine Lichtchefs sorgen für Ordnung
Von Lars Köppler

Oyten-Bassen. 'Wir sind eine klimafreundliche Schule', sagt Ralph Spill. Seit September 2009 ist die These, die der Lehrer aufstellt, als Leitsatz Nummer 12 im Schulprogramm der Grundschule Bassen fest verankert. Als einzige Schule im gesamten Kreisgebiet schwört die Bassener Einrichtung wegen ihrer Prinzipien seit rund einem halben Jahr auf Ökostrom.

EWE-Naturwatt heißt der neue Tarif, der seit Juni für Strom in dem Gebäude sorgt. 'Er wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien hergestellt. Bei seiner Produktion wird kein klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt', erklärt der Pädagoge. Der Nachteil - rund 250 Euro Mehrkosten im Jahr - soll durch Energieeinsparungen aufgefangen werden. Spill: 'An unserer Schule spielt Umweltbildung eine wichtige Rolle. Dazu zählt auch das Wissen um den Klimawandel und dessen Ursachen.'

Viele Einsparpotentiale

Und weil Umweltproblematiken und klimafreundliches Verhalten so wichtige Themen an der Bassener Grundschule sind, hat das Lehrerkollegium einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zusammengestellt. Dabei sollen so viele Einsparpotenziale wie möglich genutzt werden.

Nach dem Unterricht sorgen beispielsweise zum Lichtchef ernannte Schüler dafür, dass das Licht in den Räumen ausgeschaltet ist, um Strom zu sparen. 'Wir achten aber auch auf Stoßlüftung, fahren ungenutzte Computer runter, schließen in den kalten Jahreszeiten immer die Außentüren und benutzen Thermostatventile', zählt Ralph Spill auf.

Mülltrennung und Fahrgemeinschaften erzeugen zudem positive Effekte im Konzept der klimafreundlichen Grundschule. Die Idee, auf Ökostrom umzusteigen, sei aus einer Klima-AG entstanden, so der Klassenlehrer einer vierten Klasse weiter. Im regen Austausch mit einigen Elternteilen habe man sich dazu entschlossen, diesen Weg zu gehen. Um das Arbeitsvorhaben zum Leitsatz kurzfristig in das Schulprogramm zu integrieren, zählt das Thema Wärme/Energie mittlerweile zum Pflichtfach für die Drittklässler. Ebenso wie regelmäßiger Anschauungsunterricht - zum Beispiel bei Häusern mit Solaranlagen.

Um das Projekt Ökostrom auf den Weg zu bringen, war allerdings auch Geduld nötig. 'Für die Gemeinde war das Neuland', erinnert sich Ralph Spill, der seit 1992 in Bassen unterrichtet, an einen regen Schriftwechsel. Doch Beharrlichkeit und das gute Konzept hätten schließlich überzeugt. Die Umstellung auf den Naturstrom soll aber noch nicht der letzte Schritt für die Bassener Grundschule gewesen sein. Langfristig ist der Kauf einer Klimakiste mit Messgeräten und Experimentierkästen zur Ermittlung des Strom- und Kohlendioxidverbrauchs geplant. Auch Wasserspartasten auf den Toiletten und eine Solaranlage zur Stromerzeugung sind angedacht.

Zudem wollen die Bassener Lehrkräfte in absehbarer Zeit auf einen Anbieter umsteigen, der ausschließlich auf regenerative Energien zur Stromversorgung setzt.

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