Drei Tage Livemusik

Von Achimern für Achimer

Auf der Wiese des Amtsgerichts in Achim steigen vom 28. bis 30. August die „Knasttöne“: Auf einer Bühne stehen diverse - regionale - Musiker. Das Kasch veranstaltet die Konzerte jeweils als einzelne Blöcke.
14.08.2020, 16:05
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Achimern für Achimer
Von Kai Purschke
Von Achimern für Achimer

Liane Wiesner von der Bürgerstiftung sowie Dennis Meinken und Silke Thomas (von links) vom Kasch inspizieren die Wiese.

Björn Hake

Die Achimer Liebhaber von Livemusik mussten in diesem Sommer Corona-bedingt Verzicht üben: Die Fachausstellung, das Stadtfest und das Gartenkulturmusikfestival sind abgesagt worden. „Die Achimer lechzen danach“, ist sich das Kasch-Team sicher und hat daher recht kurzfristig eine dreitägige Open-Air-Veranstaltung auf die Beine gestellt. Die kommt unter dem Titel „Knasttöne“ daher und darf wegen der Corona-Verordnung offiziell kein Festival sein. Daher wird auf der Wiese des dem Kasch gegenüberliegenden Amtsgerichts von Freitag, 28. August, bis Sonntag, 30. August, auch nur eine Bühne stehen und die Auftritte der diversen zumeist regionalen Künstler können nur in Blöcken – als Einzelkonzerte – gebucht werden.

Block 1: Den Auftakt machen am Freitagabend ab 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr) der Achimer Singer/Songwriter Till Simon, der dieses Mal mit Bojana Tadic am Cello und Maxi Suhr an den Percussions spielen wird. Ab 20.30 Uhr treten auf der Bühne William von der Laan (Rapalje) und Marco Neumann (Off Limits) als Duo William & Marco auf. Sie haben sich wieder zusammengefunden, nachdem sie vor etlichen Jahren schon einmal gemeinsam Musik gemacht haben. Sie präsentieren einen Irish-Folk-Abend und haben am Donnerstag direkt spontan dem Kasch-Team zugesagt, nachdem die eigentlich fest eingeplante Gruppe ihre Zusage überraschend zurückgezogen hatte.

Block 2: Der Schmetterabend mal am Nachmittag: Seit nunmehr drei Jahren veranstaltet das Kasch das gemeinschaftliche Karaokesingen, das auf der Wiese des Amtsgerichts nun mit Unterstützung einer Liveband um Till Simon stattfinden wird. Am Sonnabend um 15 Uhr (Einlass ab 14 Uhr) geht es los, die Songtexte werden auf eine Leinwand projiziert. Sie stehen aber auch zum Abruf mit dem Smartphone im Internet bereit, „falls die Lichtverhältnisse ein Ablesen unmöglich machen“, wie Dennis Meinken und Silke Thomas vom Kasch anmerkten. Gesungen werden müsse im Sitzen, „wir werden aber niemanden umschubsen, den es vor Begeisterung aus dem Stuhl haut“, lässt das Kasch-Team wissen.

Block 3: Abwechslungsreich geht es am Sonnabend, 29. August, zu, an dem nacheinander gleich drei Acts auf der Bühne zu erleben sein werden. Dieser Veranstaltungsblock beginnt um 18.30 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr) mit dem Auftritt der Band Koala, zu der auch die beiden Brüder Marcel und Patrick Heym aus Achim gehören. Koala verbindet 80er Sounds mit 2000er Britpop und dem Vibe der 2010er Indie Bands und trägt laut Ankündigung das Herz auf der Zunge. Ab 19.45 Uhr gehört die Bühne dann Don Mendo, gegründet vom Bremer Gitarrenvirtuosen Tim Schikoré. Moderner Flamenco verschmilzt mit Fado, Jazz, Klassik, Música Latina und Weltmusik. Diese Genres werden in ihre Bestandteile zerlegt und zu einer neuen musikalischen Architektur zusammengefügt. Den Abschluss macht ab 21.15 Uhr das Duo Pure Invention, die in Achim bestens bekannte charismatische Zwei-Mann-Acoustic-Cover-Band aus dem Bremer Umland.

Block 4: Mit der Zauberkofferband geht es für die ganze Familie am Sonntag, 30. August, auf Weltreise. Diese beginnt um 11 Uhr (Einlass ab 10.30 Uhr) und beinhaltet ein Mitmachkonzert, das insbesondere die Kinder begeistere. Es wird – im Sitzen – im Rhythmus geklatscht und getrampelt. Die Musiker der Zauberkofferband erzählen von Ländern, in denen sie waren, begegnen Themen und Begriffen wie Freundschaft, Recht und Unrecht, Toleranz, Ausgrenzung und Nachsicht.

Block 5: Das Programm am Sonntagnachmittag startet um 15 Uhr, Einlass ist ab 14 Uhr. Schauspieler Benedikt Vermeer und Musiker Wolfgang Loock (Keyboard und Gesang) präsentieren ein humorvoll-romantisches Programm aus Gedichten und Songs von Tucholsky über Elton John zu Kästner, Erhardt und Busch bis zu Billy Joel. Ab 16.15 Uhr tritt dann das Streichquartett Northern Lights auf. Wenn die vier Musikerinnen ihre Bögen erheben, dann kommt laut Kasch am Ende kein Schubert oder Beethoven raus, sondern keltische Musik aus Irland, Schottland und der Bretagne. Den Schlusspunkt der dreitägigen „Knasttöne“ setzt ab 17.30 Uhr Frank Grischek, der seine „Borsini Superstar“ schultert und Musette, Tango, Klassik und Folk auf dem Akkordeon facettenreich, emotional und virtuos spielt.

Für die Besucher stehen Essens- und Getränkestände bereit und das Kasch-Team ist sehr froh darüber, dass es eine Veranstaltung „von Achimern für Achimer“ sei. Die ist übrigens nur möglich, weil die Bürgerstiftung Achim den Großteil des Sponsorings übernimmt und alle Künstler eher eine Aufwandsentschädigung als eine Gage bekämen.

Es gibt lediglich Sitzplätze und es gelten die Hygiene- und Abstandsregelungen zum Schutz vor dem Coronavirus. Auf dem Gelände ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung erforderlich. Nur am Sitzplatz dürfen Besucher die Maske abnehmen. Insbesondere an den Getränke- und Essensständen ist auf den Mindestabstand von 1,5 Metern zu achten. Sollte es so stark regnen, dass an eine Veranstaltung unter freiem Himmel nicht zu denken ist, werden die Konzerte in den Kasch-Saal verlegt, wo bis zu 80 Besucher Platz finden. „Wie wir das dann lösen, wenn es mehr Besucher sein sollten, wissen wir noch nicht, aber wir werden es lösen“, sagte Silke Thomas.


Ein Einzelticket pro Veranstaltungsblock kostet 14 Euro. Gruppen von acht Personen zahlen jeweils den Preis für sieben Besucher. Ein Ticket fürs Schmettern kostet acht Euro, fürs Familienkonzert fünf Euro. Dazu werden jeweils etwas teurere Soli-Karten angeboten, von denen der Aufpreis direkt ans Kasch geht. Karten gibt es unter www.kasch-achim.de.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+