Neues Familienzentrum in Achim

Kohle für die „Bunte Lok“

Gute Nachrichten wollen persönlich überbracht werden: Monika Scherf vom Amt für Regionale Landesentwicklung Lüneburg war mit ihrem Förderbescheid fürs neue Familienzentrum in Achim daher höchst willkommen.
17.06.2019, 17:34
Lesedauer: 3 Min
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Kohle für die „Bunte Lok“
Von Kai Purschke
Kohle für die „Bunte Lok“

Mit Bürgermeister Rainer Ditzfeld und der Stadtverwaltung freute sich auch die hiesige Landtagstagsabgeordnete Dörte Liebetruth über den Förderbescheid, den Monika Scherf (Mitte) für das neue Familienzentrum in der Nördlichen Innenstadt mitgebracht hatte.

Jonas Kako

Der Betreuungsbedarf ist bereits da und mit dem Umbau des Lieken-Areals zu einem Quartier mit Mischnutzung und unter anderem rund 180 geplanten Wohneinheiten ist sie absolut notwendig: die geplante Kindertagesstätte mit Familienzentrum, die „Bunte Lok“ heißen wird. Beides soll unmittelbar nördlich an die „Mobilitätsstation“ genannte Quartiersgarage gebaut werden und hätte so direkt einen baulichen Lärmschutz hin zum Bahnhof.

Die Stadtverwaltung hatte vor dem zunächst umstrittenen politischen Okay, Fördermittel fürs Sanierungsgebiet stärker als geplant in Anspruch zu nehmen, argumentiert, dass Achim auf diese Weise eine Kindertagesstätte gefördert bekomme, die man sowieso bauen müsse, sich aber nicht leisten könne. Die Kosten für den Neubau der Kita dürften sich auf über vier Millionen Euro belaufen, davon entfallen rund eine Million Euro aufs Familienzentrum. Zwei Drittel der Baukosten für die Kita muss die Stadt selbst aufbringen. Wie berichtet, sollen insgesamt neun Millionen Euro ins Quartier fließen, wobei drei Millionen Euro von Achim zu bezahlen sind.

Für den Part des Familienzentrums in der neuen Kita, der über zeitlich abgegrenzt nutzbare Räume für Begegnungen verfügen wird, hat die Stadt einen eigenen Förderantrag gestellt und nun war am Montagmittag mit Monika Scherf die Landesbeauftragte des Amtes für Regionale Landesentwicklung Lüneburg in Achim, um das Bewilligungsschreiben für den Investitionspakt für das Familienzentrum persönlich zu überreichen. Der Förderanteil aus dem Programm „Soziale Integration“ für das Familienzentrum beläuft sich auf 856 000 Euro, die eine 90-prozentige Förderung darstellen.

„Das ist ein vorbildliches Projekt. Das wird ein Sahnestück, da bin ich mir sicher“, sagte Monika Scherf in die Runde, ehe sie den Bewilligungsbescheid an Bürgermeister Rainer Ditzfeld überreichte, der ihn an Stadtplanerin und Sanierungsgebiet-Expertin Angelika Steinbach weitergab. „Solch eine Summe bekämen wir gerne für jedes Bauvorhaben“, scherzte Ditzfeld dabei. Beide sind sich wie Monika Scherf sicher, dass die geplanten Nachnutzungen der Lieken-Industriebrache für Achim maßgeschneidert sind. Denn mit (zum Teil sozial geförderten) Wohnungen, Büros, Ladeneinheiten und einem neuen Busbahnhof sowie der Kita werde das Quartier bestmöglich und zukunftsfähig genutzt.

Damit die Stadt Achim den Antrag auf Förderung fürs Familienzentrum rechtzeitig stellen konnte, musste sie die Standortfrage frühzeitig geklärt haben. Das auserkorene Areal zwischen Mobilitätsstation und Wohnbebauung ist nicht perfekt, aber ausreichend für Kita samt Familienzentrum. Der Neubau wird rund 1200 Quadratmeter Grundfläche belegen, das Außengelände ist ebenso groß. Die neue Kindertagesstätte soll Platz für fünf Gruppen – zwei Krippengruppen und drei Kindergruppen – bieten und wird daher in einem zweigeschossigen Neubau geplant. Als Sahnehäubchen auf dem von Monika Scherf erwähnten „Sahnestück“ könnte die Kindertagesstätte, wie berichtet, einen zusätzlichen Außenspielbereich für die größeren Kinder auf dem Flachdach des ersten Geschosses bekommen.

Das geplante Familienzentrum ist das einzige Vorhaben im Landkreis Verden, das aus diesem Fördertopf Geld bekommt. Mit dem Bund-Länder-Förderprogramm wird das Ziel verfolgt, die Kommunen bei ihren Vorhaben zur Verbesserung der sozialen Integration und des sozialen Zusammenhalts im Quartier zu unterstützen.

Derzeit liegen der Bebauungsplan 66 „Lieken-Quartier“ und die 29. Flächennutzungsplanänderung im Parallelverfahren noch bis zum 11. Juli im Rathaus Achim, Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung (Zimmer 325), während der Öffnungszeiten zur allgemeinen Einsicht öffentlich aus. Die gesamten Unterlagen können auch unter der Adresse www.download.achim.de/B066-Auslegung.zip online heruntergeladen werden. Bürgern können Stellungnahmen während der Auslegungsfrist abgeben.

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