Werk-Kunst-Ausstellung

Kreatives für alle Sinne

Die Schau im Rathaus Verden überzeugt mit selbstgemachten Unikaten. Viele Besucher finden dort die ersten Weihnachtsgeschenke.
24.11.2019, 13:53
Lesedauer: 3 Min
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Von Antonia Blome
Kreatives für alle Sinne

Im Reich der Sinne: Johanna Hermann und Lynn Meyer verkaufen Seifen aus der Oterser Manufaktur von Astrid Grabe-Meyer.

Björn Hake

Die Werk-Kunst-Ausstellung im Rathaus Verden lockt seit über 30 Jahren nicht nur Besucher aus der Reiterstadt an. Am Wochenende konnten Interessierte wieder handgefertigte Unikate bestaunen und erwerben.

Leidenschaftliche Künstler, begeisterte Besucher und ein einladendes Ambiente – das ist die Werk-Kunst-Ausstellung im Verdener Rathaus. Zur Adventsausgabe präsentierten nun 25 Aussteller ihre Handwerkskünste. Mit Silberschmuck, Naturseifen oder Pralinen überzeugte der Markt wieder mit einem vielfältigen und vor allem selbstgemachten Sortiment.

Die vier verantwortlichen Organisatorinnen achten bei der Auswahl der Aussteller besonders auf Qualität und Professionalität. „Fast alle besitzen ein eigenes Atelier und leben ihr Handwerk richtig“, erzählt Renate Bertram, die die Ausstellung zweimal jährlich gemeinsam mit ihren Kolleginnen organisiert.

Eine der zahlreichen Aussteller und Ausstellerinnen war Julia Hühne-Simon, die zum ersten Mal an dem Kunsthandwerkermarkt teilnahm. In ihrem Atelier in Kaltenkirchen, Schleswig-Holstein, entwirft Hühne-Simon Gebrauchskunst aus Wolle und Seide. Den Schwerpunkt legt sie dabei auf Schals und Stolen, aber auch Objekte wie kleine Taschen oder textiler Schmuck finden ihren Weg in ihre Kunst. „Meine Stücke fertige ich aus Schafschurwolle und Seide an“, erzählt die Künstlerin. Dabei bediene sie sich, wie sie sagt, der Nass- oder auch Nunofilztechnik. Die Anfertigung eines Schals nehme etwa zwei Tage in Anspruch.

Lieber Kunst als Biologie

Seit 20 Jahren übt sie ihre Leidenschaft als Hauptberuf aus. „Davor war ich Diplom-Biologin“, erinnert sie sich. Schon immer habe sie sich jedoch, wie sie berichtet, für künstlerische Arbeit und natürliche Materialien interessiert. Trotz der Leidenschaft für ihren Beruf erkennt Hühne-Simon aber auch die negativen Seiten ihrer Tätigkeit. „Es gibt immer wieder Phasen, wo es nicht so gut läuft“, weiß sie. Vor allem im Hochsommer habe sie Schwierigkeiten, ihre Schals an die Frau zu bringen. Das Leben als Künstler erfordere darüber hinaus ein hohes Maß an Eigeninitiative, denn man müsse viel Werbung für sich selbst machen.

Sonst stellt Hühne-Simon ihre Werkstücke vor allem im Norden, insbesondere in Hamburg aus. Im Jahr besucht sie bis zu zehn Kunsthandwerkerausstellungen. Von der Werk-Kunst-Ausstellung im Verdener Rathaus ist die 53-Jährige begeistert. „Das Ambiente und die Mitaussteller hier sind einfach toll“, schwärmt sie. Die ganz besondere Atmosphäre schindet nicht nur bei ihr Eindruck. Die gut sortierten, lichtdurchfluteten und warmen Ausstellungsräume des Rathauses stellen für zahlreiche Aussteller und Besucher den entscheidenden Unterschied zu anderen Kunsthandwerkermärkten dar. Insgesamt sei die Verdener Ausstellung im Rathaus für Hühne-Simon „eine der besten“, die sie besucht hat.

Seifen auf Grundlage eigener Rezepte

Nicht weit von ihrem Stand entfernt ließ allein der Duft ein ganz besonderes Angebot erahnen. Johanna Hermann hütete stellvertretend für ihre Mutter, Astrid Grabe-Meyer, deren Seifen-Stand. Meersalz, Lavendel, Lindenblüte – die Auswahl an handgefertigten Naturseifen lässt keine Wünsche offen. Dabei achte Grabe-Meyer vor allem darauf, dass ihre Produkte ökologisch, biologisch und vegan sind, erzählt ihre Tochter. In ihrer kleinen Werkstatt in Otersen fertigt Grabe-Meyer ihre Seifen auf Grundlage eigener Rezepte an.

Für die Künstlerin gebe es einen besonderen Reiz an ihrer Tätigkeit: „Meine Mutter möchte mit ihren Produkten möglichst viele Sinne ansprechen“, erzählt Hermann. „Das ist einfach ihre Leidenschaft.“ Im Rathaus habe sie die Seifen bereits oft ausgestellt, denn „das tolle Ambiente und die Vertrauensbasis mit den Organisatorinnen ziehen sie immer wieder zurück.“

Nicht zum ersten Mal ließ sich Elke Oppermann am Wochenende ins Verdener Rathaus locken. Sie ist eine treue und langjährige Besucherin der Ausstellung. Und das aus gutem Grund: „Die Stände hier sind einfach einzigartig“, schwärmt sie. Die Gelegenheit nutzte Oppermann und kümmerte sich bereits um die diesjährigen Weihnachtsgeschenke. Glaskugeln, Notizbücher und Holzstücke mit Intarsien schafften es, die Besucherin zu begeistern.

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