Unternehmen fehlt Personal

Kritik an Taxiversorgung in Achim

Bis zu einer Stunde müsse man abends in Achim auf ein Taxi warten, beklagt Ratsmitglied Larne Sprenger und fordert die Achimer Verwaltung auf, sich des Themas anzunehmen.
04.10.2019, 16:04
Lesedauer: 3 Min
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Kritik an Taxiversorgung in Achim
Von Elina Hoepken
Kritik an Taxiversorgung in Achim

In den Abend- oder Nachtstunden müssen die Achimer häufig lange auf ein Taxi warten.

INGO MOELLERS

Die Worte, die Ratsmitglied Larne Sprenger (parteilos) in seinem Antrag wählt, sind deutlich: Nach 22 Uhr sei es in Achim kaum noch möglich, ein Taxi mit adäquater Wartezeit zu bekommen, schreibt er da. Die Konsequenz: Viele Achimer unterließen abends den Besuch der Innenstadtlokalitäten, weil sie wüssten, dass sie anschließend mit einem Taxi ohnehin nicht rechtzeitig nach Hause kommen würden. „Wartezeiten von bis zu einer Stunde oder länger seien normal, wenn überhaupt ein Taxi-Unternehmen ans Telefon gehe“, berichtet Sprenger aus Gesprächen mit einigen Bürgern.

Mit dieser Kritik will er jedoch ausdrücklich nicht die Taxiunternehmen und deren Fahrer selbst angreifen. Im Gegenteil: Er lobt sie in seinem Antrag für ihren Einsatz. „Sie sind freundlich, gut gelaunt, hilfsbereit und machen ihren Job höchst professionell.“ Dennoch ist für ihn auch klar: Es muss etwas getan werden – und zwar von der Stadt und dem Landkreis Verden in Zusammenarbeit mit den örtlichen Taxiunternehmen.

Fehlendes Personal

„Da es in Achim einen überhaupt sehr schlechten innenstädtischen ÖPNV gibt, der zu den oben genannten Zeiten überhaupt nicht fährt, sind die Taxen die einzige Beförderungsmöglichkeit“, schreibt Sprenger. „Ich beantrage, dass die Stadt Achim die Taxi-Situation im Achim erkennt und im Dialog mit Taxi-Unternehmen, Wirten, Fahrern und der Aufsichtsbehörde im Landkreis Lösungen findet, um die Wartezeiten drastisch zu senken. Hinzu kommt eine gemeinsame Anwerbungspolitik, um mehr Fahrerinnen und Fahrer zu finden.“ Aus Sicht der Taxi-Unternehmen liegt das Problem laut Sprenger nämlich hauptsächlich am fehlenden Personal.

Die Zuständigkeit für den Taxenverkehr liegt laut Verwaltung beim Landkreis Verden, die Erteilung der Lizenzen richtet sich dabei nach der Einwohnerzahl der Kommune. Und, so viel stellt die Verwaltung klar: „In der Stadt Achim wurden ausreichend Taxen für den Taxenverkehr genehmigt.“

Dass die Situation insbesondere in den Abend- und Nachtstunden in der Weserstadt dennoch schwierig ist, bestreitet auch die Achimer Verwaltung nicht. Einfluss auf die Zahl der Taxifahrer könne und wolle sie jedoch nicht nehmen. „Die Auswahl von Personal obliegt ausschließlich den Unternehmen“, teilt die Stadt mit. Die Verfügbarkeit von Taxen in den Nachtstunden sei überdies nach Angaben der Taxenunternehmer aufgrund der geringen Nachfrage nicht rentabel.

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Zudem weist die Verwaltung auch darauf hin, dass bisher schon einige Dinge angeschoben wurden, um den Taxenverkehr in der Stadt zu verbessern. So seien etwa im Innenstadtbereich schon vor längerer Zeit Taxistände an den Straßen Am Marktplatz, Alter Markt, Bahnhof Achim und am Ärztezentrum an der Meislahnstraße eingerichtet worden. „Die Belegung und Nutzung der Taxenstände liegt in der Verantwortung der Unternehmen“, schreibt die Verwaltung. Darüber hinaus habe die Stadt das Befahren der Fußgängerzone im Innenstadtbereich für Bring- und Holdienste des Taxiverkehrs freigegeben. Dies sei insbesondere wichtig für Senioren und mobilitätseingeschränkte Personen.

„Der Landkreis Verden und die Stadt Achim sind um die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs und alternativen Angeboten zur Mobilitätssteigerung auch ohne eigenen Pkw bemüht“, heißt es von der Verwaltung. Zu diesen Alternativangeboten zählten unter anderem die Taktverdichtung der Buslinie 740, der Bürgerbus und die Aufsplittung der Buslinie zum Bremer Weserpark statt zum Hauptbahnhof. „Richtig ist, dass in den Nachtstunden und an den Wochentagen kein Bus-Linienverkehr angeboten wird“, gibt die Verwaltung zu. Hier könne jedoch auch der Schienenverkehr zwischen den Bahnhöfen Achim und Baden genutzt werden.

Thema in politischer Sitzung

Darüber hinaus habe man ergänzend zum öffentlichen Nahverkehr im Innenstadtbereich bereits im März dieses Jahres mit zwei Fahrzeugen den Car-Sharing-Betrieb aufgenommen. „Der Ausbau weiterer Car-Sharing-Angebote mit Standorten am Bahnhof und in Achim-Bierden ist zurzeit in der Planung“, kündigt die Stadt an.

In der kommenden Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag, 22. Oktober, steht das Thema auch auf der Tagesordnung. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Ratssaal.

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