Achimer Kasch

Kultur kommt nach Hause

Um den Menschen auch in der Zeit, in der das Kasch geschlossen hat, ein wenig Kultur bieten zu können, startet die Einrichtung am Pfingstwochenende mit einem Livestream-Festival mit sechs verschiedenen Bands.
25.05.2020, 16:29
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Kultur kommt nach Hause
Von Elina Hoepken
Kultur kommt nach Hause

Dennis Meinken und Luca Tietje vom Kasch (hinten von links) haben zusammen mit dem Achimer Musiker Till Simon das Konzept für das Livestream-Festival auf die Beine gestellt. Finanziell unterstützt wurden sie dabei von der Kreissparkasse und der Bürgerstiftung.

Björn Hake

Mindestens bis zum Ende der Sommerferien am 26. August bleibt das Achimer Kasch geschlossen und die ursprünglich geplanten Konzerte und Veranstaltungen müssen abgesagt werden. Das kulturelle Leben ist durch das Coronavirus zum Stillstand gekommen. Doch ganz verzichten müssen die Achimer ab sofort nun doch nicht mehr auf kulturelle Höhepunkte. Denn das Kasch-Team hat sich zusammen mit Künstlern aus der Region und der Unterstützung einiger Ehrenamtlicher ein neues Format überlegt, mit dem es die Kultur zu den Menschen nach Hause bringen will. Es trägt den Namen Kasch-TV und startet am kommenden Pfingstwochenende mit einem kleinen Musikfestival.

Sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag treten jeweils drei Bands aus der Region im Kasch auf und die Konzerte werden per Livestream zu den Leuten nach Hause gebracht. „Wir wollten aber mehr als nur Videos von den Konzerten streamen“, sagt Musiker Till Simon, der das Konzept mit auf die Beine gestellt hat und am Sonnabend auch auf der Bühne stehen wird. Aus diesem Grund wird es zusätzlich zu den Konzerten im Backstage-Bereich auch immer kleine Interviews mit den Künstlern geben – alles natürlich live. „Auf diese Weise können wir die Umbauzeit auf der Bühne überbrücken und gleichzeitig erfahren die Zuhörer ein bisschen mehr über die Musiker, deren Musik sie danach hören werden“, erklärt Simon, der die Interviews führen wird. „Wir wollen den Abend künstlerisch so gestalten, dass etwas Besonderes dabei rauskommt.“

Sechs Bands an zwei Abenden

Am Sonnabend, 30. Mai, werden ab 19 Uhr neben Till Simon auch das Don Mendo Trio und die Rockband We are Riot zu hören sein. Am Sonntag, 31. Mai, stehen dann der Bremer Liedermacher Marno Howald, die Indierock-Band Koala und die vierköpfige Pop-Rock-Band Meilentaucher auf der Bühne. Jede Band spielt etwa eine halbe Stunde.

Ursprünglich hatte Till Simon gemeinsam mit einigen anderen Künstlern aus der Region mit dem Gedanken gespielt, ein Benefiz-Konzert für das Kasch zu spielen, wenn dies wieder möglich ist. „Gemeinsam haben wir dann aber überlegt, dass es eigentlich schöner wäre, sofort etwas zu starten“, berichtet Dennis Meinken vom Kasch-Team. „Klar war aber auch allen Beteiligten: Wenn wir es machen, dann richtig.“ Und so wurde gemeinsam ein Konzept erarbeitet und nach Künstlern gesucht, die das Projekt unterstützen wollen. Denn die bekommen für ihren Auftritt keine Gage, sondern unterstützen nur das Kasch.

„Trotz der Tatsache, dass es natürlich auch den Künstlern in der aktuellen Situation in der Regel nicht so gut geht, war es überhaupt kein Problem, Unterstützer zu finden“, sagt Meinken. Sechs Bands habe er angesprochen und alle hätten gleich zugesagt. „Wenn man ein Konzert ohne Publikum gibt, fehlt natürlich für den Künstler ein wichtiges Interaktionsmoment. Daher brauchten wir Bands, die damit umgehen und für die Menschen vor den Bildschirmen die Spannung halten können“, erklärt Simon. Mit der jetzigen Auswahl sei er daher sehr zufrieden.

Format soll dauerhaft bleiben

Auch wenn die Idee mit dem Livestream-Festival aus der Not heraus geboren wurde, so soll das Format keinesfalls nur auf die Zeit der Kontaktsperre begrenzt sein. „Wir planen aktuell damit, alle zwei Wochen etwas Neues auf Kasch-TV zu streamen“, sagt Meinken. Das müssten dann nicht zwangsläufig immer nur Konzerte sein. „Die Vorbereitungen für das Format haben sehr viel Arbeit gemacht, daher wäre es fast schon fahrlässig, wenn man das Ganze nach Corona nicht noch weiterführt“, ist Simon überzeugt.

Das Kasch selbst erhofft sich vom dem neuen Format, das finanziell jeweils mit einer vierstelligen Summe von der Kreissparkasse Verden und der Achimer Bürgerstiftung unterstützt wird, natürlich auch noch einmal zusätzliche Spenden aus der Bevölkerung. Neben dem Spenden-Ticket, was Unterstützer, wie berichtet, schon seit einiger Zeit kaufen können und das es in sechs Preiskategorien gibt, besteht bei Kasch-TV auch die Möglichkeit, eine Spende in beliebiger Höhe zu hinterlassen. „All das ist aber natürlich freiwillig“, betont Meinken.


Das Livestream-Festival wird über die Onlineplattform Twitch übertragen. Zu finden ist der Kasch-TV-Kanal unter www.twitch.tv/kasch_tv/ oder auch auf der Internetseite des Kasch unter www.kasch-achim.de (Stichwort Veranstaltungen). Um sich die Konzerte anhören zu können, ist keine separate Anmeldung auf der Plattform notwendig.

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