Platt in den Schulen

Kulturgutpflege im Unterricht

Der Landkreis Verden will die plattdeutsche Sprache an den Schulen stärken und entsprechende Angebote besser fördern. An der Grundschule Uphusen gibt es beispielsweise schon seit acht Jahren Plattdeutsch-AGs.
18.02.2019, 16:20
Lesedauer: 2 Min
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Kulturgutpflege im Unterricht
Von Elina Hoepken
Kulturgutpflege im Unterricht

An einigen Schulen in der Region werden bereits Plattdeutsch-Angebote umgesetzt. Der Landkreis will nun diskutieren, wie man diese noch besser fördern kann.

Patrick Pleul/dpa

Das Plattdeutsche hat oft den Ruf, eine aussterbende Sprache zu sein. Für Katrin Hauptmann ist sie das allerdings mitnichten. Im Gegenteil: „Platt ist ein Kulturgut und das müssen wir pflegen“, macht die Lehrerin an der Grundschule Uphusen ganz deutlich. Und für die Pflege setzt sie sich auch an ihrer Schule seit mittlerweile rund acht Jahren ein – mit Plattdeutsch-AGs, einem plattdeutschen Lesewettbewerb und Theaterstücken auf Platt. Und dieses Engagement kommt bei den Schülern gut an. „Die AG wird von den Kindern sehr gut angewählt“, freut sich Hauptmann über den Erfolg.

Ende 2018 wurde die Grundschule Uphusen für ihr Engagement sogar vom Niedersächsischen Kultusministerium mit dem Titel „Plattdüütsche School“ ausgezeichnet – als einzige Schule im Landkreis Verden. Wie sich der Gebrauch der plattdeutschen Sprache an den Schulen im gesamten Landkreis stärken und für die Zukunft sichern lässt, dieser Frage soll nun auch ein „Regionales Forum Platt“ nachgehen, zu dem der Landkreis Verden in Kooperation mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde Interessierte einlädt. Am Mittwoch, 27. Februar, geben „Plattdeutsch-Experten“ ab 15.30 Uhr im Kreistagssaal des Verdener Kreishauses einen Überblick über die Situation der Regionalsprache in Kreis und Region. Im Anschluss soll diskutiert werden, wie das Plattdeutsche in den Schulen mit künftigen Aktivitäten oder Projekten gefördert werden kann.

Sprache mit hohem Stellenwert

An der Grundschule in Uphusen bietet Hauptmann mittlerweile eine Plattdeutsch-AG für Dritt- und Viertklässler und – weil die Nachfrage so groß war – zwei AGs für Zweitklässler an. „Es ist wirklich schön zu sehen, wie wissbegierig die Kinder sind und wie viel Spaß sie beim Erlernen der neuen Sprache haben“, sagt Hauptmann. Die Schule sei aus ihrer Sicht ein guter Ort, um dem Plattdeutschen wieder etwas mehr Bedeutung zu schenken. „Wenn wir die Sprache in der Schule thematisieren, dann ist das eine gute Chance, sie wieder etwas mehr ins alltägliche Leben zu holen“, glaubt die Lehrerin. Zudem vermittele man den Kindern, dass die Sprache einen hohen Stellenwert hat, obwohl sie in der Vergangenheit häufig verpönt war.

Aus diesem Grund hält es Hauptmann auch für wichtig, landkreisweit über Projekte zu sprechen, mit denen man das Plattdeutsche an den Schulen fördern kann. „Wir sind schließlich nicht die einzige Schule, die auf diesem Gebiet aktiv ist“, weiß die Lehrerin. Auch in Fischerhude, Oyten oder Bierden werde bereits viel zu diesem Thema gemacht. Und Hauptmann hat für die Förderung der plattdeutschen Sprache ganz klar nicht nur die Grundschulen im Blick. Das Thema sei auch für die weiterführenden Schulen interessant. „In einigen Berufen, wie beispielsweise den Pflegeberufen, ist es durchaus erwünscht, wenn die Bewerber Platt sprechen“, sagt Hauptmann. „Da kann man bei der Jobsuche also in jedem Fall punkten, wenn man die Sprache beherrscht.“

Forum mit Gastreferenten

Ziel des Regionalen Forums Plattdeutsch soll es nach Angaben des Landkreises sein, nach Wegen zu suchen, Schulen in der Region in ihren Bemühungen und Initiativen zu unterstützen, schon die jungen Menschen für diese Sprache zu gewinnen. Als Gastreferenten nehmen Plattdeutsch-Experten wie Reinhard Goltz vom Institut für Niederdeutsche Sprache Bremen, Heike Hiestermann von der Niedersächsischen Landesschulbehörde, Frauke Lange-Lork von der Grundschule Fischerhude, Hans-Eckhard Dannenberg vom Landschaftsverband Stade sowie Alexandra Schlenker vom Karl-Mahnke-Verlag teil. Moderiert wird die Veranstaltung von Hans-Hinrich Kahrs von der Niedersächsischen Schulbehörde. Interessierte können sich bis zum 22. Februar bei Jörg Heese unter der Telefonnummer 0 42 31 / 1 53 12 oder per E-Mail an joerg-heese@landkreisverden zu der Veranstaltung anmelden.

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