Volleyball 2. Bundesliga

Kurswechsel beim TV Baden

Der TV Baden beendet die Zusammenarbeit mit Trainer Fabio Bartolone. Für den Italiener übernimmt Werner Kernebeck die Mannschaft.
29.10.2019, 16:58
Lesedauer: 3 Min
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Kurswechsel beim TV Baden
Von Florian Cordes
Kurswechsel beim TV Baden

Fabio Bartolone hat beim TV Baden zur Saison 2018/2019 das Traineramt übernommen. Nun gibt er den Posten beim Zweitligisten wieder ab.

Björn Hake

Fabio Bartolone hat den TV Baden in der vergangenen Saison zu einem seiner größten Erfolge geführt: zum Klassenerhalt in der 2. Volleyball-Bundesliga. Nur allzu gerne hätte der Trainer dieses Kunststück mit dem Klub aus dem Weserort in dieser Spielzeit wiederholt. Doch dazu wird es nicht kommen: Der TV Baden hat sich am Montagabend von Fabio Bartolone getrennt. Für den Italiener übernimmt Werner Kernebeck das Kommando. Badens Manager Peter-Michael Sagajewski bezeichnet den Wechsel an der Seitenlinie im Gespräch mit unserer Zeitung als einen Kurswechsel.

Sport und Emotionen – diese beiden Begriffe sind fest miteinander verbunden. Und das zeigt sich nun auch wieder beim TV Baden. Sagajewski beteuerte, dass der Schritt, die Zusammenarbeit mit Fabio Bartolone zu beenden, für ihn ein äußerst schwieriger gewesen sei: „Solch eine Entscheidung ist niemals einfach.“ Bei Fabio Bartolone sei sie eine umso härtere. „Meine Wertschätzung gegenüber Fabio ist immens groß. Er ist ein toller Mensch. Und er hat uns im Klub über weite Strecken auch sehr gut getan“, sagt der Manager über den jetzigen Ex-Coach. „Wir haben ihn auch nicht entlassen, sondern haben uns im Guten getrennt.“

Mit Blick auf die Resultate, die Fabio Bartolone mit dem Zweitligisten eingefahren hat, kommt die Trennung überraschend daher. Der Italiener, der das Team zur Saison 2018/2019 übernommen hat, erfüllte nicht nur die Mission Klassenerhalt im ersten Zweitliga-Jahr des TV Baden, sondern legte mit dem Team auch nun einen ordentlichen Start in die zweite Serie im Unterhaus hin. Nach vier Spielen stehen die Badener mit vier Punkten auf Platz neun. Zuletzt gab es jedoch zwei deutliche 0:3-Niederlagen gegen die Topteams Moerser SC und CV Mitteldeutschland.

Laut Sagajewski sei nun aber die Zeit gekommen, etwas zu verändern – einen Kurswechsel einzuleiten, wie es der Manager nennt. „Es war nicht alles schlecht unter Fabio und er ist ja auch ein guter Trainer. Aber wir brauchen jetzt neue Impulse im Training. Wir müssen an unseren eigenen Stall denken. Ich würde sagen, dass wir als TV Baden nicht mehr zu Fabio gepasst haben. Daher ist ein Kurswechsel die richtige Methode“, sagt Sagajewski. „Der Blick geht bei uns jetzt nach vorne.“

Diesen neuen Kurs wollen die Badener mit einem Mann an der Seitenlinie einschlagen, der den Verein bestens kennt – Werner Kernebeck. Bis zum Ende der vergangenen Saison leitete er beim TV Baden II die Geschicke. Kernebeck führte die Reserve sogar fast in die Regionalliga: Nachdem das Team in der Oberliga die Vize-Meisterschaft gewonnen hatte, scheiterte Kernebeck aber mit seiner Mannschaft in der Relegation. Anschließend legte er sein Amt nieder. Der Grund: Er wollte sich darauf konzentrieren, sich zum A-Lizenz-Trainer ausbilden zu lassen. „Denn es ist schon mein Ziel, Volleyball im hochklassigen Bereich zu coachen“, sagt Kernebeck.

Dass er dieses Ziel jetzt so schnell erreicht hat, überraschte den künftigen Zweitliga-Coach. „Gerechnet habe ich damit überhaupt nicht, dass ich das Team übernehme.“ Nachdem Sagajewski ihn angesprochen habe, ob er sich vorstellen könne, die Aufgabe wahrzunehmen, habe er sich doch ein wenig überrumpelt gefühlt. Kernebeck: „Ich habe aber auch gesagt, dass ich nur dann zur Verfügung stehe, wenn die Mannschaft das auch wirklich will.“

Sie will. Am Mittwoch leitet Kernebeck seine erste Trainingseinheit, erstmals in einem Pflichtspiel ist er am 9. November dabei. Dann geht es für den TV Baden in den Osten. Dort spielen die Badener gegen den SV Lindow-Gransee, einen Tag später geht es weiter in die Bundeshauptstadt zum Duell gegen den VCO Berlin. „Diesen Doppelspieltag können wir super fürs Teambuilding nutzen. Werner hat dann sehr viel Zeit mit den Jungs zu reden“, erklärt Sagajewski. Der Manager und der neue Coach heben unisono hervor, dass es nun das Wichtigste sei, zunächst alles zusammenwachsen zu lassen. „Es wird daher sicher nicht von Nachteil sein, dass es keine allzu große Kennenlernphase geben wird“, sagt Werner Kernebeck, der den Großteil seines neuen Teams schon seit Längerem kennt.

Da erging es seinem Vorgänger im Sommer 2018 anders: Für Fabio Bartolone war der TV Baden damals fremd. Dass sich der Klub nun zu der Trennung entschieden hat, könne er nachvollziehen. Die Kommunikation habe zuletzt nicht immer zu hundert Prozent gestimmt, erklärt der Italiener auf Nachfrage. Doch auch er hebt hervor, dass der TVB und er im Guten auseinandergehen. „Es war eine sehr schöne Zeit. Aber im Sport ist es halt so, dass man sich auch mal trennt. Ich denke, dass es richtig ist, den Schritt jetzt zu gehen, bevor es zu spät ist“, sagt Bartolone, der weiterhin hofft und glaubt, dass der TVB den Klassenerhalt auch ohne ihn erreicht: „Denn ich übergebe die Mannschaft in einem guten Zustand.“

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