Sieben-Tage-Inzidenz unter 100

Ausgangssperre im Kreis Verden wird am Donnerstag aufgehoben

Seit dem 28. April liegt der Inzidenzwert im Landkreis Verden unter 100. Damit können zum Donnerstag die Beschränkungen der Bundes-Notbremse aufgehoben werden - inklusive der Ausgangssperre.
04.05.2021, 13:20
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Ausgangssperre im Kreis Verden wird am Donnerstag aufgehoben
Von Elina Hoepken
Ausgangssperre im Kreis Verden wird am Donnerstag aufgehoben

Ab Donnerstag können sich die Bürger im Landkreis Verden auch zwischen 22 und 5 Uhr wieder draußen aufhalten. Die Ausgangssperre ist dann aufgehoben.

Björn Hake

Seit gut einer Woche gelten für den Landkreis Verden die Regelungen der Bundes-Notbremse, die die Bundesregierung für Landkreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 beschlossen hatte. Am 24. April waren diese, wie berichtet, in Kraft getreten. Aufgrund der mittlerweile deutlich gesunkenen Inzidenzen im Landkreis können nun aber ab kommenden Donnerstag, 6. Mai, die Regelungen für das Kreisgebiet wieder aufgehoben werden. Darüber hat der Landkreis nun informiert. Damit entfällt die nächtliche Ausgangssperre und auch für Schulen und Geschäfte gelten entschärfte Regelungen.

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„Schon an den Fallzahlen im Laufe des Montags, die der Landkreis an das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet, ist abzulesen, dass der Landkreis auch am Dienstag unter einer Inzidenz von 100 bleiben wird“, erklärt Landrat Peter Bohlmann. Damit werde seit Mittwoch, 28. April, an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen die 7-Tage-Inzidenz von 100 unterschritten, sodass der Landkreis am Dienstag die geltende Allgemeinverfügung zur Notbremse mit Wirkung ab Donnerstag aufheben könne. Am Montag lag der vom RKI festgestellte Inzidenzwert für den Landkreis bei 74,4.

Wieder Präsenzunterricht

Damit wechseln ab Donnerstag die Schüler der weiterführenden und berufsbildenden Schulen vom Distanzunterricht wieder in den Wechselunterricht in Präsenz. Auch die Notbetreuung in den Kindertagesstätten wird aufgehoben und der eingeschränkte Betrieb gemäß der Niedersächsischen Corona-Verordnung aufgenommen. Gleichzeitig entfallen die Einschränkungen für den Betrieb der Großtagespflegstellen.

Im Einzelhandel bleibt weiterhin eine Terminvereinbarung vor dem Einkauf erforderlich. Mit dem Wegfall der Bundes-Notbremse erlischt jedoch die Corona-Testpflicht für Kunden vor dem Einkauf. Das gilt ebenso für den Friseurbesuch und in der Fußpflege. Geschäfte, die die Versorgung mit Lebensmitteln oder mit Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs sicherstellen, sind hiervon nicht betroffen. Auch die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr im Landkreis fällt damit weg.

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Hoffnung auf langfristigen Effekt

Im Kreishaus hofft man, dass diese positive Tendenz anhält und die Lockerungen von Dauer sein werden. „Wir hoffen sehr, dass das weitere Infektionsgeschehen nicht wieder zu einer erneuten Notbremse führt, die besonders für unsere Kinder in den Betreuungs- und Bildungseinrichtungen eine große Zumutung bedeutet“, sagt Bohlmann. Während die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegen muss, um die Regelungen der Notbremse aufzuheben, reicht schon drei Tage hintereinander ein Wert über 100, damit sie wieder greift. Durch die Änderung des Infektionsschutzgesetzes und die Einführung der Bundes-Notbremse hat der Landkreis nach Angaben von Bohlmann kaum mehr Einfluss auf die Ausgestaltung der für das gesamte Kreisgebiet geltenden Maßnahmen und Verschärfungen. „Bei drei Tagen mit einer Inzidenz von über 100 greift die Corona-Notbremse automatisch“, erklärt der Landrat. Differenzierte Einschätzungen und Interpretationen der Fallzahlen durch die örtliche Gesundheitsbehörde, beispielsweise hinsichtlich Fallkonzentrationen durch ein klar abgrenzbares Infektionsvorkommen in einzelnen Gemeinden oder Betrieben, seien nicht mehr möglich.

Um keine Rückkehr zu den Beschränkungen der Corona-Notbremse zu erreichen, sind laut Bohlmann alle gefordert, sich auf den hoffentlich letzten Metern der Krise diszipliniert und hinsichtlich der Kontakteinschränkungen einsichtig zu verhalten. Der Erfolg niedriger Infektionszahlen hänge mehr vom Verhalten des Einzelnen als von staatlichen Maßnahmen ab. Hoffnungen machten dem Landrat die zwischenzeitlich im Landkreis Verden erfolgten rund 40.000 Erst- und Zweitimpfungen gegen das Coronavirus. Dadurch sei das Infektions- und Ausbreitungsrisiko um ein Fünftel reduziert worden.

Info

Zur Sache

Dem Gesundheitsamt des Landkreises Verden wurden über das Wochenende positive Corona-Fälle aus einer Grundschule und einer Kita gemeldet. Betroffen sind zwei Schüler der Grundschule Achim-Uphusen und ein Kind im Evangelischen Kindergarten Ottersberg. Die betroffenen Lerngruppen wurden nach Angaben des Landkreises in Quarantäne geschickt. Insgesamt wurden dem Gesundheitsamt seit vergangenem Freitag 48 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit sind seit Beginn der Pandemie im Landkreis mittlerweile 3633 laborbestätigte Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Gleichzeitig sind inzwischen 3294 Personen wieder genesen und aus der häuslichen Quarantäne entlassen. Das sind 19 mehr als am vorherigen Freitag. 286 Personen im Landkreis sind aktuell infiziert. Es befinden sich weitere 467 Kontaktpersonen in Quarantäne. Acht Infizierte werden aktuell stationär behandelt. Die kumulative Inzidenz der letzten sieben Tage – bezogen auf 100.000 Einwohner – lag nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) am Montag bei 74,4.

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