Thedinghauser Kunsttage: Bei den Werken der Malerin Susann Hartmann spielt der Humor eine tragende Rolle Lebendige Bilder, die Geschichten erzählen

Thedinghausen. In zwei Tagen wird die Gemeinde Thedinghausen bei der 8. Auflage der Kunsttage wieder zu einer Hochburg verschiedener Ausdrucksformen der Kreativität.
18.06.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Lebendige Bilder, die Geschichten erzählen
Von Lars Köppler

In zwei Tagen wird die Gemeinde Thedinghausen bei der 8. Auflage der Kunsttage wieder zu einer Hochburg verschiedener Ausdrucksformen der Kreativität. In den vergangenen Wochen haben wir einige der Künstler, die an verschiedenen Orten in der Gemeinde ihre Werke präsentieren, vorgestellt. Im letzten Teil dieser Serie beschäftigen wir uns mit dem künstlerischen Wirken von Susann Hartmann, die in Thedinghausen ein Heimspiel hat.

Ein Rudel bedrohlich aussehender Hunde rennt aus dem Bild auf den Betrachter zu. Ein Hirsch in einem roten Meer wird von einem ihn überragenden Männerkopf angeschrien. Drei badende schwarze Frauen werden von einem im Wasser watenden korpulenten weißen Mann gemustert: Die Bilder von Susann Hartmann erzählen Geschichten, die von Heiterkeit und Bedrohung, aber auch von Komik und Schauder geprägt sind. Zur Malerei hat die 1958 in Brake geborene Susann Hartmann derweil erst über Umwege gefunden. In Göttingen ließ sich die heute 57-Jährige von 1984 bis 1987 zur Hebamme ausbilden. Mit einem Studium an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg, das sie von 2000 bis 2004 im Studiengang Freie Bildende Kunst absolvierte, wagte Hartmann endgültig den Sprung in die Kunstszene.

In Ottersberg studiert

Nach ihrer Debüt-Ausstellung mit dem Titel „Pausenschrei“ im Juni 2004 in Verden folgten bis heute etliche weitere Bilderschauen auf regionaler und überregionaler Bühne. Susann Hartmann, die in Thedinghausen lebt und ein Atelier in Bremen betreibt, präsentierte ihre Werke unter anderem im Frauenmuseum Bonn, im Lagerhaus Bremen sowie in Ateliers in Hamburg und Berlin. Regionale Auftritte hatte die Malerin in Worpswede, Fischerhude und Verden.

Flüssig und mit breitem, großzügigem Pinselstrich gemalt, greift Susann Hartmann in ihren Bildern alltägliche Missgeschicke und menschliche Unzulänglichkeiten auf. Sie stellt ihre Werke in einer überhöhten und heiteren Absurdität dar und erstellt so Bilderwelten, die dem Betrachter gleichzeitig bekannt und überraschend erscheinen. Wie bei ihren Objekten steht für die Künstlerin auch in ihrer Malerei der Humor im Mittelpunkt der Kreativität.

Titel wie „Um die Häuser ziehen“, „Gott ist böse“ oder „Baden gehen“ unterstützen die visuelle Doppeldeutigkeit der Bilder und erlauben dem Betrachter durch ihre befreiende Mehrdeutigkeit eigenständige Interpretationen. Und obwohl der Blick des Hundes, der auf einem der Bilder von Hartmann mit langer roter Zunge hinter den roten High Heels seiner auf langen Beinen vorauseilenden Herrin hertrottet, eher müde und traurig ist, bleibt es dabei: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“.

Weitere Informationen über Susann Hartmann und ihre Kunstwerke können Interessierte per E-Mail an Susann.Hartmann@online.de erhalten. Telefonisch ist die 57-Jährige unter der Rufnummer 0 42 04 / 25 60 66 erreichbar. Die Thedinghauser Kunsttage finden am kommenden Juni-Wochenende, 20. und 21. Juni, in der Gemeinde statt. Ausstellungsorte sind unter anderem der Erbhof, die Rathausscheune und der Baumpark. Das Rahmenprogramm wird am Sonnabend um 14 Uhr mit einer satirischen Führung durch Pago Balke eröffnet. Von der Rathausscheune geht es in Begleitung von Akkordeon-Musik zum Schloss Erbhof.

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