Leichtathletik Nele Prüser träumt von einem Wettkampf im Berliner Olympiastadion

Die vergangenen Jahre waren für Läuferin Nele Prüser von Erfolgen geprägt. Nach einer einjährigen Pause meldete sie sich aber im August zurück und freut sich nun auf die anstehenden Herausforderungen.
08.03.2021, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Dennis Glock

Einmal auf der blauen Laufbahn im Berliner Olympiastadion einen Wettkampf bestreiten – das ist der große Traum von Leichtathletin Nele Prüser. „Wenn ich daran denke, bekomme ich richtig Gänsehaut. Das möchte ich unbedingt erreichen“, schwärmt die Läuferin der LG Kreis Verden (LGKV). Damit dieser Traum irgendwann in Erfüllung geht, arbeitet sie aktuell sehr hart an ihrem Körper. Waldläufe und intensive Touren auf dem Rennrad stehen dafür mehrmals in der Woche auf dem Plan. Zu welcher Leistung sie fähig ist, hat sie in den vergangenen Jahren bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Denn schon in New York wusste die 18-Jährige bei zwei Halbmarathons zu überzeugen. An diese Zeiten will Prüser auch bei den kommenden Wettkämpfen anknüpfen. Denn nach wie vor behält sie ein großes Ziel stets im Hinterkopf: Berlin!

Das Laufen wurde Nele Prüser praktisch in die Wiege gelegt. Schon ihre Mutter Sonja ist während ihrer aktiven Zeit des Öfteren bei Leichtathletik-Wettkämpfen für die LGKV an den Start gegangen. Wie es der Zufall so wollte, machte Prüser junior ihre ersten Lauferfahrungen im zarten Alter von drei Jahren ausgerechnet bei einem Marathon. „Ich weiß noch ganz genau, wie mich meine Eltern kurz vor Beginn des Marathons in eine Sandkiste gesetzt haben. Nur wenige Meter daneben bereitete sich meine Mutter auf ihren Lauf vor. Dies fand ich natürlich viel interessanter und bin zu ihr gerannt“, erinnert sich die 18-Jährige zurück.

Im Jahr 2006 hatte Prüser dann ihren ersten Wettkampf und ist der Leichtathletik bis heute treu geblieben. Am Laufen gefällt ihr besonders, dass man sich mit harter Arbeit stetig verbessern kann. „Der Weg zum Ziel ist einfach das Besondere an dieser Sportart. Natürlich definieren sich viele durch irgendeine bestimmte Zeit. Darauf achte ich nicht so genau. Mir ist wichtig, dass ich mich weiterentwickle. Der Weg ist das Ziel“, sagt sie.

Seit dem vierten Lebensjahr hat sich Nele Prüser kontinuierlich verbessert. Jahr für Jahr geht sie für die LGKV in den verschiedensten Wettkämpfen in ganz Norddeutschland an den Start. Zu ihrer Paradedisziplin gehört die Strecke über 800 Meter. Hier versucht sie so oft wie möglich ihre Bestzeit von 2:18 Minuten, die sie im April 2017 bei der Verdener Bahneröffnung aufstellte, zu unterbieten. Bislang allerdings ohne Erfolg. „Ich mache mir da keinen Kopf. Irgendwann wird es passieren. Bis dahin trainiere ich fleißig weiter“, sagt Prüser.

Prägende Läufe in New York

In besonderer Erinnerung werden Nele Prüser die Erfahrungen rund um den Halbmarathon in New York City bleiben, an dem sie bereits zweimal teilgenommen hat. Die insgesamt 21,2 Kilometer lange Strecke, die im Prospect Park in Brooklyn startet, dann über die Manhattan Bridge nach Manhattan führt und an der Westside des Central Park endet, brachte sie im Oktober 2018 in einer Zeit von 1:41,56 Stunden hinter sich. Im darauffolgenden Jahr benötigte sie mit 1:36,27 Stunden knapp fünf Minuten weniger und wusste ihre Bestzeit gekonnt zu unterbieten. „Die Erfahrungen, die man dort mitnimmt, kann einem keiner mehr nehmen. Das war einfach unglaublich. Am liebsten würde ich bald an einem richtigen Marathon teilnehmen“, schwärmt Prüser.

Nach den Ereignissen in den Vereinigten Staaten ist es um Nele Prüser aber stiller geworden. Die Wettkämpfe fanden knapp ein Jahr ohne die talentierte Läuferin statt. Grund hierfür waren verschiedene Faktoren. Zum einen plagte sie sich über den Winter mit zahlreichen hartnäckigen Erkältungen herum, die das Sporttreiben unmöglich machten. Zum anderen nahm die Schule für die angehende Abiturientin mehr Zeit in Anspruch. „Eine Kontinuität war einfach nicht vorhanden. Ich habe dann einen Schlussstrich gezogen und ganz von neu angefangen. So hätte es nicht weitergehen können“, erzählt die junge Läuferin.

Beim Sommerfest des Hamburger SV im August vergangenen Jahres feierte Prüser dann ihr großes Comeback. Die Bedingungen stimmten, die Resultate auch: Für die 1500-Meter-Strecke benötigte Prüser 5:49,19 Minuten. Damit war sie zwar fast 60 Sekunden langsamer als bei ihrer im Jahr 2018 in Zeven aufgestellten Bestzeit von 4:53,72 Minuten, doch zufrieden war sie nach dem langersehnten Lauf trotzdem: „Es war schön, mal wieder zu laufen. Es hat mir gezeigt, dass es Sinn gemacht hat, die Grundlagen noch mal von neu zu trainieren.“

Ungewisse Monate vor der Brust

Aufgrund der Corona-Pandemie ist an Leichtathletik-Wettkämpfe derzeit nicht zu denken. Dies hindert Prüser aber nicht daran, sich weiter körperlich fit zu halten. Mit sechs bis sieben Trainingseinheiten pro Woche versucht sie ihre Form zu halten. Abstand vom Abiturstress bekommt sie außerdem beim Schwimmen. Doch auf das kühle Nass muss sie allerdings coronabedingt aktuell verzichten. Auf die Zeit nach Corona freut sich die junge Leichtathletin daher umso mehr.

Nachdem der Halbmarathon in Hannover, der für Anfang Januar angedacht war, abgesagt wurde, hofft Prüser nun, dass der Wiener Herbstmarathon Ende Oktober plangemäß ausgetragen werden kann. Bis dahin muss sie aber noch einiges an Grundlagen trainieren und wieder zu einem gewissen Tempo finden, sagt sie. Langfristig gesehen hat sie nämlich ein ganz klares Ziel vor Augen: Einmal an einen Wettkampf im voll besetzten Berliner Olympiastadion teilnehmen. „Das stelle ich mir richtig cool vor. Ich hoffe, dass dieser Traum irgendwann in Erfüllung gehen wird“, schwärmt Prüser.

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