Planungsgruppe stellt ihre Überlegungen für die Gestaltung der Integrierten Gesamtschule Achim vor

Lernen im Klassenverbund und Noten erst für Achtklässler

Achim. Sie kommt, die Integrierte Gesamtschule Achim – das steht nach langem Hin und Her fest. Wie soll sie aber aufgestellt sein, was macht sie zukünftig aus? Hierzu hat Kerstin Albes-Bielenberg beim jüngsten Schulausschuss jede Menge Antworten gehabt.
25.01.2017, 00:00
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Von Tina Hayessen

Achim. Sie kommt, die Integrierte Gesamtschule Achim – das steht nach langem Hin und Her fest. Wie soll sie aber aufgestellt sein, was macht sie zukünftig aus? Hierzu hat Kerstin Albes-Bielenberg beim jüngsten Schulausschuss jede Menge Antworten gehabt. Die Pädagogin von der IGS in Osterholz-Scharmbeck leitet die Planungsgruppe der hiesigen IGS. Am 3. August dieses Jahres geht der Schulbetrieb bereits los.

Man habe sich für zwei Fremdsprachen entschieden, die man an der IGS in Wahlpflichtkursen belegen kann, verriet Albes-Bielenberg – und zwar Französisch und Spanisch. Mittagessen an der Schule soll an drei Tagen verpflichtend sein, voraussichtlich dienstags, mittwochs und donnerstags. Das gemeinsame Mahl sei schließlich auch von pädagogischem Wert: „Man lernt, was gesundes Essen ausmacht.“ Auch die Schüler, betonte Albes-Bielenberg, sollen ein Mitspracherecht beim Mittagsplan bekommen und dem Kochteam Rückmeldung geben, was schmeckt und was nicht. Andererseits sollen die Schüler, etwa im Projektunterricht, in der Küche erfahren, wie dort das Essen zubereitet wird.

An den drei langen Nachmittagen gibt es sowohl Fachunterricht als auch lockerere Arbeitsgemeinschaften, das heißt zum Beispiel Sportkurse und Kreativangebote. Die Schulbibliothek, versicherte die Pädagogin, solle auf jeden Fall bleiben. Was dafür verschwindet, sind die Noten – zumindest für die jüngeren Schüler. Laut Plänen der Gruppe bekommen erst die Achtklässler klassische Zeugnisnoten. Die jüngeren Kinder erhalten stattdessen zum Ende des Schuljahrs einen Kompetenzpass. „Hier werden alle Aspekte beurteilt, das ist viel aussagekräftiger als eine Note“, warb Albes-Bielenberg für die schriftliche Bewertung. Parallel würden die Kinder auch Bewertungen sowohl für sich selbst als auch für ihre Lehrer formulieren. Benotung mal andersherum also.

Auch ungewöhnlich für Menschen, deren Schulzeit einige Jahrzehnte her ist: Es soll Klassenlehrerteams geben. Im Idealfall sollen ein Mann und eine Frau eine Klasse begleiten, also immer zu zweit arbeiten. An dem Modell des Klassenverbands wolle man festhalten, sagte Albes-Bielenberg. Bis zur siebten Klasse würden die Kinder komplett gemeinsam unterrichtet, danach differenziere man in einigen Kernfächern in zwei Stufen. Je nachdem, ob die Kinder schneller oder langsamer lernen, besuchen sie dann einen A- oder einen B-Kurs. Die genaue Zahl dieser Fächer stehe noch nicht fest, aber beispielsweise in Englisch sei eine Trennung „erfahrungsgemäß sinnvoll“. Nicht nur, weil die stärkeren Schüler so schneller vorankommen, sondern auch, weil den schwächeren Englischsprechern mehr Raum bleibt, um im Unterricht zu glänzen. Albes-Bielenberg und ihre Planungsgruppe wünschen sich außerdem einen gemeinsamen Wochenstart aller Schüler, bei dem etwa besondere Arbeiten der Kinder vorgestellt werden.

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