Nahversorgung in Etelsen Letzter Rewe-Tag in Etelsen

Aus wirtschaftlichen Gründen schließt an diesem Sonnabend der Rewe-Supermarkt in Etelsen. Den Platz füllt ab Mitte Juli der Discounter Penny. Andere Versorger vor Ort sind derweil zufrieden.
16.06.2018, 08:44
Lesedauer: 2 Min
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Letzter Rewe-Tag in Etelsen
Von Marius Merle

Langwedel-Etelsen. Die guten Nachrichten hielten sich für die Etelser in jüngster Zeit eher in Grenzen. Die Volksbank etwa hat angekündigt, ihre Filiale in dem Langwedeler Ortsteil zum 30. September dichtzumachen. Mit der Fußballmannschaft des TSV Etelsen ist nach vielen Jahren eines der sportlichen Aushängeschilder aus der Landesliga abgestiegen. Und der Lebensmittelmarkt Rewe, der große Nahversorger in Etelsen, schließt an diesem Sonnabend seinen Standort, weil dieser nicht mehr wirtschaftlich genug sei. Ein Vorhaben, das nach dem Bekanntwerden für sehr viel Aufregung gesorgt hatte (wir berichteten). Ortsbürgermeisterin Irmtraut Kutscher hatte sich mit einem offenen Brief an die Rewe-Group gewandt und ihr Unverständnis über die Planungen zum Ausdruck gebracht. Daraufhin hatte es auch einen Gesprächstermin gegeben, von ihrem Vorhaben rückte die Rewe-Group aber nicht mehr ab.

Immerhin zieht in den dann ab Sonntag ehemaligen Rewe-Markt der Discounter Penny (ebenfalls Rewe-Group) ein. Doch ein gleichwertiger Ersatz sei das nicht, wie auch Kutscher betont haben will. So gebe es bei dem Discounter etwa deutlich weniger regionale Produkte. Wenn die Rewe-Group nun in einer Mitteilung schreibt, dass durch "diesen Konzeptwechsel auf Penny die Nahversorgung mit frischen Lebensmitteln auch in Zukunft im Ortsteil Etelsen gesichert ist", dann ist das für viele Bürger dort wohl nur die halbe Wahrheit. Zumal die Etelser zeitgleich miterleben müssen, wie das Angebot am Standort Langwedel weiter wächst – erst vor einer Woche hatte der Rossmann-Drogeriemarkt dort direkt neben Edeka und Aldi Eröffnung gefeiert. Und diese Entwicklung trotzt der Tatsache, dass Etelsen der mit Abstand bevölkerungsstärkste Langwedeler Ortsteil ist.

Bis das Trostpflaster Penny dort indes überhaupt genutzt werden kann, ist auch noch etwas Geduld gefragt. Denn für etwas mehr als einen Monat wird es nun erst einmal gar keinen Nahversorger in Etelsen geben. Der neue Penny-Markt an der Bremer Straße wird erst am 19. Juli eröffnen, wie das Unternehmen nun bekannt gegeben hat. Dann soll die Filiale mit einer Verkaufsfläche von rund 800 Quadratmetern montags bis sonnabends von 7 bis 22 Uhr geöffnet sein.

Während die Rewe-Group die wirtschaftlichen Gegebenheiten in Etelsen als nicht mehr ausreichend angesehen hat, um den Supermarkt weiter zu betreiben, ist man in anderen Läden weitaus zufriedener mit den laufenden Geschäften. "Wir können uns überhaupt nicht beklagen. Wir fühlen uns dort super wohl und haben gute Umsatzzuwächse", berichtet Horst Rotermundt, der in Etelsen eine Bäckerei-Filiale betreibt. Er hebt den guten Draht zu den Kunden hervor. "Wir geben zu 200 Prozent eine Garantie, dass wir bleiben", kündigt der Handwerks-Bäckerei-Inhaber an.

Überhaupt keine Gedanken an eine Schließung habe man auch bei der Schloss-Apotheke in Etelsen, die es schon seit mehr als 30 Jahren im Ort gibt. "Im Moment haben wir entsprechend viele Kunden", erzählt Inhaber Stefan Jankovic. Arzneien werden die Etelser somit weiterhin vor Ort bekommen und auch für ihre Postgeschäfte müssen sie zukünftig weiter keine Wege in die Nachbarschaft unternehmen. Denn von der Deutschen Post heißt es auf Nachfrage: "Derzeit gibt es von uns aus keine Bestrebungen, diesen Standort infrage zu stellen." Sparkassenkunden können ebenfalls aufatmen. Anders als die Volksbank will das Kreditinstitut in Etelsen bleiben. "Die Geschäftsstelle wird zurzeit gut angenommen, sodass wir hier in absehbarer Zeit keine Änderungen planen", teilt die Kreissparkasse Verden mit. Und das alles sind dann doch durchaus mal wieder gute Nachrichten für die zuletzt gebeutelte Etelser Seele.

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