Lieken-Quartier „Lieken ist ein Bestandteil von Achim“

Für die Planstraßen im neuen Lieken-Quartier sucht die Stadt noch neue Namen. Die Politik hat sich jetzt mehrheitlich für den Vorschlag „Urkornweg“ ausgesprochen - in Erinnerung an die ehemalige Brotfabrik.
20.09.2020, 17:18
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„Lieken ist ein Bestandteil von Achim“
Von Elina Hoepken

Vor gut einem Jahr mussten die Achimer sich von ihrem inoffiziellen Wahrzeichen verabschieden. Im Juli wurde der Lieken-Turm nahe des Bahnhofs dem Erdboden gleichgemacht, um Platz zu schaffen für ein neues urbanes Quartier – das in Anlehnung an die ehemalige Nutzung des Areals auch Lieken-Quartier genannt wird. Doch bis auf diesen Namen erinnert mittlerweile nicht mehr viel an die Brotfabrik.

Das will die Politik in Achim nun aber ändern und zumindest eine der im Gebiet neu entstehenden Straßen nach der vorherigen Nutzung benennen. Die Achimer Verwaltung hatte, wie berichtet, für die Planstraßen zunächst andere Namen im Sinn gehabt. „Königsworther Straße“ und „Am Gasometer“ schickte die Stadt zur Abstimmung in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr ins Rennen. Diese Namen waren in Absprache mit dem Stadtarchiv entstanden, da Königsworth der alte Flurname des Areals war und unweit der zweiten Planstraße einst die Gasometer standen.

Auf viel Gegenliebe stieß aber zumindest einer dieser Namen nicht. „Die Benennung ,Am Gasometer' finde ich schon ein bisschen weit hergeholt“, sagte beispielsweise Petra Geisler (SPD). „Bei dem Namen würde ich dann auch vermuten, dass dort ein Gasometer steht.“ Eine Benennung, die auch einen Bezug zum ehemaligen Lieken-Gelände herstellt, sei daher naheliegend. „Lieken ist ein Bestandteil von Achim und darauf sollten wir auch hinweisen“, bekräftigte auch Wolfgang Mindermann (fraktionslos).

Entsprechendes hatte auch die CDU-Fraktion in einem Antrag an die Verwaltung angeregt. „Gerade, wenn man das neue Quartier Lieken-Quartier nennt, ist es doch nur logisch, auch eine Straße entsprechend zu benennen“, begründete die CDU-Fraktionsvorsitzende Isabel Gottschewsky den Antrag. „Lieken Urkorn hat Achim über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht.“ Mit Alternativvorschlägen wie Urkornweg oder Brotstraße ging die Partei daher stattdessen ins Rennen. „Wir könnten uns aber zum Beispiel auch analog zur Steuben Allee den Namen Lieken-Allee vorstellen“, sagte Gottschewsky.

Nur auf den Namen der Marke hinzuweisen, hielt Peter Bartram (Grüne) allerdings für einfallslos. „Gut gefällt mir hingegen der Name Urkornweg.“ Der Erste Stadtrat Bernd Kettenburg wies zudem darauf hin, dass es in Achim in der Nähe bereits die Straße Fritz-Lieken-Eck gebe, mit der bereits an den Unternehmensgründer erinnert werde. „Eine neutralere Benennung finde ich daher auch besser“, erklärte Kettenburg. Zumal es sonst auch zu Verwechslungen kommen könnte zwischen dem Lieken-Eck und der Lieken-Allee.

Auch Hans Jakob Baum (FDP) plädierte dafür, bei den neuen Straßen nicht auf personenbezogene Namen zurückzugreifen. „Das fällt der nächsten Generation dann wahrscheinlich irgendwann vielleicht auf die Füße“, sagte er auch mit Blick auf die öffentlichen Diskussionen um eine Umbenennung der Brinkmannstraße, die im Frühjahr 2018 in Achim erneut aufgeflammt war.

Anfreunden konnten sich indes alle mit dem Vorschlag Urkornweg. Einstimmig sprachen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, den Verwaltungsvorschlag „Am Gasometer“ durch diesen Namen zu ersetzen. Rudi Knapp, der als beratendes Mitglied im Ausschuss sitzt, wies jedoch darauf hin, dass das Brot Lieken Urkorn noch immer verkauft wird. „Es könnte daher sein, dass der Name rechtlich geschützt ist und wir uns damit Ärger einhandeln“, gab er zu bedenken. Bernd Kettenburg kündigte an, das zu prüfen, zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass es keine Probleme geben sollte. „Wir wollen mit dem Namen ja nicht werben. Eigentlich müsste uns Lieken also dankbar sein“, sagte er. Auch der Verwaltungsausschuss stimmte dann am Donnerstagabend mehrheitlich für die Umbenennung.

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