Sanierungsgebiet in Achim

Erste Mieter im Lieken-Quartier stehen fest

Die Erschließungsarbeiten für das Lieken-Quartier in Achim haben begonnen. Mittlerweile steht fest, dass das Gelände von zwei Gesellschaften bebaut wird und eine Drogerie sowie ein Café vor Ort sein werden.
17.08.2020, 21:25
Lesedauer: 3 Min
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Erste Mieter im Lieken-Quartier stehen fest
Von Kai Purschke
Erste Mieter im Lieken-Quartier stehen fest

Die Arbeiten zur Erschließung des Sanierungsgebiets "Nördliche Innenstadt" haben begonnen. Später bebauen zwei Gesellschaften das sogenannte Lieken-Quartier.

Björn Hake

Die Stadt Achim ist derzeit am Drücker und lässt die Erschließung für das neue Lieken-Quartier errichten. Nachdem sich Nachbarn des Sanierungsgebiets "Nördliche Innenstadt", wie die Fläche an der Embser Landstraße offiziell heißt, zeitweise über einen vermeintlichen Stillstand gewundert hatten, waren nun wieder die Baumaschinen dort unterwegs, um den Untergrund herzurichten. Die Hamburger W&S-Gruppe als Investor will dann, wie berichtet, im kommenden Jahr damit beginnen, den parallel zu den Bahngleisen verlaufenden Riegelbau hochzuziehen.

W&S wird sich allerdings ausschließlich auf die gewerblichen genutzten Gebäude samt sozialem Wohnungsbau konzentrieren, der sozusagen nördliche Teil des Gebiets – oberhalb der aufs Areal führenden neuen Erschließungsstraße – wird an einen anderen Investor verkauft. Die Flächen, auf denen Wohnungen entstehen werden, veräußert W&S an eine lokale Gesellschaft, die sich in Kürze outen will. Momentan scheuen die Akteure noch das Licht der Öffentlichkeit. "Wir wollen aber alsbald eine Pressekonferenz geben und uns vorstellen", war auf Nachfrage von einem der Gesellschafter zu erfahren.

Lokaler Partner gefunden

Laut Peter Skrabs von W&S sind die Verträge bereits unterzeichnet, die Entscheidung, nur die gewerblichen Einheiten sowie den sozialen Wohnungsbau abzuwickeln, habe W&S im vergangenen Jahr getroffen. "So besteht die Chance, alles parallel zu entwickeln, ansonsten wäre es schwierig gewesen, wenn wir auch noch die 160 bis 170 Wohnungen gebaut hätten", sagte Skrabs. Schon so hätten die rund 10 000 Quadratmeter zu vermietende Fläche, die W&S herrichtet, eine "enorme Größenordnung". Er jedenfalls sei froh, dass ein lokaler Partner gefunden worden sei und so alles schnell und gleichzeitig entwickelt werden kann, wenn die gestellten Bauanträge genehmigt worden sind.

Aktueller Baustand (14.08.2020) auf dem ehemaligen Lieken Gelände

Die Versorgungskanäle warten auf dem Lieken-Areal auf ihren Einbau.

Foto: Björn Hake

Das Gesamtvolumen ihres Unterfangens gibt die W&S-Gruppe mit 45 Millionen Euro an und möchte in Achim einen "Mix aus Wohnen, Arbeiten und Einzelhandel mit einem hohen Maß an Lebensqualität" schaffen. Die 28 sozial geförderten Wohnungen, die die Stadt Achim zur Bedingung gemacht hatte, sollen hinter dem Riegelbau entstehen, der auch den Lärm der Bahn vom dahinter liegenden Wohngebiet fernhalten soll. Die staatlich geförderten Wohnungen nehmen knapp 1800 Quadratmeter ein und bilden einen eigenen Komplex des Lieken-Quartiers. "Ein großzügiger, moderner Baustil, hohe Energieeffizienz dank KFW-55-Standard und Glasfaseranschluss sind Standard", heißt es von W&S dazu.

Ein neuer „Turm“

Dort wo lange Zeit mit dem Lieken-Turm für viele Achimer ein inoffizielles Wahrzeichen der Stadt stand und vor gut einem Jahr dem Erdboden gleichgemacht wurde, soll Ein neuer „Turm“ entstehen, der dann allerdings an der Brücke stehen wird. Das jedenfalls von W&S als "Turm" bezeichnete Gebäude soll Platz für Gewerbe und Dienstleistung bieten. Im Erdgeschoss wird demnach ein Drogeriemarkt seine neue Filiale eröffnen. "Der langjährige Mietvertrag wurde bereits unterschrieben", teilt der Hamburger Investor dazu mit, einen Namen möchte er allerdings noch nicht nennen.

Die Räume im ersten bis vierten Obergeschoss des „Turms“ eignen sich demnach für Büros und Praxisflächen mit Raumgrößen zwischen 200 bis 650 Quadratmetern. Dazu soll es später ein offenes Lounge-Deck und einen „attraktiven Außenbereich“ geben. Im fünften Obergeschoss sei noch eine rund 620 Quadratmeter große Gewerbefläche mit Dachterrasse zu haben und im sechsten Stock befindet sich ein 300 Quadratmeter großes Penthouse „mit Panoramablick über Achim“.

An den "Turm" wird später der Riegelbau anschließen, der im Wesentlichen aus vier Würfeln besteht, die für Büros und Praxisflächen vorgesehen sind. Die Fläche im Untergeschoss sei bereits an eine Bäckerei mit Café vermietet, sie soll den "lebendigen Mittelpunkt des neuen Viertels" darstellen, wie die Hamburger Gesellschaft erklärt. Darüber in den Etagen stehen rund 4000 Quadratmeter für Büros und Praxisflächen zur Verfügung. Für die dem Bahnhof zugewandte Seite ist Gewerbe vorgesehen: Apotheke, Reinigung, Imbiss, Kiosk, Sonnenstudio, Lieferservice, Pflegedienst, Friseur oder eine Boutique wären laut W&S denkbar. Peter Skrabs ist jedenfalls positiv davon überrascht, dass es schon "viele Nachfragen gibt", obwohl W&S das Projekt noch gar nicht beworben hat.

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