Radweg an Kreisstraße 6 soll abgerissen und an anderer Stelle neu gebaut werden Lindenbäume bleiben erhalten

Achim-Baden. Die 80 Linden entlang der Kreisstraße 6 von Badenerholz nach Badenermoor müssen doch nicht gefällt werden. Anstatt die Bäume zu fällen und den durch die Wurzeln beschädigten Radweg zu sanieren, will der Kreis einen neuen, höher gelegten Radweg bauen.
20.05.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Lindenbäume bleiben erhalten
Von Antje Stürmann

Achim-Baden. Die 80 Linden entlang der Kreisstraße 6 von Badenerholz nach Badenermoor müssen doch nicht gefällt werden. Das geht aus einer Vorlage des Landkreises für die Kreistagssitzung am Freitag hervor. Wie berichtet haben die Wurzeln der Bäume den Radweg stark beschädigt. Anstatt die Bäume zu fällen und den Radweg zu sanieren, will der Kreis einen neuen, höher gelegten Radweg bauen.

Freuen dürfte diese Nachricht vor allem die Achimer Mitglieder des Naturschutzbundes (NABU). Immerhin hatten sie monatelang um den Erhalt der nachweislich gesunden Bäume gekämpft und der Kreisverwaltung zwischenzeitlich sogar vorgeworfen, sie habe das Fällen der Bäume vorgeschlagen, ohne andere Möglichkeiten ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Die Alternative sieht so aus: 'Der neue Radweg soll 40 Zentimeter über dem derzeitigen Niveau gebaut werden', erklärt Klaus Saalfeld vom Fachdienst Wasser, Abfall und Naturschutz des Landkreises Verden. Außerdem soll künftig zwischen Bäumen und Radweg ein größerer Abstand Schäden vermeiden. Bislang beträgt dieser nur 20 Zentimeter. In den vergangenen zwölf Jahren hatten die Wurzeln der Linden mit einem Umfang von bis zu 80 Zentimetern die Asphaltdecke stellenweise so stark beschädigt, dass der Landkreis Verden für Radfahrer die Pflicht zur Benutzung des Radwegs aufhob. Selbst für Fußgänger sei das gefahrlose Begehen kaum möglich, stellten Mitarbeiter der Kreisverwaltung im Herbst vergangenen Jahres fest. Damals war sich die Behörde noch sicher: Blieben die Bäume stehen, würden schon in kürzester Zeit neue Schäden am sanierten Radweg entstehen.

Für den nun anvisierten Neubau der etwa einen Kilometer langen Teilstrecke veranschlagt die Verwaltung zirka 170.000 Euro. Das Geld soll als überplanmäßige Ausgabe in den Haushalt 2010 aufgenommen werden. Zum Vergleich: Das Fällen der Bäume und die Sanierung des kaputten Radwegs hätte etwa 42.000 Euro gekostet. In den kommenden zehn Jahren würde das Anpflanzen junger Bäume als Ersatz für die gefällten mit nochmals insgesamt 70.000 Euro zu Buche geschlagen.

Stimmen die Politiker im Kreistag am Freitag dem Neubau des Radwegs zu, könnten schon im Sommer die Bagger anrollen und den alten Radweg entlang der Roedenbeckstraße aufnehmen. Im Zuge der Bauarbeiten müssten allerdings auch Entwässerungsgräben an den neuen Wegeverlauf angepasst werden.

Dafür bringen die Bauarbeiter dann allerdings doch die Motorsäge mit. Denn nach dem derzeitigen Stand der Planung könnten dort drei Bäume im Weg sein, kündigt die Kreisverwaltung an.

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