Fußball-Landesliga

Lindhorst muss gehen

Der FC Verden 04 hat sich von seinem Chef-Coach Sascha Lindhorst mit sofortiger Wirkung getrennt.
23.04.2019, 20:42
Lesedauer: 3 Min
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Lindhorst muss gehen
Von Patrick Hilmes
Lindhorst muss gehen

Hat das Vertrauen des Vorstands verloren: Verdens bisheriger Trainer Sascha Lindhorst.

Björn Hake

Das Ende ist gekommen: Der FC Verden 04 trennt sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Sascha Lindhorst. Das wurde am Dienstagabend bekannt gegeben. Zugleich wurde auch sein Nachfolger beim Fußball-Landesligisten präsentiert: Dies ist der ehemalige Werder-Profi Frank Neubarth.

Bereits am Ostermontag bekam Sascha Lindhorst den Anruf, der sein Aus bedeuten sollte. Der 2. Vorsitzende Henning Breves teilte es ihm mit. Am Dienstagabend verabschiedete sich Lindhorst dann von der Mannschaft. „Ich bin natürlich traurig. Verden war für mich nicht nur irgendeine Aufgabe, das war etwas Besonderes, da ich in Verden als junger Dachs unter Axel Sammrey selbst noch gespielt habe“, sagte ein bedrückter Sascha Lindhorst. Die Entscheidung konnte er aber in sportlicher Hinsicht nachvollziehen: „Ich war fest entschlossen und zuversichtlich, dass wir das Ding noch nach Hause bringen würden. In den sieben Spielen wäre noch alles möglich gewesen. Aber bei nur zwei Punkten nach der Winterpause habe ich keine Argumente. Ich bin verantwortlich für die sportliche Situation und muss daher auch den Kopf hinhalten. Ich kann damit leben, man wird nun mal an Ergebnissen gemessen.“

Und genau die waren der ausschlaggebende Punkt. In sechs Spielen nach der Winterpause konnten die Domstädter lediglich zwei Pünktchen ergattern. Die Konsequenz: Verden ist auf einen Abstiegsplatz abgerutscht und weist sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer auf. Die Kehrtwende traute der Vorstand Lindhorst nicht mehr zu. „Das letzte gewonnene Spiel datiert aus dem November gegen Rotenburg und leider ist der Trainer das schwächste Glied“, betonte Henning Breves. Auch die Mannschaft hat bei der Entscheidung eine Rolle gespielt. „Sie kam auf uns zu und sagte, dass man gewisse Veränderungen wie anderes Training und ein anderes System angehen sollte“, berichtete Breves.

Damit hatte auch Lindhorst gerechnet: „Es gibt sicherlich einige, die den Wechsel unterstützt haben. Aber es war nicht so, dass wir die letzten Wochen gegeneinander gearbeitet haben.“ Nun hat die turbulente Liaison ein Ende. Lindhorst übernahm zur Saison 2016/2017 das Amt von Ziad Leilo. Dieser hatte die Verdener so gerade noch in der Landesliga gehalten, was Lindhorst nicht gelingen sollte. Nach einer enttäuschenden Hinrunde wurde die Aufholjagd in der Rückrunde nicht mehr belohnt. Was folgte, war eine berauschende Saison in der Bezirksliga. 81 Punkte und ein Torverhältnis von 124:29 bedeuteten den direkten Wiederaufstieg.

In dieser Saison wollten die Verdener zeigen, dass sie aus 16/17 gelernt hatten. Das gelang auch in der Hinserie mit Platz zehn und 23 Punkten aus 17 Partien, doch die Spielzeit stand zu keinem Zeitpunkt unter einem guten Stern. Bereits die Sommer-Vorbereitung war aufgrund von Störfaktoren wie Urlaube und Verletzungen keine gute. Hinzu kam die Verletzung von Top-Stürmer Maximilian Schulwitz zu Beginn der Spielzeit, eine weitere kurz vor seinem Comeback bedeutete sein vorzeitiges Saisonaus. Winterzugang Thomas Celik hat bis dato nicht so eingeschlagen wie erhofft, Sturmpartner Nick Zander lässt bisher Landesliga-Format vermissen. Entsprechend fehlt es dem FCV in der Offensive an Durchschlagskraft und die Defensive, die aufgrund einiger Verletzungen stetig neu aufgestellt werden muss, ist immer wieder für eine Lücke oder einen Bock gut.

Nun steht dem FCV ein vorentscheidendes Duell bevor. Am Sonntag wird er von der SV Drochtersen/Assel II empfangen, die derzeit Zwölfter ist. Dann wird bereits Lindhorsts Nachfolger die Leitung übernehmen. Frank Neubarth, der bereits am Dienstag das Training leitete, ist ein großer Name. Der ehemalige Werder-Profi sowie Trainer von Teams wie Schalke 04 oder etwa Holstein Kiel übernimmt die Domstädter vorerst bis zum Saisonende. „Danach werden wir weitersehen“, betonte Henning Breves. Ob Co-Trainer Thomas Tödter künftig an Neubarths Seite stehen wird, entscheidet sich bei einem Treffen am Donnerstag.

Die Zukunft des FC Verden 04 ist damit vorerst geklärt, die von Sascha Lindhorst ist hingegen noch offen. „Ich muss das jetzt erst mal sacken lassen und werde Zeit mit meiner Familie verbringen. Mir geht das nahe, ich habe das hier sehr gerne gemacht.“

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