Für den guten Zweck

Schnäppchenjagd ohne große Show

Schon früh am Morgen waren die ersten Interessierten zum Nientkewitzhaus in Achim gekommen. Hier verkauften die Lions-Damen Kleidung zum guten Zweck.
18.10.2020, 17:29
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Gisela Enders
Schnäppchenjagd ohne große Show

Die Auswahl ist groß: Die Lions-Damen um Kerstin Vöge (links) und Brigitte Boeth haben beim Verkauf der Kleidung geholfen.

Björn Hake

Nur ausgewählte Stücke, unter ihnen die Kreationen namhafter Designer, gingen am Sonnabendvormittag über den Ladentisch des seit Jahren verwaisten Nientkewitz-Hauses in Achim. Direkt neben dem Glockenspiel hatten sich schon vor neun Uhr Interessentinnen eingefunden, die, angeregt durch den Erfolg des im vergangenen Jahr unter dem Dach des Verdener Lions-Clubs von Kristina Regina veranstalteten „Achimer Laufstegs“ darauf hofften, hochwertige Mode zu günstigen Preisen zu ergattern. „Der Nachhall und das Konzept haben sich als wirkungsvoll erwiesen“, begeisterte sich Brigitte Boeth angesichts guter Umsätze schon am frühen Vormittag und nannte als Nutznießer verschiedene Organisationen rund um Achimer Senioren.

Einen Rückblick auf das Erfolgsprojekt des vergangenen Jahres wolle sie sich einfach nicht verkneifen, schwärmte die Präsidentin der Vereinigung von der perfekten Show, die im Frühjahr im Rathaus über die Bühne gegangen war. „Das war vor Corona, und wir konnten alle Register ziehen“. 15 Models unterschiedlichen Alters, professionell geschminkt und frisiert, haben seinerzeit in drei Durchgängen auf den Treppenstufen des Rathauses präsentiert, was Privatleute und Modehäuser kostenfrei zur Verfügung gestellt hatten. Ganz vorne dabei sei das Modehaus Böning in Langwedel zu erwähnen, aber auch „Viva“ mit einem großzügigen Angebot anspruchsvoller Mode, erinnert sich Brigitte Boeth. Im Ratssaal habe anschließend der Verkauf stattgefunden; nur wenige Stücke seien nicht veräußert und für eine Wiederholung eingelagert worden. Das Bierdener Brautstrauß-Atelier hatte seinerzeit das Lauftraining der Models übernommen und Reiner Cordbarlag sich darüber hinaus als versierter Moderator erwiesen.

Natürlich hätten sie auf eine Wiederholung des Events in diesem Frühling gehofft, meldete sich auch Club-Mitglied Kerstin Vöge zu Wort. Da die Pandemie zurzeit jedoch so gut wie alle Pläne vereitele, sei man auf die Idee gekommen, die Damenbekleidung – unter ihnen auch Braut- und Abendmode – ohne begleitende Show an die Frau zu bringen. Männer seien grundsätzlich für Aktionen dieser Art kaum zu begeistern, begründete sie die Tatsache, dass Herrensachen nicht im Bestand zu finden sind.

Schon früh im Jahr hatte das Vorhaben Zuspruch gefunden, geeignete Räumlichkeiten fehlten jedoch zu dessen Umsetzung. Erst nachdem es durch die erfolgreiche Vermittlung des Achimer Wirtschaftsbeirates unter Adolf Brockmann gelungen war, die Firma Müller & Bremermann ins Boot zu holen, konnte an eine Realisierung gedacht werden. „Wir sind dankbar dafür, dass wir bis zum Jahresende hier tätig sein dürfen“ freut sich Brigitte Boeth über die Möglichkeit, die Verkaufsfläche bis Ende des Jahres belegt zu halten. So biete sich an jedem Sonnabendvormittag zwischen 9 und 13 Uhr erneut die Chance auf den Erwerb hochwertiger Stücke zum kleinen Preis.

Auch während der laufenden Aktion gelingt es nach Worten der Verantwortlichen immer wieder, im Freundeskreis Nachschub zu requirieren. Die Blusen, Röcke, Kleider und Mäntel werden abgedeckt verwahrt, die Interessentinnen nur einzeln und nach erfolgter Desinfektion der Hände in die Geschäftsräume geleitet. Nach der Preisfindung für die einzelnen Artikel gefragt, habe man sich darauf geeinigt, die Kundinnen nach ihrem Gebot zu befragen, was bisher fast immer zu einem zufriedenstellenden Ergebnis geführt habe. „Kaum jemand hat versucht zu handeln“, zeigen sich Brigitte Boeth und ihre Mitstreiterinnen zufrieden, „fast alle erweisen sich als überaus großzügig."

So auch Elfie Kernhoff, die offensichtlich nichts Neues brauchte, aber trotzdem für den guten Zweck gespendet hat. Angelika Vieth indes hatte in der Presse Wind von der Sache bekommen und sich für einen Pullover entschieden.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+