Magdeburger Viertel in Achim

Verbesserungen fürs Viertel

In den vergangenen Monaten gab es bei der Polizei vermehrt Beschwerden über Lärmbelästigung und Müllentsorgung im Magdeburger Viertel. Eine Arbeitsgruppe hat nun Ideen entwickelt, um die Probleme anzugehen.
08.09.2020, 16:51
Lesedauer: 3 Min
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Verbesserungen fürs Viertel
Von Elina Hoepken
Verbesserungen fürs Viertel

Das Bürgerzentrum ist der Mittelpunkt des Viertels. Die Mitarbeiter suchen immer wieder das Gespräch mit den Bewohnern, um Probleme aus dem Weg zu räumen.

FOCKE STRANGMANN

Ruhestörung, illegale Müllentsorgung und öffentliches Urinieren auf private Grünflächen: Im Mai gingen bei der Achimer Polizei zahlreiche Beschwerden über derartige Verstöße im Magdeburger Viertel ein (wir berichteten). Und nicht nur dort. Auch beim Bürgerzentrum (Büz) monierten Anwohner zuletzt immer häufiger das fragwürdige Verhalten einiger Bewohner im Viertel. „Aufgrund der Häufung der Beschwerden haben wir unsere polizeilichen Fallzahlen für diesen Bereich analysiert“, berichtet der Achimer Polizeichef Ingo Jans. „Die Analyse hat allerdings ergeben, dass das Magdeburger Viertel weder in Bezug auf Lärmbelästigung noch auf Kriminalität ein Schwerpunkt ist.“ Das ändere aber natürlich nichts an dem subjektiven Empfinden der Bewohner dort – „und auch das subjektive Sicherheitsgefühl ist für unsere Arbeit eben sehr wichtig.“

Aus diesem Grund haben sich Polizei und Stadt entschlossen, im Magdeburger Viertel einige Maßnahmen umzusetzen, um die Situation dort zu verbessern. „Das Gebiet Achim Nord hat in den vergangenen 20 Jahren einen erstaunlichen Wandel vollzogen und sein damaliges Stigma immer mehr abgelegt“, sagt Bürgermeister Rainer Ditzfeld. „Damit diese gute Entwicklung auch zukünftig so weitergeht, arbeiten wir eng mit dem Bürgerzentrum und der Polizei zusammen.“ Konkret bedeutet das, dass sich in den vergangenen Monaten Vertreter der Polizei und der Stadt in einer Arbeitsgruppe zusammengesetzt haben, um Maßnahmen auszuarbeiten, wie die Situation in dem Viertel verbessert werden kann.

Polizei befragt Bewohner

„Von Seiten der Polizei sind wir vorab im Viertel unterwegs gewesen und haben uns mit den Bewohnern unterhalten“, berichtet Jans. Aufsuchende Polizeiarbeit nennt sich das. „Wir haben in lockeren Gesprächen mit den Bewohnern herausfinden wollen, wo sie in ihrem Viertel die Probleme sehen und was sie gerne anders hätten“, erklärt Polizeikommissar Emre Aydin, der mit seiner Kollegin Ronja Buhle dazu im Magdeburger Viertel unterwegs war. „Die Ergebnisse dieser Anwohnerbefragungen und unsere polizeilichen Fallzahlen waren dann die Grundlage für die Arbeit in der Arbeitsgruppe.“

Mitte Juli haben sich die Verantwortlichen von Stadt und Polizei zum ersten Mal getroffen und Ideen entwickelt. Einige davon wurden schon jetzt umgesetzt. „Wir haben aktuell bereits Halteverbotsschilder an der Annabergstraße aufgestellt“, berichtet Claudia von Kiedrowski von der Achimer Verwaltung. Dort hätten sich bisher vermehrt Menschen mit ihren Fahrzeugen aufgehalten. Dem soll mit den Schildern nun entgegengewirkt werden. „Darüber hinaus sind wir gerade dabei, für den Bereich am Büz Schilder zu entwickeln, die darüber informieren, dass dort kein Müll abgeladen werden darf.“ Hierbei gehe es darum, dass die Piktogramme so ausgewählt werden, dass sie für jeden verständlich sind – unabhängig von seiner Muttersprache. „Des Weiteren denken wir über ein zeitweises Aufenthaltsverbot von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens nach.“ Ziel sei es, auch damit Lärmbelästigungen vor Ort zu reduzieren. Die Leipziger Straße soll außerdem zur Verkehrsberuhigung sogenannte Verkehrsnasen bekommen. „Auch das war eine Intention der Anwohner“, sagt Ditzfeld.

Blumenkästen statt Müll

All diese Ideen werden nun sukzessive umgesetzt. Das Gleiche gilt nach Angaben von Claudia von Kiedrowski auch für Ansätze gegen die illegale Müllentsorgung im Quartier. „Wir wollen beispielsweise zusätzliche Mülleimer aufstellen und die Freiflächen, die derzeit häufig als Müllplätze missbraucht werden, bestenfalls mit Blumenkästen bestücken, damit der Raum für eine illegale Entsorgung gar nicht erst vorhanden ist.“ Dazu soll es in Zukunft auch einen runden Tisch mit Vertretern des Landkreises geben, um Lösungen für das Problem zu finden.

Ein wichtiger Ansprechpartner bei all diesen Maßnahmen ist und bleibt auch das Bürgerzentrum. „Wir haben die Möglichkeit, vor Ort zu vermitteln und mit den Anwohnern über die Situation zu sprechen“, sagt dessen Leiter Eric Stellmacher. „Wir müssen es schaffen, dass sich die Bewohner wieder mehr mit ihrem Viertel identifizieren. Denn wenn mir etwas lieb ist, dann kümmere ich mich schließlich auch darum.“ Und die Entwicklung der vergangenen Wochen stimmt ihn zuversichtlich. „Die Situation hat sich in den letzten Wochen schon beruhigt“, resümiert der Leiter des Büz. „Die bisherigen Maßnahmen haben bereits Wirkung gezeigt.“

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