Geschäftsbericht Markus Keusch gründet mitten in der Pandemie ein Immobilienbüro

Markus Keusch hat den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt – und das in einer durchaus heiklen Zeit. Mitten in der Pandemie gründete er sein Immobilienbüro in Achim.
13.01.2022, 16:15
Lesedauer: 2 Min
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Von Gisela Enders

Er sei Vertriebler aus Leidenschaft, habe viele Jahre Führungspositionen im Konzern und im norddeutschen Mittelstand bekleidet und schon immer ein Faible für Immobilien gehabt, berichtet Markus Keusch. Das habe ihn im März 2020, also mitten in der Pandemie, dazu bewogen, ein eigenes Immobilienbüro in Achim zu gründen. Dem voraus gingen Ausbildungen, deren Abschlussprüfungen der jetzt 50-Jährige vor der Industrie- und Handelskammer in Hannover ablegte. Versehen mit einem bundesweit anerkannten Zertifikat als Immobilienmakler stellt er sein Fachwissen nun in den Dienst von Interessenten und Kunden. Auch als Immobilien-Darlehens-Vermittler hat er sich mittlerweile qualifiziert. Unterstützung erfährt Markus Keusch von Ehefrau Laleh Madjidi, verantwortlich im Unternehmen für Werbung und Marketing, sowie von der Tochter Mélina Keusch, die sich um das Thema Social Media kümmert.

Obwohl er nicht voraussehen konnte, inwieweit sich die Pandemie auf das Geschehen in der Branche allgemein und ganz besonders auf seine junge Agentur in Achim-Baden auswirken würde, sei er voller Zuversicht gestartet, blickt Keusch auf die ersten Monate seiner Selbstständigkeit zurück. Einen großen Teil des sich relativ schnell einstellenden Erfolges schreibt er persönlich seinem Bestreben zu, sich auf die Menschen und ihre Wünsche einzulassen, sie ernst zu nehmen und auch präsent zu sein, solange er kein konkretes Angebot unterbreiten könne.

Großer Informationsbedarf

"Angesichts ständig steigender Immobilienpreise besteht zurzeit ein hohes Maß an Unsicherheit darüber, ob man sich für einen Kauf entscheiden oder weiter zur Miete wohnen soll", weist der Makler auf großen Informationsbedarf hin. Ganz klar empfehle er immer wieder den Kauf, da der monatlich zu entrichtende Betrag dann in die eigene Tasche fließe und mit einem später bezahlten Objekt zudem eine hervorragende Altersvorsorge geschaffen werde. Die Gefahr einer Blase, von Marktbeobachtern immer wieder heraufbeschworen, sieht Keusch für Deutschland zumindest im Moment nicht. "Die genaue Entwicklung lässt sich jedoch nicht zuverlässig vorhersehen."

Um den kaum noch bezahlbaren Wohnraum in den Städten begegnen zu können, empfiehlt er, sich in ländlicheren Gebieten umzusehen – ein Trend, dem schon viele Käufer gefolgt seien. Begünstigt werde die Situation durch die stark zunehmende Arbeit im Homeoffice und dem Wunsch vieler junger Familien, ihre Kinder abseits von Großstadtlärm und Abgasen aufwachsen zu sehen.

Angebot entspricht nicht der Nachfrage

Ein großes Thema ist für den Neugründer zudem der Glaube vieler Hausbesitzer, beim Verkauf ihres Eigenheims auf professionelle Hilfe verzichten zu können. So verkläre sich oft der Blick für das über Jahrzehnte bewohnte Objekt und die Vorstellung, eine ins Auge gefasste Summe erzielen zu können, scheitere oft an der Realität zum Beispiel in Form alter Heizungsanlagen oder eines sanierungsbedürftigen Daches. "Auf der anderen Seite gibt es auch immer wieder meist ältere Menschen, die den Wert ihrer Bleibe unterschätzen und sich mit weit weniger zufriedengeben, als letztendlich zu erzielen sei", weiß Keusch zu berichten.

Auf die Situation in Achim bezogen, sieht der Immobilienmakler Probleme für die gesamte Branche. Das Angebot entspreche bei Weitem nicht der Nachfrage, weiß der Fachmann, kleine Baulücken würden mit viel zu großen Gebäuden bestückt und wirkliche Schmuckstücke seien kaum auf dem Markt. Gleichzeitig freut er sich über sein großes Netzwerk, mit dessen Hilfe er schon mal „das Gras wachsen höre“ und das es ihm darüber hinaus ermögliche, den einen oder anderen guten Handwerker für zeitnahe Umbauten zu vermitteln. Insgesamt blicke er positiv in die Zukunft, erklärt Markus Keusch. Gerade denke er über größere Büroräume und eine personelle Aufstockung seiner Agentur nach.

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