Gesunde Ernährung

Mehr Qualität auf den Tellern

Die Qualität des Mensaessens an Achimer Schulen wurde in der Vergangenheit immer mal wieder kritisiert. Nun will die Politik und allen voran die SPD das Thema gesunde Ernährung an den Schulen aktiv angehen.
13.11.2018, 15:26
Lesedauer: 2 Min
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Mehr Qualität auf den Tellern
Von Elina Hoepken
Mehr Qualität auf den Tellern

Die Mensa an der IGS ist jeden Mittag gut gefüllt. Die Qualität des Essen ist allerdings auch aus Sicht der Schulleitung noch ausbaufähig.

Viola Heinzen

Achim steht vor großen Herausforderungen – auch im schulischen Bereich. „Wir müssen in einer wachsenden Stadt einen umfassenden Bildungsauftrag umsetzen“, fasste die Fachbereichsleiterin Wiltrud Ysker die Aufgabe zusammen, die mit Blick auf steigende Schülerzahlen vor der Verwaltung liegt, und läutete damit in der Schulausschusssitzung am Montagabend auch gleichzeitig den Beginn der Haushaltsberatungen ein.

Für den meisten Gesprächsstoff sorgte dann allerdings ein Antrag der SPD, der eigentlich offiziell noch gar nicht gestellt wurde. Paul Brandt (SPD) kündigte jedoch an, dass man in der SPD und auch im Austausch mit den anderen Fraktionen derzeit dabei sei, das Thema gesunde Ernährung an den Achimer Schulen mehr in den Fokus zu rücken. Und dies wolle man eben auch im aktuellen Haushalt berücksichtigt haben. Daher formuliere man in der Fraktion derzeit einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung. „Die gesunde Ernährung unserer Schüler ist für uns alle ein gemeinsames Ziel“, sagte Brandt. Eine Frischeküche für die IGS habe man beispielsweise gemeinschaftlich befürwortet. „Jedoch wurde eine Entwicklung in diese Richtung bisher noch nicht angeschoben.“ Das gelte nicht nur für die IGS, sondern für alle Achimer Schulen.

Ein ganzer Prozess

In Zeiten, in denen es immer mehr adipöse Kinder gebe, müsse man sich dieses Themas annehmen. Klar sei aber auch, dass das Problem nicht mit einer Entscheidung zu lösen sein. „Das Ganze ist ein Prozess“, machte Brandt klar. Und eben diesen wolle man nun anschieben. Konkret bedeutet das, dass die SPD in den aktuellen Doppelhaushalt eine Aufstockung des Personals im Rathaus zu diesem Zweck einbringen möchte. „Wir müssen unsere Verwaltung in die Lage versetzen, dass sie sich des Themas gesunder Ernährung an den Schulen annehmen kann“, forderte Brandt. „Ich denke, dass eine Viertel-Stelle dafür realistisch wäre.“ Insbesondere auch, weil man in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinde sicherlich Synergieeffekte nutzen könne. „Andere Gemeinden wie Oyten, Ottersberg oder Thedinghausen sind in einer ähnlichen Phase wie wir“, sagte Brandt.

Dass dringend Handlungsbedarf besteht, bestätigte auch Andrea Dräger, stellvertretende Lehrervertretung im Schulausschuss und selbst Lehrerin an der IGS. „Das Essen bei uns ist eine einzige Zumutung“, brachte sie es auf den Punkt. „Die Frage ist, wie lange wir das noch ertragen müssen.“ Doch, das machte auch Silke Thomas (Grüne) klar, mit einem bloßen Betreiberwechsel sei es nicht getan. „Wir müssen grundsätzlicher denken und gemeinsam etwas Vernünftiges entwickeln – gerade mit Blick auf den Ganztag.“

Schwieriger Spagat

Gutes und gesundes Essen sei ein Zeichen für die Qualität von Ganztagsschulen, bestätigte auch die Schulleiterin der Astrid-Lindgren-Schule, Claudia Nobis. „Daher würde ich es begrüßen, wenn sich die Politik für besseres Essen an den Schulen stark macht.“ Doch dafür müsse man sich einiges einfallen lassen, ist sich Hans-Michael Paulat (CDU) sicher. „In den Mittagspausen zieht es die Schüler regelmäßig in die Innenstadt. Dort kaufen sie sich dann belegte Brötchen oder Ähnliches“, sagte er. „Es müsste in der Schule schon eine sehr gute Küche geben, damit dieses ,Freiheitsstreben' aufhört.“ Dass es anders geht, zeigt hingegen eine Regelung am Gymnasium am Markt, der kreiseigenen Schule. „Hier dürfen die Kinder der Sekundarstufe 1 das Schulgelände in den Pausen nicht verlassen“, berichtete Wiebke Klettke vom Stadtelternrat.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld hingegen verwies darauf, dass es schwierig sei, an den Schulen gesundes Essen für wenig Geld anzubieten. „Diesen Spagat würden wir ohne Subventionierung nicht hinbekommen“, sagte er. Für eine etwaige Subventionierung durch die Stadt Achim bräuchte es jedoch einen politischen Beschluss. Ob dieser kommen wird, bleibt nun abzuwarten.

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