Mensa-Neubau in Achim

Wunsch und Wirklichkeit

Angelieferte, gefrorene Speisen aufzuwärmen oder sie vor Ort frisch zu kochen - das ist eine Kostenfrage, die nun in Achim beantwortet werden muss. Die IGS hätte für ihre neue Mensa gerne eine Frischeküche.
22.09.2020, 15:28
Lesedauer: 2 Min
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Wunsch und Wirklichkeit
Von Kai Purschke
Wunsch und Wirklichkeit

Die IGS hätte gerne eine sogenannte Frischeküche, in der frisch und gesund vor Ort gekocht wird. Die Stadtverwaltung hält lediglich eine Aufbereitungsküche für umsetzbar.

Lennart Helal

Wie soll das Mensa-Problem an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Achim gelöst werden – darüber müssen sich nun, wie berichtet, abermals die Ratsfraktionen die Köpfe zerbrechen. Aus Sicht der Verwaltung sei die Stadt Achim als Schulträger „derzeit aus Ressourcen-, Kosten- und Folgekostengründen nicht in der Lage, eine Frischeküche zu betreiben“ – doch genau eine solche möchte die IGS gerne. „Viele Gründe sprechen für die Möglichkeit der Einrichtung einer Frischeküche“, heißt es nämlich aus der Schule, die auf ihr Mensakonzept verweist.

Darin hatte auch die Stadtverwaltung geblättert und herausgelesen, dass in zwei Schichten die Jahrgänge 5 bis 7 jeweils jahrgangsweise in der Mensa unterzubringen seien, während das Konzept für die Jahrgänge 8 bis 10 kein gemeinsames Essen mehr im Jahrgang vorsieht. Der Anspruch der Schule, der sich auf die pädagogischen Ziele und Vorstellungen in der Schülerschaft und im Kollegium bezieht, lautet aber: eine gesunde und nachhaltige Mensaverkostung. Dafür hat sich der Mensaausschuss der IGS ausgesprochen, zu dem auch Eltern gehören. Diese Arbeitsgruppe trifft sich laut Schule, „um die bisherige Umsetzung des Konzeptes zu reflektieren und neue Ideen auf den Weg zu bringen“.

Zu diesen Ideen zählt das Ziel, dass das Mittagessen direkt vor Ort in der Mensaküche zubereitet wird – „frisch und nachhaltig ohne Transportkosten und überflüssigen Verpackungsmüll“. In dem von Schulleiterin Kerstin Albes-Bielenberg und Anika Braunschweiger, Fachbereichsleiterin Ganztag, unterschriebenen Konzept sind auch die Probleme aufgeführt, die die derzeitige Verköstigung der Schüler mit sich bringt, da die Speisen in einer Zentralküche zubereitet und dann warm zur IGS transportiert werden. „Kritisch sind die Transportwege, da die Speisen sowohl in ernährungsphysiologischer als auch sensorischer Hinsicht leiden (Nährstoffverluste, Veränderungen von Farbe, Beschaffenheit und Geschmack)“, betont die Schule. Transportwege seien auch unter hygienischen Aspekten problematisch, wenn die Temperatur des Essens unter 65 Grad sinke.

Diese Form der Warm-Belieferung heißt „Cook and Hold“ (Kochen und warmhalten), aber diese günstigste Variante für rund eine Million Euro ist auch von der Stadtverwaltung nicht gewollt. Sie spricht sich für eine etwa 3,6 Millionen Euro teure Mensa mit Aufbereitungsküche (Cook and Chill) aus, in der gekühlte und/oder gefrorene Hauptgerichte zur Ausgabe vorbereitet und erwärmt oder endgegart werden. Die Speisen werden zuvor in einer externen Küche zubereitet und schnell auf unter drei Grad Celsius abgekühlt sowie an die Schule geliefert, wo sie dann auch bis zum Einsatz gelagert werden können. Die von der IGS favorisierte Mensa mit Frischeküche (Cook and Serve) würde mit 5,3 Millionen Euro zu Buche schlagen. Allerdings bekäme die Schule für dieses Geld auch die größte Variante einer Mensa – 900 Quadratmeter plus Küche (300 Quadratmeter). Die mittlere Variante mit der Aufbereitungsküche würde dagegen knapp 600 Quadratmeter umfassen plus Küche (300 Quadratmeter).

Bei der kleinsten Variante im Bestandsbau, drei Büros oder zwei Klassenräume müssten für eine dann nur 370 Quadratmeter große Mensa weichen, könnten schon die Grundlagen des Mensakonzeptes der IGS nicht umgesetzt werden. „Es werden Einzelessen ausgegeben, die Teilnahme ist nicht verpflichtend“, lautet das dann offenbar einzig umsetzbare Konzept. Die höheren Kosten für die Frischeküche im Vergleich zu den anderen Varianten beruhen auch auf mehr Personal, das gebraucht würde.

Der Schulausschuss befasst sich in seiner öffentlichen Sitzung am Montag, 28. September, ab 17 Uhr im Rathaus mit dem Mensa-Neubau sowie unter anderem mit der Einrichtung einer Oberstufe an der IGS.

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