Krimi-Autorin Mimi Zöhl liest heute Abend aus Erstlingswerk Menschliche Abgründe als Inspiration für ihre Romane

Quelkhorn. „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“– mit diesem unvergesslichen Ohrwurm aus der gleichnamigen Komödie gelang Bill Ramsey im Jahr 1962 ein Riesenerfolg. Die Quelkhorner Krimi-Schriftstellerin Mimi Zöhl hat ihr Pseudonym aber nicht nur wegen des Songs des legendären US-Jazzsängers und Entertainers so gewählt.
27.11.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Menschliche Abgründe als Inspiration für ihre Romane
Von Lars Köppler

„Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ – mit diesem unvergesslichen Ohrwurm aus der gleichnamigen Komödie gelang Bill Ramsey im Jahr 1962 ein Riesenerfolg. Die Quelkhorner Krimi-Schriftstellerin Mimi Zöhl hat ihr Pseudonym aber nicht nur wegen des Songs des legendären US-Jazzsängers und Entertainers so gewählt. „Ich hatte bei meiner Dienststelle im Krankenhaus das Kürzel Mi, deshalb haben mich meine Kollegen kurz Mimi genannt“, erklärt die Hobby-Autorin, die seit 15 Jahren als Gynäkologin in Bremen arbeitet.

Am heutigen Donnerstag liest die 56-Jährige ab 19.30 Uhr in der Fischerhuder Dorfbuchhandlung (In der Bredenau 1a) rund eine Stunde lang aus ihrem Erstlingswerk „Letzte Nacht am Hexenberg“. Vor der Premiere ist der Krimi-Fan durchaus aufgeregt. „Ich bin ein absoluter Lampenfieber-Mensch“, so Mimi Zöhl, die ihren bürgerlichen Namen nicht nennen möchte. Den Inhalt ihres Romans, der im ärztlichen Milieu spielt, verrät sie derweil ohne zu zögern.

Bei einem Segeltörn lernt eine frisch geschiedene Gynäkologin einen ehrgeizigen Kollegen kennen, der sich in sie verliebt. Doch weil der Mann verheiratet ist, will sie nichts von ihm wissen. Vielmehr kommt die Ärztin durch Zufall hinter die Machenschaften des Kollegen, der sich als skrupelloser Prothesenschwindler entpuppt. Seine Verliebtheit schlägt um in Hass. Um sich zu rächen, baut er sein schon lange geplantes Ärztezentrum direkt neben der kleinen Praxis der Gynäkologin, um sie in den Ruin zu treiben. Am Ende gibt es eine Leiche – und die Ärztin gerät ins Visier der Ermittler.

Die menschlichen Abgründe sind es, die Mimi Zöhl beim Schreiben oder Anschauen von Krimis begeistern. Ihre Passion für die spannende Lektüre entdeckte sie schon als Kind. „Ich war schon immer total vernarrt in Krimis“, sagt Zöhl, die sich die Kunst des Schreibens vor fünf Jahren bei einem Intensivkursus in Italien angeeignet hat. Dabei ließ sie sich von dem für seine Kriminalromane bekannten Bernhard Jaumann und bei Jan Costin Wagner ausbilden und inspirieren. „Das sind sehr gute Schriftsteller und einfach geniale Typen“, lobt Mimi Zöhl ihre Mentoren.

Bei ihrem Debüt-Roman, an dem sie zweieinhalb Jahre arbeitete, wolle sie sich abheben von den klassischen Kommissar-Krimis. „Ich habe beim Schreiben Wert darauf gelegt, die Entstehung des Verbrechens zu zeigen. Der Fall löst sich anders als in klassischen Krimis. Ich habe zudem Insiderwissen aus dem Gesundheitswesen einfließen lassen und sicherlich auch etwas Frustbewältigung aus dem Umgang mit den Behörden betrieben“, erzählt Mimi Zöhl, die als Kind für Karl-May-Bücher und die „Fünf Freunde“ schwärmte und im Fernsehen gern den „Kommissar“ mit Erik Ode schaute. Entstanden sei ein 296 Seiten starkes Werk, das „fast in Reinform“ durch das Lektorat gegangen sei.

Der Krimi wird inzwischen von dem Fischerhuder Verleger Wolf-Dietmar Stock vertrieben und in der Fischerhuder Dorfbuchhandlung sowie in Ottersberg bei der Buchhandlung Froben für 12,90 Euro verkauft.

Der erste Kriminalroman aus der Feder von Mimi Zöhl soll derweil nicht zur Eintagsfliege werden. Das nächste Buchprojekt habe sie schon in Angriff genommen. Diesmal, so verrät sie, soll es sich um ein Verbrechen im Fischerhuder Künstlermilieu handeln.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+