Back- und Dreschfest in Oyten / Präsentation historischer Fahrzeuge Milch wächst nicht in Tüten

Oyten. Die Arbeit am nostalgischen Spinnrad, die Kunst des Seilmachers, rumorende historische Landmaschinen – beim traditionellen Back- und Dreschfest des Heimatvereins Oyten rund um das Heimathaus standen auch in diesem Jahr schon fast vergessene Handwerkstechnik sowie geschichtsträchtige Werkzeuge und Maschinen im Fokus. Am Sonntag wurde das Dreschfest erstmalig am Tag des Sommerfestes im Oytener Ortskern veranstaltet.
14.08.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von David Rosengart

Oyten. Die Arbeit am nostalgischen Spinnrad, die Kunst des Seilmachers, rumorende historische Landmaschinen – beim traditionellen Back- und Dreschfest des Heimatvereins Oyten rund um das Heimathaus standen auch in diesem Jahr schon fast vergessene Handwerkstechnik sowie geschichtsträchtige Werkzeuge und Maschinen im Fokus. Am Sonntag wurde das Dreschfest erstmalig am Tag des Sommerfestes im Oytener Ortskern veranstaltet.

"In diesem Jahr kooperieren wir zwar schon mit den Organisatoren, aber in Zukunft wollen alle Vereine enger zusammenrücken und das Sommerfest mit unseren Veranstaltungen noch mehr verbinden", blickt Werner Gerken, erster Vorsitzender des Heimatvereins, in die Zukunft. "Ich glaube das alte Handwerk ist so faszinierend, weil‘s das einfach nicht mehr gibt." Mit dem Back- und Dreschfest möchten die Vereine Irrtümer und Unwissenheit über die Landwirtschaft in früheren Zeiten korrigieren. "Milch wächst eben nicht in Tüten", scherzt Vorsitzender Gerken.

Bereits ab 11 Uhr begann die Veranstaltung mit einem ausgiebigen Frühschoppen im Heimathaus. Für die musikalische Unterhaltung sorgten nach altbewährter Tradition De Thüner, tänzerisches Können bewies eine Volkstanzgruppe. Für großes Interesse sorgten die Exponate des Lanz-Bulldog Clubs Oyten-Backsberg, der neben nostalgischen Traktoren längst vergessene Landmaschinen aus vergangenen Jahrhunderten vorstellte. Bei mehreren Vorführungen präsentierten die Experten für historische Maschinen den Ablauf eines Dreschvorgangs. Eine Arbeitsgruppe brachte neugierigen Besuchern das Handwerk des Seilmachers näher, die Zuschauer konnten sich auch selbst an der komplizierten Herstellung versuchen. Ein Handarbeitsteam führte in die Technik am Spinnrad ein. In einer Ausstellung konnten bereits fertige Arbeiten begutachtet werden. Horst Beinlich aus Rotenburg stellte seine Nachbauten alter Traktoren zur Schau.

Am Nachmittag wurde dann mit großem Getöse der Motor des Hagedorn Schleppers, Baujahr 1938, zum Laufen gebracht. In diesem Jahr präsentierte der Lanz-Bulldog Club um den Vereinsvorsitzenden Johann Esselmann ein etwas geändertes Gespann.

"Ich werde erstmalig zwei Dreschmaschinen mit einer Zugmaschine betreiben", erklärte Experte Esselmann. Dem Publikum erläuterte die Dresch-Mannschaft während der Vorführung den Unterschied zwischen Breit- und Spitzdreschmaschine. Der Oytener Lindwurm drehte indes mit den kleinen Besuchern seine Runden. "An so einem schönen Sonntag mit so vielen Veranstaltern blüht Oyten richtig auf", freute sich ein Besucher.

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