Kristina Schröder zu Besuch in Etelsen / Problem der Nachmittagsbetreuung wird bald sehr aktuell Ministerin macht sich für die Arche stark

Landkreis Verden. Andreas Mattfeldt, früherer Bürgermeister von Langwedel und jetzt Bundestagsabgeordneter, hatte Familienministerin Kristina Schröder von der Kinderarche in seinem Wohnort vorgeschwärmt. Gestern überzeugte sich die Ministerin in der Grundschule Etelsen selber und war begeistert. 'Das, was Sie hier leisten, bräuchten wir in ganz Deutschland', sagte Schröder zu Ute Nelle, der Vorsitzenden des Vereins.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Ulrich Tatje

Landkreis Verden. Andreas Mattfeldt, früherer Bürgermeister von Langwedel und jetzt Bundestagsabgeordneter, hatte Familienministerin Kristina Schröder von der Kinderarche in seinem Wohnort vorgeschwärmt. Gestern überzeugte sich die Ministerin in der Grundschule Etelsen selber und war begeistert. 'Das, was Sie hier leisten, bräuchten wir in ganz Deutschland', sagte Schröder zu Ute Nelle, der Vorsitzenden des Vereins.

In der Kinderarche werden Grundschulkinder nach Schulschluss bis 17.30 Uhr betreut. Sie bekommen ein Mittagessen, machen Schularbeiten, bekommen je nach Bedarf Förderunterricht und können spielen. Insgesamt kümmern sich in den Archen in den Gemeinden Langwedel, Thedinghausen und Dörverden fünf Erzieherinnen und 35 ehrenamtliche Mitarbeiter (im Alter von 15 bis 75 Jahren) um rund 140 Kinder.

Seit 2007 gibt es den Verein, dessen Personalkosten zur Hälfte von den davon profitierenden Gemeinden, zur Hälfte vom Land finanziert werden. Das Land hatte dem Verein vor wenigen Monaten mitgeteilt, vorzeitig aus der Mitfinanzierung auszusteigen: Ende des Jahres sei Schluss.

Das Konzept funktioniere reibungslos, ist auch Mattfeldts Nachfolger im Amt des Langwedeler Bürgermeisters, Andreas Brandt, begeistert von der Arbeit der Arche. 'Die Ganztagsschule kann diese Betreuungszeiten nicht leisten' und wenn die Gemeinde die Aufgabe der Arche übernehmen müsste, würde sie nicht die Menge an Ehrenamtlichen und an Sponsoren finden, ist Brandt überzeugt. Läuft die finanzielle Unterstützung des Landes aus, sind zunächst die Gemeinden in der Pflicht, die Personalkosten zu übernehmen - wenn sie das Angebot behalten wollen. Die Elternbeiträge (sie zahlen freiwillig so viel sie können) decken die restlichen Kosten. Zu der Frage, ob die Gemeinde Langwedel die Arche-Personalkosten künftig übernehmen werde, meinte Brandt: 'Wer eine bessere Lösung hat, möge sie vortragen.'

Bei dem Besuch der Bundesministerin gehe es nicht ums Geld, so Andreas Mattfeldt auf die Frage. Vielmehr darum, ihr zu zeigen, dass die Arche nicht nur in städtischen Bereichen, sondern auch in einer ländlichen Gemeinde funktioniere. Und wenn die Bundesministerin davon überzeugt sei, könne das ja auch Einfluss auf das Land haben, so die Hoffnung des Bundestagsabgeordneten. Sie gehe davon aus, dass das Thema demnächst die Politik intensiv beschäftigen werde, ist sich Kristina Schröder sicher: Viele Eltern bekämen Probleme, wenn ihre Kinder zur Schule gingen.

Dann bräuchten sie eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder, um unbesorgt berufstätig sein zu können. In Etelsen herrsche eine gute Mischung aus toller Atmosphäre und Professionalität, lobte die Familienministerin am Ende ihres Besuches.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+