Zehnjähriges Bestehen

Mitmenschlichkeit wird großgeschrieben

In Badenermoor haben die Menschen am Wochenende das zehnjährige Bestehen des Vereins Dorfgemeinschaft Badenermoor gefeiert. Bei maritimen Klängen entwickelte sich aufgrund der Wetterlage ein rustikales Fest.
18.08.2019, 16:49
Lesedauer: 3 Min
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Von Gisela Enders

Eine Party am Sonnabend, ein kleiner Festakt am Sonntagvormittag: Das Schietwetter habe dem Verein Dorfgemeinschaft Badenermoor natürlich einen Strich durch die Rechnung gemacht, bedauerte Gerlinde Elmers. Die Feierlaune sei dadurch jedoch keineswegs getrübt worden. So habe die Livemusik von „Kruse & Blanke“ am Vorabend das Zelt gerockt, der Fortgang der Veranstaltung indes sei geprägt gewesen durch Ansprachen und Rückblicke auf die Arbeit des Vereins während der vergangenen zehn Jahre.

„Zunächst jedoch haben wir Wasser schippen müssen“, verriet die Vereinsvorsitzende, denn der Mengen, die Petrus am Morgen vom Himmel schickte, sei man nur schwerlich Herr geworden. Die Lieder von Wind und Wellen, vorgetragen vom Seemannschor Vegesack, untermalten den rustikalen Charakter des von Freundschaft getragenen Zusammenseins.

Ein Blick durch die Öffnung des 120 Menschen fassenden Zeltes gegen 12 Uhr verhieß wenig Gutes im Hinblick auf die Planungen für den Nachmittag. Unablässig tropfte es aus dunklen Wolken und die Chancen zum Beispiel des benachbarten Golfclubs, Kinder für einen leichten Parcours zu gewinnen, erwiesen sich als genauso schlecht, wie die des FC Badenermoor und der Feuerwehr Baden mit Aktionen für den potenziellen Nachwuchs.

Viele Anlässe für Treffen

Auch hinter den Rundfahrten mit einem Trecker, für so manchen kleinen Jungen ein absolutes Sommer-Highlight, stand am späten Vormittag noch ein großes Fragezeichen. Ein wesentlicher Punkt in der Vereinsarbeit sei die Pflege nachbarschaftlicher Beziehungen, unterstrich Gerlinde Elmers dessen Hauptanliegen.

Neubürger zum Beispiel würden besucht, Babys mit einem Geschenk bedacht. „Auch Anlässe, sich zu treffen, gibt es reichlich übers Jahr, sei es beim Frühjahrsputz im Dorf, beim Osterfeuer oder beim Maifest“. Darüber hinaus werde nach Feierabend häufig gemeinschaftlich geradelt und demnächst auf einer unlängst fertiggestellten Bahn auch Boule gespielt. Als besonders beliebt habe sich zudem das Erntedankfest erwiesen, begleitet von der evangelischen Kirche in Baden. „Keine Frau ist so schön wie die Freiheit“, glauben die Männer des Seemannschores, animierten zum Schunkeln und vertrieben mit ihren Liedern das Grau des Tiefdruckgebietes.

Dazu trugen auch zahlreiche Lämpchen bei, denn zur Freude des Vereins ist der Dorfplatz seit Kurzem an das Stromnetz angeschlossen. Den Helfern, die beim Verlegen der 270 Meter langen Leitung mit angepackt hatten, gilt der Dank des Vereins. Auch das Wirken der ehemaligen Vorsitzenden wurde gewürdigt, unter ihnen der junge Achimer Ehrenpreisträger Nico Elmers, der vor einigen Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.

Über Umwege zum Seemannschor

Zu maritimem Liedgut habe sie nie ein besonders Verhältnis gehabt, informierte Birgitt Kropp, mittlerweile betraut mit der musikalischen Leitung des Seemannschores Vegesack. „Bekannt war den Jungs nur, dass ich Akkordeon spielen kann. So wurde ich anlässlich eines aktuellen Notstandes um Unterstützung gebeten, und die Dinge nahmen ihren Lauf“. Seit mittlerweile fast 15 Jahren ist sie dem Verbund treu, dem auch ihr Ehemann seit der Zeit angehört. Nachwuchsprobleme kenne der Chor im Gegensatz zu anderen Zusammenschlüssen gleicher Art nicht, versicherte Kropp, unlängst sei sogar ein 14-Jähriger zu ihnen gestoßen. Darüber hinaus gäbe es noch ein paar weitere Neuzugänge, die sich über zusätzliche junge Mitstreiter mit Sicherheit freuen würden.

Auch Pascal Grünewald trat der landläufigen Ansicht, dass Vereinsarbeit nur etwas für Ältere sei, wirkungsvoll entgegen. Gemeinsam mit seinem Großvater nahm der Auszubildende im Kfz-Handwerk an der Festveranstaltung am Sonntag teil und bekundete seine Heimatverbundenheit. „Meine Familie lebt hier, und ich habe weder den Wunsch noch eine Veranlassung, irgendwann wegzuziehen“, erklärte er und besiegelte – mit einem kleinen Glas Alsterwasser in der Hand – seine Bindung an das Heimatdorf. Seinen Opa freut es, lebt doch auch er seit Generationen mit seiner ganzen Familie im Achimer Ortsteil Badenermoor.

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