Aller-Weser-Klinik

Möglicher Coronavirus-Verdacht in Achim

Bei einer Patientin, die sich derzeit in der Achimer Aller-Weser-Klinik befindet, besteht möglicherweise Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion. Die junge Frau wurde vorsorglich isoliert.
03.02.2020, 21:08
Lesedauer: 2 Min
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Möglicher Coronavirus-Verdacht in Achim
Von Elina Hoepken
Möglicher Coronavirus-Verdacht in Achim

Eine junge Frau ist momentan isoliert in der Aller-Weser-Klinik in Achim untergebracht.

Björn Hake

Seit Sonnabend befindet sich eine junge Patientin in der Achimer Aller-Weser-Klinik, bei der laut Klinik „möglicherweise ein Verdacht“ auf eine Coronavirus-Infektion besteht. Ob es sich allerdings tatsächlich um einen Verdachtsfall handelt, werden erst die Ergebnisse der Laboruntersuchungen zeigen, mit denen das Krankenhaus in den nächsten Tagen rechnet.

„Die Patientin kam am Sonnabend zu uns und zeigte ähnliche Symptome wie bei einer normalen Grippe“, erklärt der ärztliche Direktor und Vorsitzende der Hygienekommission Achim und Verden, Peter Ahrens. Der einzige Unterschied: Die junge Frau war gerade von einer Reise aus Dubai zurückgekehrt. „Auf dieser Reise war sie nach eigenen Angaben auch mit einer Gruppe von Chinesen unterwegs, die gehustet hätten.“

Aus diesem Grund habe sich die Frau Sorgen gemacht. Nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts handelt es sich bei der Frau laut Ahrens allerdings nicht um einen harten Verdachtsfall. „Dies wäre nur der Fall, wenn die Patientin Kontakt zu Menschen gehabt hätte, die gesichert mit dem Coronavirus infiziert waren oder sich selbst in China aufgehalten hätte.“

Für das Krankenhaus gelte es nun, mithilfe der Laboruntersuchungen abzuklären, ob es sich tatsächlich um einen Verdachtsfall handelt. „Wir haben direkt am Sonnabend Mund-, Nasen- und Rachenabstriche gemacht und diese werden derzeit im Labor untersucht“, erklärt Ahrens. Mit den ersten Ergebnissen rechne man am Dienstag. Darüber hinaus seien am Montag nochmals exaktere Abstriche genommen worden. „Sollte der erste Abstrich negativ sein, warten wir in jedem Fall auch noch das Ergebnis des zweiten Abstrichs ab“, beschreibt Ahrens das weitere Vorgehen. „Wenn beide Ergebnisse negativ sind, hat sich die Sache erledigt.“

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Die Patientin sei vorsorglich isoliert worden. Das sei jedoch auch bei einer Influenza, also einer Grippeinfektion üblich. „Die Frau wird beobachtet und ihr geht es abgesehen von den grippeartigen Symptomen gut“, sagt Ahrens. Eine Lebensgefahr bestehe derzeit nicht. „Es ist keine Situation, die mich beunruhigt“, macht der ärztliche Direktor mit Blick auf den Zustand der Patientin klar. „Was uns zusätzlich noch entspannt, ist die Tatsache, dass die Patientin mit Mitte 20 noch sehr jung ist.“ Selbst wenn sich bei der Patientin der Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion bestätigen sollte, werde sie wieder gesund werden.

„Auch in China sind am Coronavirus bisher hauptsächlich ältere Menschen gestorben und solche, die bereits eine Vorerkrankung hatten“, gibt Ahrens zu bedenken. Je kränker und je älter man sei, umso problematischer sei eine Infektion. Das gelte allerdings ebenso für eine Influenza-Infektion. Diese sei ohnehin gefährlicher einzustufen. In Deutschland würden jährlich zwischen zwei und 14 Millionen an Influenza erkranken. Bei schätzungsweise bis zu 20 000 Patienten verlaufe die Erkrankung tödlich.

„Sollten die Abstriche bei der Patientin mit Blick auf eine Coronavirus-Infektion positiv verlaufen, müsste natürlich ermittelt werden, mit wem sie zuletzt Kontakt hatte“, sagt Ahrens. Hierfür wäre dann das Gesundheitsamt verantwortlich. Außerdem müsste entschieden werden, ob die Patientin weiter in der Aller-Weser-Klinik in Achim behandelt oder möglicherweise nach Hamburg verlegt wird.

Alle bisherigen und zukünftigen Schritte im Krankenhaus seien in enger Abstimmung mit den Gesundheitsämtern in Verden und in Hannover abgestimmt worden. Man habe gemeinsam überlegt, ob man bereits in einem so frühen Stadium die Öffentlichkeit informieren wolle. „Wenn die Frau keinen Kontakt zu Chinesen gehabt hätte, wären wir mit dem Fall sicherlich noch nicht an die Öffentlichkeit gegangen“, sagt Peter Ahrens.

+++ Dieser Text wurde aktualisiert um 21:08 Uhr +++

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