Open-Air-Festival

Grill-Lachs auf Porzellan

Innerhalb von sechs Wochen hat das Team ein Festival auf die Beine gestellt, dessen Organisation sich sonst über ein Jahr hinzieht. Nach dem Hygiene- ist nun auch ein Gastronomiekonzept ausgearbeitet.
20.08.2020, 16:57
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Von Marie Lührs
Grill-Lachs auf Porzellan

Das Hygienekonzept und die Bewirtung sind organisiert: Die Veranstalter, Silvia Voige und Volkmar Koy, sowie die Gastronomen, Martin Fenzau und Frank Stauga, können es kaum erwarten, bis das Festival startet.

Björn Hake

Gerade einmal sechs Wochen dauerten die Vorbereitungen für das Open-Air-Festival, das die Verdener am Freitag und Sonnabend, 28. und 29. August, auf dem Domplatz erwartet. Gewöhnlich dauere die Planung für eine solche Großveranstaltung mindestens ein Jahr, erklärt Silvia Voige, Leiterin der Verdener Stadthalle. Doch im Corona-Jahr ist bekanntlich vieles anders. Und so sollen gleich mehrere Konzerte dem Publikum, aber auch dem Team, das das Festival ermöglicht, ein wenig Normalität bescheren. Auch das Konzept für die Bewirtung steht nun fest.

„Jeder steuert etwas bei“, freut sich Silvia Voige über die Zusammenarbeit, die es ohne Corona wohl nicht gegeben hätte. Denn ein Open-Air-Festival auf dem Domplatz habe es in dieser Form noch nicht gegeben. „Auch die Innenstadt profitiert“, ist Voige überzeugt.

Die Festivalplanung unter Corona-Bedingungen ist ein wenig komplizierter, denn allerlei Hygienevorschriften müssen beachtet werden. Auf dem Gelände werden daher auch Wegeführungen markiert. Die Gäste nehmen in festgelegten Gruppen Platz. Daher gibt es die Tickets auch nur in Sets von zwei, drei oder vier Karten. Die Plätze sind nummeriert und werden fest zugeteilt. Zwischen jeder Sitzgruppe sei ausreichend Platz zur nächsten, versichert Voige. Für Konzertbesucher, die alleine kommen, werde es nach aktuellem Stand an einer Tageskasse Karten geben.

Auf dem Gelände und im Eingangsbereich herrscht Maskenpflicht, allerdings gelten verschiedene Ausnahmen. Denn am Platz dürfen die Gäste ihre Masken abnehmen. Selbes gilt beim Essen und Trinken an den bereitgestellten Stehtischen. Neben Musikern, Technikern und Veranstaltern aus der Region ist auch die Domschänke in das Geschehen mit eingespannt.

Zugang erhalten die Zuschauer über die Grüne Straße. Zwei Eingänge werden dort eingerichtet. An einem von ihnen wird es eine Tageskasse geben. Dahinter beginnt der gastronomische Bereich, den Martin Fenzau und Frank Stauga von der Domschänke betreiben. Barbecue-Lachs, Nackensteak und Pommes stehen unter anderem auf der Speisekarte. „Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei“, versichert Stauga. Zusätzlich gibt es zwei Getränkestationen sowie mehrere Desinfektionsmittelspender. Zum Schutz der Umwelt servieren die Gastronomen auf Porzellan. Die Strohhalme, die zum Einsatz kommen, sind aus Bambus und biologisch abbaubar. „Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema“, betont Stauga – auch in Krisenzeiten.

Die Konzertfläche selbst befindet sich auf der westlichen Hälfte des Areals, genau wie die Ausgänge, die auf die Domstraße führen. Dadurch soll weniger Gedränge entstehen. „Sicherer als Einkaufen im Supermarkt“ sei der Konzertbesuch, ist Silvia Voige überzeugt. „Jeder, der auf dem Platz ist, ist namentlich registriert“, erzählt sie weiter. Die Daten werden genau wie in Restaurants für drei Wochen aufbewahrt. Vor Ort sind außerdem vermehrt Ordner unterwegs, damit Abstände und Maskenpflicht eingehalten werden.

„Mit so heißer Nadel habe ich noch nie eine Großveranstaltung gestrickt“, erzählt Volkmar Koy, Vorsitzender des Vereins Verdener Jazz- und Bluestage, der die Konzerte in Zusammenarbeit mit Stadt und Stadthalle organisiert. Nun hofft das Team, dass trotz der gebotenen Eile alles gut geht und möglichst auch das Wetter mitspielt.

Der Kartenverkauf hat bereits begonnen. Viele Musikbegeisterte waren nach zahlreichen Konzertabsagen offenbar ganz ausgehungert, denn der Vorverkauf lief laut Voige sehr gut an. Doch während bei anderen Veranstaltungen die Tickets über Monate nach und nach verkauft werden, ist die Zeit nun knapp. Für die Veranstaltungsfläche zwischen dem Verdener Dom und der Andreaskirche musste eigens ein Sitzplatzkonzept entwickelt und für den Ticketverkauf ein virtueller Saalplan erstellt werden. All das habe ein wenig länger gedauert, als sich das die Organisatoren zunächst vorgestellt hatten.

Karten gibt es unter anderem in der Geschäftsstelle der VERDENER NACHRICHTEN. Für das Bandfestival am Sonnabend ab 10 Uhr zahlen Interessierte acht Euro. Etwas tiefer müssen die Fans von Stefan Gwildis (Freitag, 19 Uhr) und den Flying Soul Toasters (Sonnabend, 19 Uhr) in die Taschen greifen. Für beide gibt es Karten ab 30 Euro pro Zuschauer. Insgesamt soll es 421 Sitzplätze geben, die in 144 Ticket-Paketen vergeben werden.

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