Achimer Tafel

Achimer Tafel nimmt Betrieb wieder auf

Gut zwei Monate mussten die Türen des Achimer Tafelhauses wegen der Corona-Krise geschlossen bleiben. Ab dem 19. Mai startet nun wieder die Lebensmittelausgabe – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.
14.05.2020, 16:20
Lesedauer: 2 Min
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Achimer Tafel nimmt Betrieb wieder auf
Von Elina Hoepken
Achimer Tafel nimmt Betrieb wieder auf

Durch zahlreiche Spenden konnte das Tafelhaus in Achim bestmöglich für die Wiedereröffnung vorbereitet werden.

Björn Hake

Den 13. März 2020 wird Rainer Kunze so schnell wohl nicht wieder vergessen. Es war Freitag, der 13. „Wie passend“, sagt der Vorsitzende der Achimer Tafel in der Rückschau. Denn an diesem Tag seien die ersten zwei Corona-Verdachtsfälle in Achim öffentlich gemacht worden. Und an diesem Tag habe die Achimer Tafel die Entscheidung treffen müssen, ihre Türen auf unbestimmte Zeit zu schließen – zum Schutz ihrer Mitarbeiter und ihrer Kunden. „Wir konnten es nicht mehr verantworten, wie gewohnt weiterzumachen.“

Inzwischen sind zwei Monate vergangen. Zwei Monate, in denen die Mitarbeiter der Tafel einerseits, wie berichtet, versucht haben, zumindest einen Teil ihrer Kunden weiter zu versorgen und mit Lebensmitteln zu beliefern, aber andererseits auch stets eine mögliche Wiedereröffnung des Tafelhauses im Blick hatten. „Es ist natürlich immer einfacher, alles dicht zu machen, als den Betrieb wieder ans Laufen zu kriegen“, sagt Kunze. Das zeige sich nach dem Lockdown in vielen Bereichen. „Wir haben uns daher dazu entschlossen, alles in Ruhe anzugehen und eine Wiederöffnung gut und überlegt vorzubereiten.“

Vorbereitungen abgeschlossen

Und eben jene Vorbereitungen sind nun zu einem Abschluss gekommen, sodass die Achimer Tafel in der kommenden Woche wieder ihren Betrieb aufnehmen wird. Die ersten Ausgabetermine sind am Dienstag, 19. Mai, von 14 bis 15.30 Uhr am Tafelhaus in Achim und am Mittwoch, 20. Mai, jeweils von 15 bis 16 Uhr im Blocks Huus in Oyten-Bassen und im Gemeindehaus Thedinghausen-Lunsen. „Doch auch wenn wir jetzt wieder loslegen, ist natürlich klar, dass die Arbeit nicht mehr dieselbe sein wird wie vorher“, ist sich Kunze sicher.

Ähnlich wie in den Einzelhandelsgeschäften gelten bei der Tafel zukünftig strengere Vorschriften. Vor der Tür sind mittlerweile Markierungen angebracht, damit beim Warten ausreichend Sicherheitsabstand eingehalten wird. Nur noch maximal drei Personen dürfen dann gleichzeitig ins Achimer Tafelhaus. „Sie müssen an der Kasse bezahlen und von dort aus zu den einzelnen Ausgabestellen gehen“, erklärt Kunze. Markierungen auf dem Boden weisen den jeweiligen Weg. Vor den Ausgabestellen sind Spuckschutz-Wände angebracht und es gilt eine generelle Maskenpflicht. Für die Ausgabestellen in Bassen und Lunsen hat die Tafel darüber hinaus mobile Spuckschutz-Masken angeschafft, da ein Umbau aller Ausgabestellen zu aufwendig und teuer gewesen wäre.

Zahlreiche Spenden

„All diese Vorkehrungen konnten wir nur realisieren, weil wir zahlreiche Spenden bekommen haben“, berichtet Kunze. So seien allein von der Rotary Stadttombola und einzelnen Mitgliedern der Rotarier insgesamt 3600 Euro an Spenden zusammengekommen. „Es ist ein tolles Gefühl, zu sehen, dass wir so viel Unterstützung bekommen“, freut sich Kunze. Das habe alle Beteiligten noch einmal mehr zusammengeschweißt.

„Auch für uns wird es nun natürlich spannend, wie der Betrieb zukünftig laufen wird“, sagt Kunze. „Aber wir sind erst einmal sehr froh, dass wir wieder all unseren Kunden helfen können.“ Er selbst rechnet jedoch damit, dass sich deren Zahl in den kommenden Monaten auch noch erhöhen wird. „Ich bin überzeugt davon, dass durch Kurzarbeit und Kündigungen in Zusammenhang mit der Corona-Krise unser Kundenstamm noch weiter wachsen wird.“

Ob allerdings auch zukünftig ausreichend Lebensmittel für alle zur Verfügung stehen werden, das werde sich erst nach der Wiedereröffnung zeigen. „Von den Tafeln, deren Betrieb auch in den vergangenen Wochen weitergelaufen ist, wissen wir, dass die Supermärkte weniger Ware abzugeben haben“, berichtet Kunze. Trotz all dieser Unwägbarkeiten freue er sich aber darauf, dass der Tafelbetrieb nun wieder starten kann. „Es werden sich viele Dinge verändern, aber wir sind bestmöglich vorbereitet.“

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