Kreis Verden Nachfrage nach Bauland steigt wieder

Landkreis. Ob es an der anziehenden Konjunktur liegt oder am günstigen Baugeld, lässt sich nur vermuten. Fakt ist: Nach etlichen Jahren sinkender Umsätze wurden im vorigen Jahr sechs Prozent mehr Bauplätze im Landkreis Verden verkauft, als noch im Jahr 2009.
21.04.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Nachfrage nach Bauland steigt wieder
Von Uwe Dammann

Landkreis. Ob es an der anziehenden Konjunktur liegt oder am günstigen Baugeld, das die Banken im Vorjahr vergeben haben, lässt sich nur vermuten. Fakt ist: Nach etlichen Jahren sinkender Umsätze wurden im vorigen Jahr sechs Prozent mehr Bauplätze im Landkreis Verden verkauft, als noch im Jahr 2009.

Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2011 hervor, der nun vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte Verden veröffentlicht wurde. Der Bericht enthält alle wichtigen Daten zur aktuellen Umsatz- und Preisentwicklung des regionalen Grundstücksmarktes in den Landkreisen Rotenburg (Wümme), Soltau-Fallingbostel und Verden.

Die Belebung im Baulandbereich hat allerdings noch längst nicht auf die Preise durchgeschlagen, die seit etwa sechs Jahren konstant sind und kaum eine Bewegung nach oben oder unten erkennen lassen, heißt es in dem Bericht. Die zum 1. Januar 2011 vom Gutachterausschuss neu ermittelten Richtwerte für Wohnbauland liegen im Landkreis Verden nach wie vor zwischen rund 20 Euro pro Quadratmeter in den Dörfern des östlichen und südlichen Landkreises und 240 Euro pro Quadratmeter für Spitzenwohnlagen auf dem Geesthang in Achim.

Auf den Kreis Verden bezogen ist dabei der Quadratmeter Bauland in der Stadt Achim immer noch am teuersten. Hier liegt der durchschnittliche, mittlere Preis inklusive Erschließungskosten bei 130 Euro pro Quadratmeter. Das zweitteuerste Baugrundstück gibt es in Verden mit 106 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Oyten mit 104 Euro. Ottersberg mit 88 Euro und Langwedel mit 85 Euro liegen fast gleichauf, während in Thedinghausen der Quadratmeter Bauland im Durchschnitt 64 Euro kostet. Am günstigsten bauen lässt sich in Kirchlinteln mit 49 Euro, gefolgt von Dörverden mit 53 Euro pro Quadratmeter. Wie immer, gilt auch in diesem Jahr, der Preis für das Bauland richtet sich nach Lage und Ausrichtung des Grundstückes. Insgesamt wurden 2010 am Markt rund 5200 Vertragsvorgänge registriert. Nach einem Umsatzplus im Vorjahr von 6,5 Prozent ist dies ein weiterer Anstieg um insgesamt 300 Kauffälle oder 5,8 Prozent, der jedoch nicht gleichmäßig eingetreten ist. Die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sind dabei erstmals wieder in allen drei Landkreisen angestiegen.

Freistehende Einfamilienhäuser wurden gegenüber dem Vorjahr im Landkreis Verden um rund ein Prozent und im Landkreis Rotenburg sogar um fünf Prozent teurer. "Dies ist möglicherweise noch kein sicheres Indiz für eine Trendwende, aber allemal ein Licht am Ende des Tunnels", heißt es in dem Bericht im Wortlaut. Die Preise für Wohnimmobilien waren im vergangenen Jahrzehnt durchschnittlich um stolze 20 Prozent gefallen.

Der Handel mit bebauten Grundstücken wird mit einem Anteil von rund 60 Prozent von dem Verkauf frei stehender Einfamilienhäuser dominiert. Im Vergleich zum Vorjahr wurden im Landkreis Verden acht Prozent mehr Einfamilienhäuser verkauft. Das Umsatzplus bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften betrug sogar 21 Prozent, bei Eigentumswohnungen 14 Prozent.

Wachsenden Anteil an der aktuellen Marktbelebung hat seit rund fünf Jahren der Handel mit land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken. In den Landkreisen Rotenburg (Wümme) und Verden sind 2010 die höchsten Jahresumsätze für landwirtschaftliche Flächen seit 20 Jahren zu verzeichnen. Insbesondere Ackerstandorte sind weiter verstärkt gefragt.

Die staatliche Förderung der alternativen Energieerzeugung hat nachhaltigen Einfluss auf den Umsatz, aber auch auf die Preisentwicklung. Insbesondere der Bedarf an Ackerflächen, die sich für den Maisanbau eignen, ist ungebrochen hoch. In den drei Landkreisen sind die Preise für landwirtschaftliche Nutzflächen 2010 wiederum, wie bereits in den vergangenen Jahren, deutlich um rund zehn Prozent gestiegen. Der höchste Preisanstieg von über 20 Prozent ist in der Region zwischen Rotenburg und Zeven zu verzeichnen. Im Landkreis Rotenburg wurden in den vergangenen Jahren 130 Biogasanlagen errichtet, zehn Prozent der Gesamtanzahl in ganz Niedersachsen. Auch der Ausbau der A1 habe sich hier ausgewirkt. Für die verbreiterte Hansalinie wurde mehr angrenzendes Ackerland benötigt.

Bodenrichtwertübersichten und der Grundstücksmarktbericht sind als Drucke in der Geschäftsstelle beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN), Katasteramt Verden, Eitzer Str. 34, Telefon 04231/808 102, erhältlich und im Internet (www.gag.niedersachsen.de) veröffentlicht.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+