Finanzspritze für AWK

Nachschub für die Aller-Weser-Klinik

Auch in diesem Jahr benötigt die Aller-Weser-Klinik in Achim und Verden eine Finanzspritze. Der Zuschuss des Landkreises fällt allerdings höher aus, als bisher eingeplant.
23.06.2019, 12:57
Lesedauer: 2 Min
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Nachschub für die Aller-Weser-Klinik
Von Onno Kutscher
Nachschub für die Aller-Weser-Klinik

Die Aller-Weser-Klinik in Achim und Verden bekommt schon seit Jahren finanzielle Unterstützung vom Landkreis – auch 2019.

Sebi Berens

Die finanzielle Situation der Aller-Weser-Klinik (AWK) mit ihren Standorten in Achim und Verden bleibt auch 2019 angespannt. Diese Nachricht ist erst mal nicht neu. Daher hatte der Verdener Kreistag bereits 5,5 Millionen Euro für Kapitalstärkung und Liquiditätssicherung im Haushalt für 2019 bereitgestellt (wir berichteten). Die Finanzspritze war also eingeplant. Allerdings reicht sie in der Höhe nicht ganz aus. Das geht aus einem Schreiben von AWK-Geschäftsführerin Marianne Baehr an den Landkreis Verden hervor. Demnach muss noch einmal um 500 000 Euro aufgestockt werden. Grund für die finanzielle Nachjustierung ist laut Baehr ein höheres Jahresdefizit als erwartet.

In dem Schreiben an die Kreisverwaltung erklärt sie, dass das Geld auf der einen Seite zur Deckung des Defizits von 2018 benötigt wird und auf der anderen Seite der erneuten Kapitalvorsorge für 2019 dient. „Gleichzeitig wäre eine Liquiditätssicherung bei Engpässen gegeben. Derzeit bietet die seit Monaten stabile Leistungssituation in beiden Häusern der AWK eine verhalten gute Liquiditätssituation.“

Als Grund für das schlechte Jahresergebnis 2018 nennt Marianne Baehr einen deutlichen Leistungsrückgang in den Jahren 2017 und 2018 durch Wechsel sowie Langzeiterkrankungen von Chefärzten und Oberärzten im Krankenhaus Achim. „Die damit einhergehenden Vakanzen wurden zum Teil mit qualifizierten Honorarärzten besetzt, was eine überplanmäßige Kostensteigerung bei den Honorarkosten zur Folge hatte“, schreibt die Geschäftsführerin.

Positiver Ausblick

Marianne Baehr sieht aber auch Licht am Horizont. „Ich freue mich, dass die Entwicklung im Krankenhaus Verden in allen Fachbereichen durch gute Behandlungsqualität positiv ist. Die Investition in den Herzkathetermessplatz auch in Verbindung mit der Wiederinbetriebnahme der Hubschrauberlandestelle wirkt sich zusätzlich positiv aus.“ Für Achim erhoffe sie sich eine sichere Personalbesetzung und eine Leistungsstabilisierung. „Diese zeichnet sich derzeit so auch ab.“

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Die Kapitalstärkung und die Liquiditätssicherung sind eine Sache, Investitionen eine andere. Auch dafür bekommt die AWK 2019 Geld – und auch dafür wurde im Kreis-Haushalt Geld veranschlagt, für das Baehr nun eine Freigabe beantragt hat. Benötigt wird eine Summe in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro: Das ist einerseits für aktuelle aber auch für bereits erfolgte Investitionen aus den Jahren 2011 bis 2018.

Investitionen getätigt

Im zurückliegenden Zeitraum wurde unter anderem die zentrale Notaufnahme im Krankenhaus Verden umgebaut und der Parkplatz umgestaltet. In Achim erfolgte der Umbau der Küche und deren Ausstattung, die Sanierung und der Umbau der Chirurgie sowie der Umbau der Station 5 und 6. In dem Schreiben der Geschäftsführerin an den Landkreis heißt es, dass für die bereits erfolgten Investitionen ein nicht durch die Finanzierungsmittel gedeckter Betrag in Höhe von 580 000 Euro besteht.

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Das restliche Geld, rund 908 000 Euro, soll für aktuelle Investitionen genutzt werden. „Um die Medizintechnik in den Kliniken in Achim und Verden weiterhin auf einem guten, modernen Niveau vorhalten zu können sowie die dringend erforderlichen Modernisierungen im Bereich IT/Digitalisierung zu gewährleisten, ist das Geld erforderlich“, schreibt Baehr. Die Finanzierungsmittel aus Abschreibungen sollen für den aus Altersgründen erforderlichen Ersatz der beiden Telefonanlagen genutzt werden.

Der Verdener Kreistag muss für die Freigabe des Geldes an die Aller-Weser-Klinik noch grünes Licht geben. Die Kommunalpolitiker entscheiden darüber während der öffentlichen Sitzung am Freitag, 28. Juni, ab 15 Uhr im Verdener Kreishaus.

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