Achim im Wandel

Neugestaltung an neuralgischen Punkten

Auf dem Lieken-Gelände und im Herbergstraßenquartier sollen in erster Linie neue Wohnungen geschaffen werden können. Dafür legt die Achimer Ratspolitik nun den Grundstein, indem sie Satzungsbeschlüsse fasst.
01.09.2019, 17:48
Lesedauer: 3 Min
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Neugestaltung an neuralgischen Punkten
Von Kai Purschke
Neugestaltung an neuralgischen Punkten

Noch dominieren Schotterberge auf dem früheren Lieken-Areal. Wenn der Satzungsbeschluss nun gefasst wird, steht einer Neugestaltung nichts mehr im Wege.

fotos: Björn Hake

Sie verändern beide das Gesicht der Stadt Achim: die Bebauungspläne „Lieken-Quartier“ und „Herbergstraße“. Und zumindest im Fall der Fläche, auf der derzeit nur Schuttberge von der Existenz der früheren Achimer Brotfabrik zeugen, wird sich die Gestaltung auf einen Schlag verändern, sobald die Baufahrzeuge für den Aufbau des neuen Quartiers nördlich des Bahnhofs rollen dürfen. Dafür muss die Politik aber noch endgültig grünes Licht geben und den sogenannten Satzungsbeschluss fassen.

Dieser soll nun vom Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Dienstag, 10. September (ab 17 Uhr im Rathaus) vorbereitet werden. Ebenso den Satzungsbeschluss für das Herbergstraßenquartier, sodass für beide neuralgische Punkte der Stadtrat am Donnerstag, 26. September, die Vorhaben abschließend abnicken kann. So stellt sich die Stadtverwaltung den Ablauf vor, der dafür sorgen soll, dass in beiden Quartieren auch private Investoren zum Zuge kommen, die in erster Linie zusätzlichen, in Achim dringend benötigten, Wohnraum schaffen sollen.

Für das Lieken-Quartier ist in den Unterlagen mal die Rede von 160, dann wieder von 200 Wohneinheiten. Wie berichtet, sieht das Wohnraumversorgungskonzept in Achim bis 2020 den Bau von rund 530 Wohnungen als erforderlich an, von denen etwa die Hälfte kleinere Mietwohnungen (bis 70 Quadratmeter) sein sollen. „Es sind insgesamt 135 Mietwohnungen und zusätzlicher Ersatzbedarf für auslaufende zweckgebundene Wohnungen für einkommensschwache Haushalte zu schaffen. Für das Lieken-Areal wird im Konzept ein Potenzial von rund 100 Wohnungen identifiziert“, heißt es dazu in der Begründung zur Flächennutzungsplanänderung. Der Investor W&S, Eigentümer der Lieken-Flächen, wird die Bauten realisieren.

Weiter sollten auf dem Areal, im Sanierungsgebiet „Nördliche Innenstadt“, gemischt genutzte Funktionen wie Büros, Dienstleistungen, Praxen, Einzelhandel sowie eine Park- und Ride-Anlage und ein Hotelbetrieb ermöglicht werden. Auch eine neue Kindertagesstätte für fünf Gruppen soll in dem Gebiet entstehen, in direkter Nachbarschaft zu den dort schon befindlichen Achimer Stadtwerken.

Die planen, wie berichtet, selbst eine Erweiterung an ihrem Standort – mit der Ergänzung des Verwaltungsbaus durch eine dreigeschossige Bebauung mit Technikaufbauten. Der Werkstatt- und Lagerbereich soll durch ein Gebäude mit etwa 8,50 Metern Höhe nach Osten hin erweitert werden. Und einen größeren Parkplatz benötigen die Stadtwerke offenbar auch: „Aufgrund von betrieblichen Erweiterungen werden zukünftig rund 140 Stellplätze auf dem eigenen Grundstück benötigt“, steht in der Begründung.

Das kleinere, zentraler gelegene Herbergstraßenquartier befindet sich zwischen Obernstraße, Achimer Brückenstraße und Herbergstraße in direkter Nähe zur Fußgängerzone. Das Plangebiet ist einen knappen Hektar groß, das Flächenpotenzial laut Begründung der Bebauungsplanänderung beträgt rund 1500 bis 2000 Quadratmeter. Um das Einzelhandelspotenzial an dieser Stelle zu stärken, soll der Bebauungsplan künftig „zusammenhängende Angebote für Handelsunternehmen mit attraktiven Verkaufsflächen von 1200 bis 1500 Quadratmetern“ ermöglichen.

Vorgesehen ist, so war das Sieger-Konzept aus einem Architektenwettbewerb hervorgegangen, eine Bebauung mit zwei- bis dreigeschossigen Gebäuden. Entlang der Obernstraße und Achimer Brückenstraße soll eine zwei- bis dreigeschossige Bebauung mit einer geschlossenen Raumkante dem öffentlichen Raum eine bauliche Fassung geben. Für die Herbergstraße schlägt der Entwurf eine aufgelockerte Wohnbebauung mit kleinen Höfen vor, die halböffentliche Freiräume mit Aufenthaltsqualität bilden.

Im Erdgeschoss könne "zeitgemäßer Einzelhandel Platz finden, indem es jeweils durchgängig bebaut werden“ könne. Zur Unterbringung der erforderlichen Kfz-Stellplätze sieht das städtebauliche Konzept eine Tiefgarage vor, die sich unter dem gesamten Plangebiet erstreckt und ebenso abschnittsweise realisiert werden könne wie das gesamte Quartier, da die Grundstücke unterschiedlichen Eigentümern gehören.

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