Volleyball 2. Bundesliga

Neuland war gestern

Der TV Baden will den Überraschungscoup aus der Vorsaison wiederholen. Oder anders gesagt: Der TVB will wieder die Klasse halten.
06.09.2019, 17:07
Lesedauer: 5 Min
Zur Merkliste
Neuland war gestern
Von Florian Cordes
Neuland war gestern

Ole Sagajewski schlägt mit dem TV Baden auch in dieser Saison in der 2. Bundesliga auf. In einer Woche beginnt die neue Serie.

Björn Hake

Alfred Hitchcock wäre vermutlich neidisch geworden. Denn auch dem Meister des Thrillers wäre es wohl schwergefallen, sich solch ein Drama auszudenken. Was sich im April in Moers abgespielt hatte, war an Dramatik und Spannung nicht zu überbieten. Dort hatte der TV Baden etliche Matchbälle, um sich den Sieg und damit verbundenen Klassenerhalt zu sichern. Nach vielen Momenten des Zitterns hat es dann doch noch geklappt. Der TVB verwandelte gegen den Moerser SC den x-ten Matchball. Der benötigte Erfolg war eingetütet, die Planungen für eine weitere Saison in der 2. Bundesliga Nord durften beginnen. Und nun steht der Startschuss kurz bevor: Die Jagd nach dem Klassenerhalt, sie beginnt für den TV Baden von Neuem.

Peter-Michael Sagajewski verspricht, dass die Mannschaft auch im zweiten Jahr bis zum allerletzten Moment darum kämpfen wird, damit die Liga ein weiteres Mal gehalten wird. „Und je früher wir den Klassenerhalt sicher haben, desto schöner ist es“, sagt der TVB-Manager. „Wenn wir erneut drin bleiben, reicht uns das absolut. Denn die 2. Liga ist eine richtig tolle Spielklasse.“ Aussagen, dass das zweite Jahr nach einem Aufstieg immer das schwierigste ist, möchte Sagajewski nicht zum Anlass nehmen, um pessimistisch in die neue Saison zu gehen. Negativ denken – das liegt einfach nicht im Naturell des Managers: „Es hat schon einen fiesen Charakter, wenn man von Anfang an das Damoklesschwert über dem Team schweben lässt.“

Mit mehr Erfahrung ausgestattet

Viel mehr versprüht Sagajewski vor dem Start Optimismus. Der Grund: Durch die Erfahrungen, die die Mannschaft in der Premieren-Saison gesammelt hat, hätten sich alle Spieler verändert – zum Positiven. „Letztes Jahr sind die Jungs doch recht wackelig in die Saison gegangen“, erinnert Sagajewski an den schwachen Start. Aus den ersten drei Begegnungen holte der TVB lediglich einen Zähler. Dieser wurde gleich im ersten Spiel beim TuB Bocholt eingefahren. „Da hat uns aber auch noch die Erfahrung gefehlt“, sagt Sagajewski. Während der Saison sind die Badener aber immer besser in die 2. Liga hineingewachsen. Trotz so mancher Rückschläge wuchs das Selbstvertrauen. „Vor allem die vielen Matches über fünf Sätze haben das Team mental nach vorne gebracht“, freut sich Sagajewski über die Entwicklung, die alle Spieler in der ersten Saison durchgemacht haben.

Diese Entwicklung war am Ende mitentscheidend für den Klassenerhalt. Das Team von Trainer Fabio Bartolone war mental stark genug, um im entscheidenden Spiel in Moers zu bestehen. Und so wurde die 2. Liga – damals noch das große Neuland – von den Schwarz-Weißen erfolgreich betreten. Doch Neuland, das war gestern. Ein bisschen sei die „Hurra-Stimmung“ aus dem vergangenen Jahr zwar noch vorhanden, dennoch könne man nun mit einem anderen Gefühl starten. Warum? „Weil die Jungs jetzt wissen, was auf sie zukommt“, erklärt Manager Sagajewski.

Zum Auftakt wartet ein Gegner, bei dem es im Sommer laut Sagajewski einige Veränderungen gegeben hat. In der Lahofhalle steht am Sonntag ein Niedersachsen-Derby an: Der FC Schüttorf 09 kommt dann nach Baden. Gegen den FCS wollen die Badener nur allzu gerne mehr Punkte einfahren als im Auftaktspiel der Vorsaison. „Ich bin jedenfalls schon jetzt freudig gespannt“, sagt Sagajewski eine Woche vor dem Start voller Optimismus.

Dass in Baden eine gesunde Portion Optimismus vorherrscht, ist seit vielen Jahren der Fall. Die Erfolge aus der vergangenen Dekade haben nun einmal ihre Spuren hinterlassen. Was sich im Laufe der Jahre aber immer ein wenig verändert hat, war der Kader. Auch vor dieser Saison hat es personelle Verschiebungen gegeben. Zwei davon sind für Peter-Michael Sagajewski mit vielen Emotionen verbunden. Denn mit Stefan Baum und Alexander Decker haben den TV Baden zwei Spieler verlassen, die fleißig an der Erfolgsgeschichte mitgeschrieben haben. „Diese beiden Abgänge schmerzen schon sehr“, bedauert Sagajewski.

Stefan Baum studiert nun in Göttingen, Alexander Decker hat sich dazu entschieden, seine Hallenschuhe an den Nagel zu hängen. Dritter Abgang ist Leander Schulz. Er läuft künftig für die Oberliga-Mannschaft der Badener auf und bleibt somit eine Option, falls Fabio Bartolone Hilfe aus der Reserve benötigt. Apropos zweite Mannschaft: Aus dieser wurden im Sommer Simon Bischoff und Lewin Probst nach oben gezogen. Für beide sei die Zeit gekommen, sich in der ersten Mannschaft durchzusetzen, sagt der Manager. Externe Hilfe soll zudem schon bald aus dem Ausland kommen. Die Badener erwarten in der letzten Septemberwoche den Italiener Alessandro Blasi im Training. Der Zuspieler, der in seinem Heimatland in der ersten Liga gespielt hat, absolviert in Bremen einen Teil seines Studiums.

Nils Mallon ist der neue Kapitän

Student ist auch Ole Sagajewski. Für ihn steht im kommenden Frühjahr ein Auslandssemester an. Er geht nach Genf. Peter-Michael Sagajewski erklärte jedoch, dass der Leistungsträger trotz seines Aufenthaltes in der Schweiz für so manches Ligaspiel anreisen könnte, sofern dies vonnöten sein wird. Moritz Wanke wird dem TVB im Laufe der Spielzeit hingegen definitiv für acht Spiele wegen eines Auslandsaufenthaltes fehlen. „Doch bis die beiden fehlen, dauert es noch. Jetzt ist es wichtig, dass wir gut starten“, findet Sagajewski.

Für alle 24 Ligaspiele ist hingegen Nils Mallon eingeplant. Er geht die Saison in einer neuen Rolle an. Der 29-Jährige wurde von Bartolone zum neuen Kapitän und somit zum Nachfolger von Stefan Baum ernannt. „Ich habe schon in der vergangenen Saison eng mit Fabio gearbeitet. Als er mich gefragt hat, ob ich Kapitän sein möchte, musste ich das erst einmal sacken lassen und ein, zwei Nächte drüber schlafen“, sagt er. „Schließlich bin ich erst seit einem Jahr in Baden. Aber nach einigen Gesprächen mit meinen Teamkollegen, habe ich mich für das Kapitänsamt entschieden.“

Dass es nur Fürsprecher im Team gibt, verwundert nicht. Denn was den TV Baden besonders auszeichnet, ist der Zusammenhalt. „Die Jungs sind Freunde“, sagt Peter-Michael Sagajewski. Und diese enge Verbundenheit soll auch in dieser Saison ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum anvisierten Klassenerhalt sein.

Weitere Informationen

1. Spieltag

TV Baden - FC Schüttorf 09 (15.9., 16 Uhr)

2. Spieltag

VC Bitterfeld-Wolfen - TV Baden (28.9., 19 Uhr)

3. Spieltag

TV Baden - Moerser SC (13.10., 16 Uhr)

4. Spieltag

SV Lindow-Gransee - TV Baden (9.11., 18 Uhr)

5. Spieltag

VCO Berlin - TV Baden (10.11., 16 Uhr)

6. Spieltag

TV Baden - TuS Mondorf (16.11., 19.30 Uhr)

7. Spieltag

Kieler TV - TV Baden (23.11., 20 Uhr)

8. Spieltag

TV Baden - TuB Bocholt (1.12., 16 Uhr)

9. Spieltag

SV Warnemünde - TV Baden (8.12., 16 Uhr)

10. Spieltag

VV Humann Essen - TV Baden (15.12., 16 Uhr)

11. Spieltag

TV Baden - USC Braunschweig (22.12., 16 Uhr)

12. Spieltag

CV Mitteldeutschland - TV Baden (4.1., 19 Uhr)

13. Spieltag

FC Schüttorf 09 - TV Baden (12.1., 16 Uhr)

14. Spieltag

TV Baden - VC Bitterfeld-Wolfen (18.1., 16 Uhr)

15. Spieltag

TV Baden - VCO Berlin (19.1., 16 Uhr)

16. Spieltag

Moerser SC - TV Baden (25.1., 19.30 Uhr)

17. Spieltag

TV Baden - SV Lindow-Gransee (2.2., 16 Uhr)

18. Spieltag

TuS Mondorf - TV Baden (8.2., 19.30 Uhr)

19. Spieltag

TV Baden - Kieler TV (22.2., 19.30 Uhr)

20. Spieltag

TuB Bocholt - TV Baden (29.2., 19 Uhr)

21. Spieltag

TV Baden - SV Warnemünde (15.3., 16 Uhr)

22. Spieltag

TV Baden - VV Humann Essen (21.3., 19.30 Uhr)

23. Spieltag

USC Braunschweig - TV Baden (4.4., 15.30 Uhr)

24. Spieltag

TV Baden - CV Mitteldeutschland (18.4., 19 Uhr)

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+