IGS Achim

Oberstufen-Pläne nehmen erste Hürde

Zwar wurde die Ratssitzung in Achim aufgrund des Corona-Lockdowns abgesagt. Beschlüsse fielen aber trotzdem. So gab es beispielsweise ein positives Signal für die Einrichtung einer Oberstufe an der IGS.
18.12.2020, 16:03
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Oberstufen-Pläne nehmen erste Hürde
Von Elina Hoepken
Oberstufen-Pläne nehmen erste Hürde

Die Stühle der Ratsmitglieder blieben am Donnerstagabend leer. Die Beschlüsse wurden per Umlauf getroffen.

Björn Hake

Um Punkt 21 Uhr ging Bürgermeister Rainer Ditzfeld am Donnerstag ein letztes Mal zum Rathaus-Briefkasten. In diesen konnten die Ratsmitglieder nämlich die Unterlagen mit ihren Stimmabgaben für die Beschlüsse der für diesen Abend ursprünglich vorgesehenen Ratssitzung abgeben. Wie berichtet, hatte Ditzfeld die Sitzung aufgrund der Corona-Pandemie und des neuerlichen, harten Lockdown in Absprache mit dem Ratsvorsitzenden und den fünf Fraktionsvorsitzenden abgesagt und sich für eine Beschlussfassung per Umlauf entschlossen. Die eingereichten Stimmen – von 38 Ratsmitgliedern gaben 37 ihr Votum ab – wurden ausgezählt, die Ergebnisse im Ratsinformationssystem veröffentlicht.

„Diese Alternative ist natürlich für die Bürger die schlechteste Lösung, weil sie außen vor gelassen werden“, bedauert Ditzfeld. In diesem speziellen Fall sei es allerdings die beste Wahl gewesen. Und so wurden bis Donnerstagabend alle Beschlüsse aus der Ferne gefällt – viele davon einstimmig, wie Ditzfeld nach der Auszählung berichtete. Dazu gehören beispielsweise die überarbeitete Jugendförderrichtlinie, die Fortsetzung des Hortbetriebs in Uesen oder auch die Herstellung der Voraussetzungen zur Online-Übertragung von Ratssitzungen.

Dauer-Streitthema IGS

Bei anderen Themen war das Votum indes nicht so eindeutig. So wie beim Dauer-Streitthema IGS. Hier fiel der Beschluss über die Prüfung zur Einrichtung einer Oberstufe mit 22 Ja- und 15-Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung erwartbar knapp aus. „Nach wie vor lehnt die CDU-Fraktion eine IGS-Oberstufe ab“, schreibt Rüdiger Dürr (CDU), stellvertretend für seine Fraktion in einer Stellungnahme an den ACHIMER KURIER. „Gerade auch unter dem Aspekt der mehr als angestrengten Haushaltslage ist es für die CDU unverständlich, ohne Not noch weitere Millionen zu den immer weiter steigenden Kosten für die IGS auszugeben.“ Die IGS sei eine Ersatzschule für die Haupt- und die Realschule. „Schüler, die ein gymnasiales Leistungsbild zeigen, können in Achim die zwei sehr guten Gymnasien, die IGS Oyten, die Oberschule in Thedinghausen oder die BBS in Daulsen besuchen.“

Eine ähnliche Meinung vertritt die FDP. „Weiterführende Schulen unter der Trägerschaft des Kreises sind hinreichend verfügbar und der Kreis hat die Finanzierung der zusätzlichen IGS-Oberstufe abgelehnt“, begründet der Vorsitzende Hans-Jakob Baum die Haltung seiner Fraktion. „Wollen wir neben den leistungsfähigen Oberstufen der beiden Achimer Gymnasien mit ihren vielfältigen Angeboten eine eher kleine Oberstufe an der IGS, deren erhebliche Kosten die Stadt zu tragen hat?“ Den Schülern stünden auch so vielfältige Wege zu allen Abschlussqualifikationen zur Verfügung.

Befürworter in der Mehrheit

Anders sehen das indes SPD, Grüne und WGA, die mit einem gemeinsamen Antrag den Anstoß für die Diskussionen gegeben hatten. „Für uns ist die Oberstufe ein elementarer Bestandteil einer guten IGS. Das Konzept der IGS kann nur damit erfolgreich durchgeführt werden und das Vorhandensein einer Oberstufe ermöglicht es Eltern leichter, sich für die IGS zu entscheiden“, ist Silke Thomas, Vorsitzende der Grünen, überzeugt. Und auch die WGA sieht darin eine große Chance. „Dadurch, dass leistungsschwächere Schüler mit Hauptschulempfehlung gemeinsam mit potenziellen Realschülern und Gymnasiasten lernen, können leistungsstärkere Schüler den schwächeren helfen. Wir sehen darin auch eine deutliche Verbesserung des sozialen Gesamtniveaus“, teilt der Vorsitzende Wolfgang Heckel mit.

Wichtig ist der SPD allerdings zu betonen, dass mit der positiven Entscheidung im Rat noch kein definitiver Beschluss für die Einrichtung einer Oberstufe getroffen wurde. „Es ist der Auftrag an die Verwaltung, hier nun den Prüfprozess einzuleiten“, erklärt SPD-Vorsitzender Herfried Meyer. „Wenn es nach den geltenden Regeln der Landesschulbehörde möglich ist, befürworten wir natürlich einen Antrag in diese Richtung, aber das soll ja nun erst mal ermittelt werden.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+