Halt in Oberneuland fällt bei neuer Zugverbindung weg: Schüler und Berufstätige betroffen Pendlerprotest gegen Metronomverbindung

Oyten·Ottersberg. Eigentlich ist die Nachricht, dass der Metronom ab dem 12. Dezember auf der Strecke Bremen-Hamburg auch in Sagehorn, Ottersberg oder Sottrum hält, eine frohe Kunde für die regelmäßigen Bahnpendler. Schließlich erhöht sich der Fahrkomfort in den doppelstöckigen Wagen und verkürzen sich die Fahrtzeiten nach Hamburg oder Bremen.
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Pendlerprotest gegen Metronomverbindung
Von Uwe Dammann

Oyten·Ottersberg. Eigentlich ist die Nachricht, dass der Metronom ab dem 12. Dezember auf der Strecke Bremen-Hamburg auch in Sagehorn, Ottersberg oder Sottrum hält, eine frohe Kunde für die regelmäßigen Bahnpendler. Schließlich erhöht sich der Fahrkomfort in den doppelstöckigen Wagen und verkürzen sich die Fahrtzeiten nach Hamburg oder Bremen.

Doch durch den neuen Fahrplan fällt - sehr zumÄrger der Betroffenen - ein Halt in Oberneuland weg, der bisher dafür sorgte, dass zahlreiche Schüler und Arbeitnehmer pünktlich ihr Ziel erreichten. "Das ist eine massive Verschlechterung für alle Schüler, die in Oberneuland zur Schule gehen", sagt Kerstin Meier aus Fischerhude, die als Mutter eines Kindes, das eine Bremer Schule besucht, von der Veränderung maßgeblich betroffen ist. Sie ist nicht die einzige. Etliche Schüler, Lehrer, aber auch Angestellte, nutzen die Bahnverbindung ab Sagehorn, Ottersberg oder Sottrum, um von hier aus mit dem Zug in Richtung Bremen zu fahren und am Bahnhof Oberneuland aussteigen. In der Nähe befinden sich das ökumenische Gymnasium sowie die Tobiasschule, die auch von Schülern aus dem niedersächsischen Umland besucht werden.

Wichtige Verbindung für Schüler

"Bei einem festen Arbeits- und Schulbeginn um acht Uhr ist die Verbindung enorm wichtig und entsprechend frequentiert", bestätigt auch Bahnpendler Detlef Spuziak-Salzenberg aus Ottersberg und glaubt, dass der Wegfall dieses Haltepunktes zu einer deutlichen Ausweitung privater Autofahrten führen wird. Das sei eine massive Verschlechterung der Serviceleistung und auch ein schlechter Beitrag zum Klimaschutz. Die Schüler müssten künftig den Zug um 6. 34 Uhr (Ottersberg) oder 6.44 Uhr ab Sagehorn nehmen und kommen aus Sicht der betroffenen Eltern viel zu früh in die Schule.

"Das ist unzumutbar", meint Kerstin Meier und verweist darauf, dass hier auch Kinder im Alter zwischen 10 und 12 Jahren mit dem Zug unterwegs seien, denen man eine so lange Wartezeit bis zum Schulbeginn nicht zumuten könne. Der Fahrplan müsse wieder dahingehend geändert werden, dass die Pennäler die Möglichkeit hätten in einem angemessenen Zeitrahmen ihre Bildungseinrichtung erreichen zu können. Ihre Kritik haben die betroffenen Pendler bereits bei der Landesnahverkehrsgesellschaft vorgebracht, die zuständig ist für den neuen Fahrplan.

Bahnsteig in Oberneuland zu kurz

Reinhard Kaiser, Bereichsleiter bei der Landesnahverkehrsgesellschaft aus Hannover, hat allerdings eine plausible Erklärung für den Wegfall des Halts in Oberneuland parat. "Hier ist der Bahnsteig einfach zu kurz", sagt Kaiser. Da der Metronom aus Richtung Hamburg um diese Stunde wegen der zahlreichen Pendler mit sieben Wagen unterwegs sei, könne und dürfe er in Oberneuland nicht halten, da hier der Bahnsteig zu kurz und nur für einen Zug mit fünf Wagen zugelassen sei, erklärt Kaiser das Problem.

Man habe schon beim Land Bremen angefragt, ob und wann dieser Bahnsteig verlängert werden könne, sagt Kaiser. Die Antwort sei nicht gerade ermutigend für die betroffenen Pendler. Vor dem Jahre 2017 werde es voraussichtlich nichts damit. Manche Pendler hätten dann eingewandt, dass der Metronom ebenfalls nur mit fünf Wagen fahren solle. So könne der Halt in Oberneuland wieder eingeplant werden. "Doch das ist nicht möglich, weil dann wieder die vielen Pendler aus Scheeßel und anderswo gekniffen sind. Wir benötigen sieben Wagen um diese Zeit", meint Kaiser und kann den betroffenen Familien derzeit keine Alternativlösung anbieten.

"Wir können leider bei so einer Umstellung nicht alle Wünsche befriedigen", sagt Kaiser. Nach einer Zählung der Gesellschaft seien es nur 14 bis 15 Personen, die regelmäßig in Oberneuland aussteigen. Die Direktverbindung nach Bremen bleibe schließlich bestehen.

Ein Forum finden die Pendler am Dienstag, 7. Dezember, in der Aula der Ottersberger Wümmeschule. Initiiert vom Sottrumer Bürgermeister Markus Luckhaus haben die drei Kommunen Sottrum, Ottersberg und Oyten gemeinsam zu einer Informationsveranstaltung geladen, auf der ein Vertreter der Metronom-Verkehrsgesellschaft den betroffenen Pendlern Rede und Antwort stehen will. Die Versammlung findet in Ottersberg statt, weil der Ort genau in der Mitte der betroffenen Gemeinden liegt, und beginnt um 19 Uhr.

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