Kopfschütteln in Achim Seniorenbeirat kritisiert Kreissparkasse

Nicht nur das Chaos bei der Impftermin-Vergabe wurmt den Achimer Seniorenbeirat, sondern auch das Vorhaben der Kreissparkasse Verden, das Personal aus zwei Ortsteilfilialen abziehen zu wollen.
03.02.2021, 16:14
Lesedauer: 2 Min
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Seniorenbeirat kritisiert Kreissparkasse
Von Kai Purschke

Mit einigen Ärgernissen haben die Achimer Senioren derzeit zu kämpfen, wie der Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Achim nun mitgeteilt hat. Das betreffe die bisher absolut chaotisch verlaufene Impftermin-Vergabe. "Selbst fixe Enkel kommen nicht mehr weiter“, betont der Beirat. Das aktuelle Szenario der Impfregistrierung löse in der Achimer Seniorenschaft Kopfschütteln aus – "aber auch konstruktive Ideen, wie sich die örtlichen Seniorenvertreter einbringen können". Diese sollen nun konkretisiert werden, um Hilfsangebote für überforderte Senioren und Behinderte, die vielleicht noch dazu kein Einladungsschreiben erhalten haben, zu schaffen.

Ebenso sorgte die Entscheidung der Kreissparkasse (KSK) Verden, ihre Filialen in Baden und Bierden – wie berichtet – ab März ohne Personal betreiben zu wollen, für Unverständnis bei den Senioren und beim Beirat. Dass die Geschäftsstellen zu „reinen Automatenfiliale unter Abzug des Personals gewandelt werden sollen“, beunruhige die Vertreter um Sprecherin Christiane Knof-Grotevent. Sie habe bereits Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld drauf angesprochen, der jedoch nur wenig Hoffnung mit Blick auf wirtschaftliche Entscheidungen des Aufsichtsrats der Kreissparkasse machen konnte.

Jetzt ruhen die Blicke der Achimer Seniorenvertreter auf dem Kreissparkassen-Vorstand und auf Landrat Peter Bohlmann. „Nur bei glasklaren wirtschaftlichen Notwendigkeiten wird eine besonders für Senioren und Behinderte wichtige persönliche Anlaufstelle von ihm geopfert werden“, ist der Beirat überzeugt. Schließlich sei die Tradition der aus örtlichen Sparvereinen zu einer Wirtschaftsinstitution entwickelten Sparkassen „immer auch eine Herzkammer des sozialen Antlitz' der Marktwirtschaft gewesen und von vielen Kunden trotz möglicher Zinsvorteile bei modernen Onlinebanken bewahrt worden“.

Der Senioren- und Behindertenbeirat möchte wenigstens erreichen, dass es für die Älteren ein Dienstleistungszeitfenster gibt, in dem sie geschützt und unterstützt von kundigem Personal die Automaten bedienen können. Denn: "Gerade die Überweisungen an den Geräten sind oft eine tückische Geschichte, und das Onlinebanking von zuhause ist schon gar nichts für viele Ü-80-Jährige.“ Deshalb habe Christiane Knof-Grotevent den Vorschlag gemacht, dass die Kreissparkasse mindesten einen wöchentlichen Dienstleistungstag in den betroffenen Filialen anbieten möge.

„Bleibt zu hoffen, dass es für die Senioren am Ende dann nicht so wie bei der aktuellen Impfregistrierung heißt, ,Viele Klicks bewegen Nix'“, betont die Sprecherin.

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