Personalmangel in Achimer Kitas

Die Situation bleibt angespannt

Trotz zahlreicher Akquisemaßnahmen, die die Politik in Achim in der Vergangenheit auf den Weg gebracht hat, können in der Stadt derzeit elf Erzieherstellen nicht besetzt werden.
20.10.2020, 16:22
Lesedauer: 2 Min
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Die Situation bleibt angespannt
Von Elina Hoepken

Dass in der Stadt Achim der Personalmangel in den Kitas zunehmend zu einem dauerhaften Problem wird, zeichnet sich schon seit einigen Jahren ab. Bereits im Sommer 2017 – also vor über drei Jahren – bekamen die Eltern in der Stadt die Folgen dieses Notstands zu spüren, als in der Kindertagesstätte Uphuser Deichbande die Nachmittagsbetreuung begrenzt werden musste, weil schlichtweg nicht genügend Erzieherinnen im Einsatz waren. Zehn Stellen waren damals unbesetzt. Im Frühjahr 2018 protestierten Eltern sogar im Achimer Rathaus wegen der angespannten personellen Situation in den Betreuungseinrichtungen.

Seitdem hat die Stadt viel versucht, um das dringend nötige Fachpersonal in die Weserstadt zu locken. So hat die Politik, wie berichtet, ein ganzes Maßnahmenpaket zur Akquise von Fachpersonal verabschiedet. Aber noch immer ist die Situation angespannt. Das bestätigt jetzt auch ein Blick auf die aktuellen Belegungszahlen der Kitas zum Kitajahr 2020/2021 und die Kindertagesstättenbedarfsplanung, die beide in der kommenden Sitzung des Sozialausschusses am 26. Oktober von der Verwaltung vorgestellt werden sollen. Daraus geht nämlich hervor, dass es – mit Stand September dieses Jahres – noch immer elf vakante Stellen allein in den städtischen Kindertagesstätten gibt.

Gruppen müssen verkleinert werden

„Die Arbeitsmarktsituation im Bereich pädagogisches Fachpersonal ist weiterhin angespannt. Trotz Akquisemaßnahmen ist die erforderliche Stellenbesetzung zu Beginn des Kitajahres nicht vollständig gewährleistet“, heißt es in der der Kindertagesstättenbedarfsplanung für die Stadt. Resultierend daraus bestehe immer häufiger der Bedarf an Zeitarbeitskräften. Und noch etwas zeigen die Zahlen der Verwaltung: Der Personalmangel hat aktuell auch Einfluss auf die Betreuungskapazität. So ist in der Krippe bei den Himmelsstürmern die Ganztagsgruppe aufgrund von Personalmangel aktuell bei 15 möglichen Plätzen nur mit elf Kindern besetzt und in der Nachmittagsgruppe des Kindergartens in Baden können derzeit von 23 Plätzen nur 13 vergeben werden, weil das Personal fehlt.

Und das, obwohl Achim bekanntlich auf jeden Betreuungsplatz angewiesen ist. Denn auch hier ist die Lage bereits seit Jahren angespannt. Die Stadt Achim hat zurzeit elf Einrichtungen in eigener und acht Einrichtungen in freier Trägerschaft. Rein rechnerisch sind nach Angaben der Verwaltung im Oktober 2020 im Krippenbereich 40 Kinder unversorgt, im Kitabereich liegt die Zahl bei 36 unversorgten Kindern. Allerdings können nicht alle Plätze zu den benötigten Betreuungszeiten und in den angewählten Stadtteilen angeboten werden.

Neue Kitas in Planung

Um die Bedarfe in Zukunft decken zu können, hat die Politik bekanntlich den Bau neuer Einrichtungen in Baden, in der nördlichen Innenstadt, im Magdeburger Viertel und in Uphusen beschlossen. Doch hier zeigt sich erneut das Dilemma der Stadt, denn neue Kitas bedeuten auch zusätzliches Personal – von den finanziellen Belastungen für die Stadt einmal ganz abgesehen. Diese liegen laut Verwaltung für eine fünfgruppige Einrichtung zurzeit bei mindestens drei Millionen Euro Planungs-, Bau- und Ausstattungskosten. Die Betriebskosten auf ein Jahr gerechnet, betragen zurzeit etwa eine Millionen Euro. Die zwischenzeitlich in Betrieb genommenen neuen Einrichtungen und die geplanten vier weiteren Einrichtungen werden den städtischen Gesamthaushalt somit in Zukunft nachhaltig belasten.

„Ebenso wird die Frage, woher sich circa 25 bis 30 qualifizierte Mitarbeiter für jeweils eine Einrichtung dieser Größe künftig noch rekrutieren lassen, immer drängender, zumal es dem Landesgesetzgeber bisher immer noch nicht gelungen ist, die Ausbildung der Erzieher mit dem Ziel einer dualen Ausbildung zu reformieren“, kritisiert die Verwaltung die Landesregierung.

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