Rugby

Phil Szczesny siegt mit Deutschland in Chile

Der Verdener Nationalspieler Phil Szczesny triumphiert mit Deutschland in Südamerika. Am kommenden Wochenende steht für ihn dort gleich das nächste Turnier auf dem Programm.
20.02.2020, 07:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Phil Szczesny siegt mit Deutschland in Chile
Von Florian Cordes
Phil Szczesny siegt mit Deutschland in Chile

Phil Szczesny hat mit Deutschland in Vina del Mar unter anderem die Nationalteams aus Japan und Hongkong besiegt. Vor allem in der Defensive überzeugten der in Verden lebende Rugbyspieler und seine Teamkollegen.

imago

Eine lange Anreise über den Atlantik, zwei Tage Höchstleistung bringen und dann jubeln. Diese drei Dinge bestimmten zuletzt das Sportlerleben von Phil Szczesny. Der in Verden lebende Rugbyspieler ist aktuell mit der deutschen Siebener-Nationalmannschaft in Südamerika unterwegs. Deutschland nimmt dort an der neu geschaffenen World Rugby Sevens Challenger Series teil. Szczesny und Co. haben am vergangenen Wochenende am ersten Turnier der Serie im chilenischen Vina del Mar teilgenommen. Und besser hätte die Premiere für Szczesny und Co. nicht laufen können. Denn sie setzten sich gegen die Konkurrenz durch und durften den Siegerpokal in die Höhe stemmen. Die Südamerika-Tour ist für das „Wolfpack“ aber noch nicht beendet. Denn am kommenden Wochenende findet die Challenger Series, an der 16 Nationen teilnehmen, ihre Fortsetzung – und zwar in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays.

Der Turniersieg in Chile sei ein sehr großer Erfolg gewesen, meinte Phil Szczesny im Gespräch mit unserer Zeitung. Vor allem sei er deshalb so schön gewesen, weil auf dem Weg zu Platz eins einer der großen Favoriten aus dem Weg geräumt wurde. Im Halbfinale besiegte Deutschland Japan mit 12:5. Diese fünf Punkte, die Deutschland gegen die Asiaten kassierte, waren durchaus besondere: Denn es waren die einzigen, die das „Wolfpack“ am zweiten Turniertag hinnehmen musste. Das wunderte Phil Szczesny durchaus: „Vor allem wollten wir uns in Chile auf unsere Offensive konzentrieren. Aber wir haben dennoch stark verteidigt. Es war einfach schön zu sehen, dass wir so gut drauf waren.“

Die beiden anderen Gegner am zweiten Turniertag, an dem es in die heiße Phase ging, waren Papua-Neuguinea und Hongkong. Beide sollten sich aber an der starken Defensive der Deutschen die Zähne ausbeißen. Auf Papua-Neuguinea trafen Szczesny und seine Teamkollegen im Viertelfinale. Deutschland war leicht favorisiert, tat sich gegen den Kontrahenten aus dem Pazifik-Raum jedoch schwer. Das „Wolfpack“ übernahm aber mehr und mehr die Spielkontrolle und siegte mit 29:0. Punkte zu dem klaren Erfolg steuerte auch Phil Szczesny bei.

Nach dem Triumph gegen Japan, das im vergangenen Jahr bei der 15er-Rugby WM im eigenen Land sensationell das Viertelfinale erreicht hatte, stand Deutschland im Finale Hongkong gegenüber. Auch dieser Gegner war nicht in der Lage, gegen Deutschland zu punkten. Beim Schlusspfiff stand es 10:0. Die Deutschen sprangen bei dem allerersten Turnier der neu geschaffenen World Rugby Sevens Challenger Serie auf den ersten Platz. Das „Wolfpack“ blieb in Vina del Mar in allen Spielen ungeschlagen. Denn bereits am ersten Turniertag – während der Gruppenphase – wurden Paraguay (48:0), Italien (24:17) sowie Uganda (19:12) niedergerungen.

Phil Szczesny blieb daher nichts anderes übrig, als ein positives Fazit zu ziehen. Allerdings mit kleinen Abstrichen: „Ich war schon im vergangenen Jahr bei einem Turnier in Chile. Diesmal wurde das Ganze größer aufgezogen. Es wurde zum Beispiel in einem großen Stadion gespielt. Leider haben sich da die Zuschauer ein bisschen verloren. Ansonsten war das Turnier top.“ Für ihn persönlich ging es in Vina del Mar zudem darum, sich an seine neue Position zu gewöhnen. Denn unter dem neuen Bundestrainer Damian McGrath wird der Verdener anders eingesetzt als unter dessen Vorgängern. „Früher war ich meist dafür verantwortlich, selbst viel den Ball nach vorne zu tragen. Jetzt komme ich auch auf der Spielmacher-Position zum Einsatz. Da sind die Abläufe dann doch andere.“

Läuft die Serie für Szczesny weiterhin optimal, erfüllt er sich einen großen Traum. Denn die Challenger Serie ist für Deutschland der erste Schritt zur Qualifikation für die World Rugby Sevens Series. Seit vielen Jahren peilen die Deutschen einen Platz in der Weltserie an. Geglückt ist ihnen dieser Sprung aber noch nie. Über den Modus der Qualifikation zur Weltserie muss jedoch noch entschieden werden: In den vergangenen Jahren wurde das Ticket stets im April bei den Hongkong-Sevens ausgespielt. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus im nahe gelegenen China wurde das Turnier für 2020 in den Oktober verschoben.

Phil Szczesny sagte, dass zeitnah eine Entscheidung über den Qualifikationsmodus zur Weltserie fallen soll. Doch zunächst steht das Turnier in Uruguay an. Und der Verdener hat eine klare Vorstellung, wie die Spiele in Montevideo ablaufen sollen. „So wie in Chile kann es in Uruguay gerne weitergehen“, sagte er schmunzelnd.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+